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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Von Migrantinnen und Migranten geführte Unternehmen sollen verstärkt für die Ausbildung gewonnen werden

19.01.2006

Deputation für Arbeit und Gesundheit stimmt Förderung eines Projektes der Arbeiterwohlfahrt zu

Unternehmen im Lande Bremen, deren Inhaber Migrantinnen und Migranten sind, sollen verstärkt für die Ausbildung gewonnen werden. Die staatliche Deputation für Arbeit und Gesundheit hat heute (19.1.2006) auf Vorschlag von Senatorin Karin Röpke der Förderung des Projekts „Beratung und Akquise von Ausbildungsplätzen bei Betriebsinhaber/innen mit Migrationshintergrund (BQA)“ der Arbeiterwohlfahrt Bremen (AWO) zugestimmt. Dafür werden in diesem und im kommenden Jahr 134.262 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds bereitgestellt. Die neuen Ausbildungsplätze sollen vorrangig jungen Migrantinnen und Migranten zugute kommen.

„Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist nach wie vor schwierig. Deshalb wird auch das Ausbildungspotenzial der von Migranten und Migrantinnen geführten Unternehmen immer wichtiger“, sagte Senatorin Röpke. Die Entwicklung ausländischer Unternehmensgründungen hat sich dynamisch entwickelt: Im Zeitraum von 1991 bis 2003 ist die Zahl der ausländischen Selbständigen beziehungsweise Betriebe bundesweit von 175.000 um 63 Prozent auf 286.000 gestiegen. Die Ausbildungsbeteiligung ist dagegen noch vergleichsweise niedrig.

Auch in Bremen gibt es eine erhebliche Anzahl von Unternehmen mit Migrationshintergrund: Allein 1500 Betriebe in Bremen haben eine Unternehmensleitung türkischer Herkunft. Die Zahl der Unternehmer/innen osteuropäischer Herkunft ist bereits auf 300 gestiegen.


Die Beratung der Unternehmen wird in enger Kooperation mit dem Bremer Ausbildungsbüro (Exam) des Bildungszentrums der Wirtschaft stattfinden. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt im Aufsuchen von Betrieben. Richten diese Ausbildungsplätze ein, werden die Mitarbeiter des Bremer Ausbildungsbüros informiert und können daraufhin gezielt junge Menschen mit Migrationshintergrund für die Kontaktaufnahme mit den Betrieben ansprechen.

Mit dem Projekt BQA ist nicht nur die Akquisition von neuen und zusätzlichen Ausbildungsstellen verbunden, es sollen auch die Kontakte zu Betrieben gepflegt werden, die bereits für die Ausbildung gewonnen werden konnten. Darüber hinaus wird der Türkische Arbeitgeberverband TEWIFO (Türkisch-Europäisches Wirtschaftsforum) in Bremen für gemeinsame brachenübergreifende Informationsveranstaltungen eingebunden. Außerdem sollen spezielle Ausbilder-Seminare für Unternehmen angeboten werden.