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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

50 Jahre "Häuser der Familie"

16.04.2002

Die „Häuser der Familie“ in den Stadtteilen Bremens feiern ihren 50. Geburtstag

Angebote für alleinerziehende Mütter, Beratung für Väter nach der Scheidung, psychologische Betreuung für türkische Familien, Projekte mit jungen Müttern und ihren Babys - das sind nur ein paar wenige Beispiele aus der Fülle der Arbeit, die die „Häuser der Familie“ leisten.


„Sie sind fester Bestandteil der Familienbildung in Bremen und für diese Aufgabe unentbehrlich“, sagte Sozialsenatorin Karin Röpke heute (16. April 2002) während einer Pressekonferenz aus Anlass des Jubiläums.


Familien in den unterschiedlichen Lebensphasen zu unterstützen und ihnen bei den verschiedensten Problemen zu helfen sei ein Kernpunkt der Sozialpolitik. „Ebenso wichtig ist es, Eltern durch Beratungs- und Informationsangebote in die Lage zu versetzen, die Erziehung der Kinder – eine nicht immer leichte Aufgabe - zu bewältigen“, so die Senatorin.


Nachdem das Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung im vergangenen Jahr in Kraft getreten ist, sei Familienbildung noch stärker als bisher in den Mittelpunkt gerückt. Mit diesem Gesetz stelle sich die besondere Anforderung, Eltern zu befähigen, in der Erziehung auf die Drohung mit Gewalt und auf die Anwendung von Gewalt zu verzichten.


In Bremen gibt es nach Angaben der Senatorin ein umfassendes Angebot an Veranstaltungen für Eltern und Familien, zu dem die „Häuser der Familie“ wesentlich beitragen. Karin Röpke: „Ich möchte Mütter und Väter ermuntern, dieses Angebot anzunehmen, denn jeder braucht hin und wieder Rat, Unterstützung und Hilfe oder einfach nur den Erfahrungsaustausch.“


Die Familienbildung ist heute im Gesetz verankert, konkret im Kinder- und Jugendhilfegesetz, Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII). Im § 16 sind „ Leistungen zur allgemeinen Förderung der Erziehung in der Familie“ beschrieben. Zu diesen gehören „ insbesondere die Angebote der Familienbildung, die auf Bedürfnisse und Interessen sowie auf Erfahrungen von Familien mit unterschiedlichen Interessenlagen und Erziehungssituationen eingehen, die Familien zur Mitarbeit in Erziehungseinrichtungen und in Formen der Selbst- und Nachbarschaftshilfe besser befähigen sowie junge Menschen auf Ehe, Partnerschaft und das Zusammenleben mit Kindern vorbereiten.“


Die „Häuser der Familie“ gehen auf die Bestrebungen der amerikanischen Besatzungsmacht zurück, das deutsche Gesundheits- und Erziehungssystem demokratisch zu gestalten. Die ersten Angebote für Familien in Bremen gab es 1952, damals wurde auch der Verein „Freunde der Bremer Mütterschule“ gegründet, aus dem der „Freundeskreis Haus der Familie e.V.“ hervor ging. Der Freundeskreis“ – seit Mitte 2001 unter dem Vorsitz von Anke Leidreiter – ist ein ideeller Förderverein, der als Träger sozialpädagogischer Spielkreise, sozialer Gruppenarbeit und Projektarbeit einen Teil der Angebote der Häuser umsetzt.


Seit 1982 sind die „Häuser der Familie“ im Verantwortungsbereich des Senators für Soziales und Jugend. In den Stadtteilen sind sie als Anlaufstellen fest verankert. Dabei handelt es sich nicht immer tatsächlich um „Häuser“ im Sinne von eigenen Gebäuden, vielmehr werden verschiedene, den Familien vertraute Örtlichkeiten genutzt - von Bürgerzentren bis zu Spielhäusern – oder angemietete Räume in Wohnhäusern. Seit Oktober des vergangenen Jahres gehören die Einrichtungen organisatorisch zu den Sozialzentren des Amtes für soziale Dienste. Das Amt hat bis 2005 zwölf hauptamtliche Stellen abgesichert.


Zum Jubiläum der „Häuser der Familie“ gibt das Amt für Soziale Dienste eine Broschüre heraus, in der unter dem Titel „Von der Mütterschule zur stadtteilbezogenen Familienbildung“ die Geschichte der Häuser ebenso dargestellt wird wie die Schwerpunkte ihrer Arbeit heute. Die Mitarbeiter/innen der Häuser und der Freundeskreis feiern morgen (17. April 2002) den 50. Geburtstag gemeinsam im Bürgerhaus Weserterrassen.


Zur Feier sind die Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich eingeladen.


Beginn 10.30 Uhr (13 Uhr Ende der Veranstaltung). Senatorin Karin Röpke, die Vorsitzende des Freundeskreises, Anke Leidreiter, und der Leiter des Amtes für Soziale Dienste, Dr. Jürgen Hartwig, werden Grußworte halten. Anschließend referiert Bärbel Derksen vom Haus der Familie des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin über „Frühe Hilfen für junge Familien“.