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Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration

Sprachtests in den Kindergärten haben begonnen: Zusätzliche Förderung für Kinder vor der Einschulung

10.02.2003

Senatorin Karin Röpke: Bremen erste Stadt mit flächendeckender Untersuchung

Bis zu 5800 Kinder, die im Sommer 2003 zur Schule kommen, werden im laufenden Februar auf ihre Sprachfähigkeit hin getestet. Jungen und Mädchen, die in ihrer Sprachentwicklung besondere Unterstützung benötigen, erhalten noch vor Schulbeginn ein spezielles Förderangebot.


Das ist eine der Konsequenzen, die vom Ressort für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales aus den Ergebnissen der PISA-Studien gezogen werden. „Gut ausgebildete Kenntnisse der Sprache sind mit entscheidend für einen erfolgreichen Lebensweg“, betonte Senatorin Karin Röpke heute (10. Februar 2002) bei der Vorstellung des Programms „Sprachschatz“ in den Kindergärten. Für Kinder sei Sprachkompetenz die unabdingbare Voraussetzung dafür, dass sie die schulischen Anforderungen bewältigen könnten, in den Genuss von Erziehung und Bildung kämen und somit gute Chancen in unserer Gesellschaft und später auch im Berufsleben hätten, so die Senatorin.


Die sogenannte Sprachstanderhebung – die erste flächendeckende in einer deutschen Stadt - ist ein gesonderter Teil der ärztlichen Schuleingangsuntersuchung und somit verbindlich für alle Bremer Kinder. Um sie umzusetzen sind nach Angaben von Senatorin Röpke erhebliche Anstrengungen unternommen worden. Eine Expertengruppe hat im Auftrag des Sozialressorts ein kindgerechtes Test-Verfahren entwickelt. Bei ausländischen Kindern werden nicht nur die Kenntnisse der deutschen Sprache abgefragt, sondern auch die der Muttersprache. 85 Fachkräfte aus den Kindergärten und 10 Student/innen wurden dafür geschult. Zu den 74 „Anmelde“- Grundschulen wurde jeweils ein benachbarter Kindergarten ausgewählt, der die Tests für alle Einrichtungen der Kinderbetreuung durchführt. Im März wird die Erhebung an der Universität unter Federführung von Professor Dr. Rudolf Kretschmann ausgewertet.


Für diejenigen Kinder, bei denen der auffälligste Bedarf an Sprachförderung festgestellt wird, gibt es danach zwei Stunden pro Woche ein zusätzliches Angebot zur alltäglichen Bildungsarbeit in den Kindergärten. Geplant ist in einer ersten Phase bis zu 124 Fördergruppen mit maximal 870 Kindern zu bilden. Sie werden von speziell qualifizierten Fachkräften geleitet. Die im Kindergarten begonnene Förderung soll in der Grundschule fortgeführt werden.


Senatorin Karin Röpke verhehlte nicht, dass die Sprachstandserhebung für die Kindergärten mit zusätzlichen Belastungen verbunden ist. Obwohl die „Testerinnen“ durch zusätzliche Fachkräfte vertreten werden, sei es oftmals schwierig, diese Fachkräfte zu finden, oder es könne durch Krankheit etc. zu Engpässen kommen. „Alles in allem jedoch sind unsere Erzieher/innen mit großem Engagement dabei und ich möchte mich ausdrücklich für diesen hervorragenden Einsatz bedanken“, betonte die Senatorin.


Das Programm „Sprachschatz“ ist eine von fünf Maßnahmen, mit denen die vorschulische Bildung der Kinder verbessert werden soll. Weiter wird zur Zeit ein Rahmenplan für die Erziehung und Bildung im Elementarbereich entwickelt, Unterstützungsprogramme für Familien und Eltern werden ausgebaut, Modelle werden erarbeitet, um den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule zu glätten, und die Qualifizierungs-Angebote für die Fachkräfte werden verstärkt.