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Der Senator für Inneres

Das Statistische Landesamt Bremen teilt mit: 1,1 Mrd. Kubikmeter Oberflächenwasser entnommen

03.07.2001

Die Entnahme von Oberflächenwasser war in der Vergangenheit vor allem für Wirtschaftszweige mit intensivem Wasserverbrauch eine preiswerte Alternative zum Wasserbezug aus dem öffentlichen Wasserversorgungsnetz sowie zur Eigengewinnung aus Grundwasser. Die Überlegungen zur Einführung einer „Oberflächenwasserentnahmegebühr“ haben diese Form der Wassergewinnung nun in den Blickpunkt gerückt.

Es sind vor allem die Wärmekraftwerke für die öffentliche Versorgung, die seit jeher den Flusslauf der Weser – in Bremerhaven der Geeste – als Wasserreservoir zur Gewinnung von Kühlwasser für die Stromerzeugungsanlagen nutzen. Im Jahre 1975, als die Wärmekraftwerke im Lande Bremen erstmals nach ihrem Wasserverbrauch gefragt wurden, entnahmen diese 1,014 Mrd. Kubikmeter Wasser aus der Weser, bei der zuletzt im Jahre 1998 durchgeführten Erhebung waren es mit 0,996 Mrd. Kubikmeter nur unwesentlich weniger. Während in den Erhebungsjahren bis Anfang der achtziger Jahre die Milliarden-Kubikmeter-Grenze nur einmal unterschritten wurde, sank die Wasserentnahme im Jahre 1987 auf den bisherigen Tiefpunkt von 0,759 Mrd. Kubikmeter. Seit Ende der achtziger Jahre ist dann ein kontinuierlicher Anstieg der Wasserentnahme bis knapp unter die Milliarden-Grenze im Jahre 1998 zu verzeichnen.

Auf die Wärmekraftwerke für die öffentliche Versorgung entfielen 1998 rund 89 % der gesamten Wasserentnahme aus Oberflächengewässern. Die restlichen 11 % wurden von Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes entnommen, dies entsprach 0,122 Mrd. Kubikmetern. Im Jahre 1983 betrug der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der gesamten Oberflächenwasserentnahme noch 26,5 %, dies entsprach 0,367 Mrd. Kubikmetern. Der rasante Rückgang der Wasser-entnahme setzte nach 1991 ein. Die Halbierung der entnommenen Wassermenge im Jahre 1995 gegenüber dem Jahre 1991 auf 0,168 Mrd. Kubikmeter sowie der weitere Rückgang bis 1998 auf 0,122 Mrd. Kubikmetern waren auf einen sparsameren Umgang mit Wasser im Verarbeitenden Gewerbe auf Grund von Modernisierungsmaßnahmen in der Wasserbewirtschaftung zurück zu führen. Im Mittelpunkt stand dabei die Einführung der Kreislaufnutzung durch bedeutende Betriebe wasserintensiver Wirtschaftszweige.

Insgesamt wurde von den Kraftwerken für die öffentliche Versorgung und den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes im Jahre 1998 Oberflächenwasser in Höhe von 1,1 Mrd. Kubikmeter entnommen. Im Jahre 1975 waren es 1,3 Mrd. Kubikmeter. Die bisher größte Menge wurde 1981 mit 1,6 Mrd. Kubikmeter entnommen. Danach war – auf Grund der Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe – ein stetiger Rückgang zu verzeichnen. Im Durchschnitt der Erhebungsjahre von 1975 bis 1998 wurden jährlich rund 1,3 Mrd. Kubikmeter Oberflächenwasser entnommen.