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Der Senator für Inneres

Das Statistische Landesamt Bremen teilt mit:

29.09.1999

Auch Bremen von nachlassender Konjunktur
im 1. Halbjahr 1999 nicht verschont geblieben Bruttoinlandsprodukt erstmals nach dem neuen Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen

Im 1. Halbjahr 1999 wurde in Deutschland ein Wirtschaftswachstum – d.h. ein realer Anstieg des Bruttoinlandsprodukts – von 0,8 % ermittelt; die 1998 gemessene Wirtschaftsentwicklung schwächte sich damit zunächst deutlich ab. Von dieser Dämpfung des Konjunkturverlaufs ist auch die bremische Wirtschaft nicht verschont geblieben. Mit einem Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts um 0,6 % lag Bremen im 1. Halbjahr 1999 annähernd im Durchschnitt der Bundesentwicklung.

Für die übrigen Bundesländer ergaben sich im 1. Halbjahr 1999 nach vorläufigen Berechnungen des „Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, dem das Statistische Landesamt Bremen als Mitglied angehört, folgende reale Veränderungsraten gegenüber dem Vorjahreszeitraum (in %):


  • Baden-Württemberg 1,0

  • Bayern 1,4

  • Berlin -0,8

  • Bremen 0,6

  • Brandenburg 1,2

  • Hamburg 0,5

  • Hessen 1,4

  • Mecklenburg-Vorpommern 0,4

  • Niedersachsen 1,1

  • Nordrhein-Westfalen 0,1

  • Rheinland-Pfalz 0,8

  • Saarland 0,5

  • Sachsen-Anhalt 0,2

  • Sachsen 0,4

  • Schleswig-Holstein 1,3

  • Thüringen 1,3

  • Deutschland 0,8


Mit den Berechnungen des Bruttoinlandsprodukts für das 1. Halbjahr 1999 legt der "Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder" (VGR dL) erstmals Ergebnisse nach dem neuen Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) 1995 vor. Die Ratsverordnung zum ESVG 1995 verpflichtet alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen nach einheitlichen Konzepten und Systematiken zu erstellen, so dass die gesamtwirtschaftlichen Kenngrößen sowohl auf nationaler wie auch auf regionaler Ebene europaweit vergleichbar sind. Das ESVG 1995 löst das bisher in Deutschland angewandte System ab.


Die Umstellung auf das ESVG 1995 ist mit zahlreichen konzeptionellen, begrifflichen und systematischen Neuerungen verbunden. Zudem wurden im Rahmen der ESVG-Revision neue Berechnungsgrundlagen (z.B. Großzählungen) einbezogen und die Angaben in konstanten Preisen auf das Preisbasisjahr 1995 umgestellt. Eine Änderung ergab sich auch bei der Darstellung der Länderergebnisse: Berlin wird nicht mehr in Berlin-West und Berlin-Ost getrennt.


Der Arbeitskreis VGR dL hat die äußerst aufwendigen Umstellungsarbeiten auf das ESVG 1995 noch nicht komplett abgeschlossen. Erst zu einem späteren Zeitpunkt können die revidierten Reihen für das Bruttoinlandsprodukt auf Länderebene vorgelegt werden. Dadurch sind die Auswertungsmöglichkeiten der bereits nach dem ESVG 1995 berechneten Halbjahresergebnisse momentan auf Regional- und Bundesvergleiche beschränkt. Die konzeptionellen Unterschiede des ESVG 1995 gegenüber dem bisherigen deutschen VGR-System sind so gravierend, dass die aktuellen Länderwerte mit den bisher veröffentlichten Zeitreihen nicht vergleichbar sind.


Für zusätzliche Informationen steht Ihnen im Statistischen Landesamt Horst Lange zur Verfügung: Telefon 361-2142.