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Der Senator für Kultur

Focke-Museum und Dom-Museum tauschen Grabungsfunde aus

28.01.2015
Dr. Detlev G. Gross, Carmen Emigholz, Dr. Henrike Weyh, Dr. Frauke von der Haar und Prof. Dr. Uta Halle (von links) neben der Krümme von Limoges (rechts in der Vitrine). , jpg, 46.9 KB
Dr. Detlev G. Gross, Carmen Emigholz, Dr. Henrike Weyh, Dr. Frauke von der Haar und Prof. Dr. Uta Halle (von links) neben der Krümme von Limoges (rechts in der Vitrine).

Mit Hilfe des Senators für Kultur haben das Dom-Museum und das Focke-Museum in einem Kooperationsvertrag eine engere Zusammenarbeit und eine verbesserte Zuordnung und Präsentation von Exponaten zur Dom- und Stadtgeschichte beschlossen. Vereinbart wurde eine von beiden Einrichtungen akzeptierte Aufteilung der Grabungsfunde aus dem St. Petri Dom aus den Jahren 1972 bis 1974. Sie betrifft auch den Austausch von Leihgaben zwischen beiden Museen. Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz begrüßte auf der heutigen (Mittwoch, 28. Januar 2015) Pressekonferenz die Vereinbarung, die Grundlage für eine engere Zusammenarbeit sein soll. Sie stellte die Kooperation mit der Direktorin des Focke-Museums, Dr. Frauke von der Haar, dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Bremer Dom, Dr. Detlev Gr. Gross, der Kustodin des Dom-Museums, Dr. Henrike Weyh, und der Landesarchäologin, Prof. Dr. Uta Halle, vor.

Während der letzten großen Restaurierung des St. Petri Doms führte die Landesarchäologie unter der Leitung von Dr. Karl Heinz Brandt Grabungen durch, bei denen zahlreiche Bischofsgräber geborgen werden konnten. Die wertvollen Grabungsfunde wurden zunächst im Focke-Museum präsentiert. Nach Gründung des Dom-Museums im Jahr 1987 wurden die Funde in Abstimmung mit der Landesarchäologie Bremen und dem Senator für Kultur auf beide Institutionen aufgeteilt. Einen Schwerpunkt bildeten im Dom-Museum vor allem die aufwändig restaurierten und kostbaren Textilien, für die ein konservatorisch angemessener Raum eingerichtet wurde. In den zurückliegenden Jahren haben sich das Dom-Museum und das Focke-Museum weiterentwickelt und möchten zukünftig neue Akzente in ihren Präsentationen setzen. Vor diesem Hintergrund haben Dom-Museum und Focke-Museum gemeinsam mit der Landesarchäologie Bremen und dem Senator für Kultur einen umfänglichen Kooperationsvertrag erarbeitet.

Der Kooperationsvertrag sieht unter anderem den Tausch der Funde aus Grab 18 und 19 vor. So werden die Funde aus Grab 18 mit der kirchengeschichtlich wichtigen Krümme von Limoges künftig im Dom-Museum präsentiert. Die Funde aus Grab 19, zu denen die landeshistorisch bedeutende Pantherkopfkrümme gehört, werden im Focke-Museum zu sehen sein. Auch der Bischofsring, der im Juni 2013 aus dem Dom-Museum gestohlen worden war und nach dem Wiederauffinden aufwändig restauriert wurde, wird nun im Focke-Museum ausgestellt. Er gehört ebenfalls zum Grab 19.

Neben dem Austausch von Grabungsfunden erhält das Dom-Museum für seine Ausstellung auch Leihgaben zurück, die der Dom lange vor der Gründung des Dom-Museums dem Focke-Museum zur Verfügung gestellt hatte. Hierzu zählen unter anderem Wappenschilde, Wappenfenster sowie zwei Figuren aus der Ölberggruppe und zwei Schlüssel des Doms.

Foto: Focke-Museum, Martin Luther