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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Positive Ergebnisse des 5. Plenums im Bündnis für Arbeit und Ausbildung in Bremen und Bremerhaven

30.11.1999

Das Plenum des Bündnisses für Arbeit und Ausbildung ist heute zum fünften Mal seit seiner Gründung im April diesen Jahres zusammen gekommen und hat weitere konkrete Beschlüsse gefasst, die sich für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt positiv auswirken werden.

Die Zwischenbilanz: "Wir sind dabei, eine konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit aufzubauen, die zukünftig den Arbeitsmarkt in Bremen und Bremerhaven positiv beeinflussen wird und den Ausbildungsmarkt schon positiv beeinflusst hat. Bündnisarbeit ist Kernerarbeit, die Vertrauen unter den Akteuren entstehen läßt, ein manchmal mühsamer, aber unverzichtbarer Weg zur Verbesserung der regionalen Arbeitsmarktsituation", so Arbeitssenatorin Hilde Adolf.

Zu den Ergebnissen im einzelnen:


  1. Situation auf dem Ausbildungsmarkt

    Positiv bewerteten die Mitglieder des Bündnisses die individuelle Ansprache der noch nicht in Ausbildung vermittelten Jugendlichen.

    Berater der Handels- und Handwerkskammer und der Arbeitsämter haben noch einmal in zeitaufwendigen Einzelgesprächen mit den Jugendlichen und Betrieben sondiert, welcher Jugendliche für welchen noch nicht besetzten Ausbildungsplatz in Frage kommt. Dieses Verfahren soll auch im nächsten Jahr praktiziert werden.

    Senatorin Adolf: "Die Bündnispartner wollen sich sicher sein, bis zum Schluß alles versucht zu haben, um Jugendliche in Ausbildung zu bringen."

    Im Arbeitsamtsbezirk Bremen sind mit heutigen Datum von den 413 am 30.9.99 noch nicht in Ausbildungsplätze vermittelten Jugendlichen 100 Jugendliche noch auf der Suche nach einen Ausbildungsplatz im laufenden Ausbildungsjahr.

    189 Jugendliche haben sich auf Einladung zu den im Bündnis verabredeten Vermittlungsaktionstagen aus unterschiedlichen Gründen (Job, Praktikum, Studienplatz, Ausbildungsstelle) nicht gemeldet.

    32 Jugendliche konnten konkrete persönliche Optionen, darunter auch die Verwirklichung eines Ausbildungsplatzwunsches, realisieren.

    59 Jugendliche suchen jetzt nur noch für das kommende Ausbildungsjahr einen Platz.

    Von den am 30.9.99 noch 136 unbesetzten Ausbildungsplätzen, sind 97 übrig geblieben.

    Im Arbeitsamtsbezirk Bremerhaven sind von den 156 am 30.9.99 noch nicht in Ausbildungsplätze vermittelten Jugendlichen 113 noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle.

    Waren am 30.9.99 noch 21 Ausbildungsplätze unbesetzt, hat sich die Zahl auf gegenwärtig 3 reduziert.

    Hilde Adolf: "Die Zahlen unterstreichen den nach wie vor bestehenden Handlungsbedarf auf dem Ausbildungsstellenmarkt, für Bremerhaven noch deutlicher als für Bremen. Deshalb müssen wir weiter um jeden, insbesondere betrieblichen Ausbildungsplatz kämpfen."


  2. Zusätzliche Maßnahmen auf dem Ausbildungsmarkt

    So beschlossen die Bündnisakteure denn auch, noch in diesem Jahr die Initiative für Ausbildungspatenschaften zu beginnen. Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sollen gezielt als Paten für noch unvermittelte Ausbildungsplatzbewerber und als Akquisiteure zusätzlicher betrieblicher Ausbildungsplätze gewonnen werden. Adolf: "Ich werde mit gutem Beispiel voran gehen."

    Das im Oktober verabredete Landesprogramm "Lernortverbünde und Ausbildungspartnerschaften" wird jetzt umgesetzt.

    Der Ausbildungspool Bremerhaven, der unter dem Dach des Landesprogramms gefördert werden soll, zielt auf Unternehmen, die nicht ausbildungsberechtigt sind. Diese Unternehmen sollen für die Beteiligung an der Berufsausbildung gewonnen werden. Mittelfristig sollen sie in die Lage versetzt werden, eigenverantwortlich auszubilden.

    Durch den Ausbildungspool werden insbesondere Jugendliche gefördert, die bei der Suche nach einem regulären betrieblichen Ausbildungsplatz leer ausgegangen sind.

    Der Ausbildungspool hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum 1. Februar 2000 mit 45 Jugendlichen Ausbildungsverträge zu schließen. Zur Zeit befinden sich bereits 20 Jugendliche in einem mit dem Ausbildungspool geschlossenen Ausbildungsverhältnis für den Beruf der Einzelhandelskauffrau / des Einzelhandelskaufmanns.

    Das Thema Bausteinqualifizierung bleibt hoch aktuell.

    Zu Beginn des neuen Jahres wollen die Bündnispartner mit einem konkreten Modellvorhaben Jugendlichen ermöglichen, berufsqualifizierende Qualifikationen in Teilschritten zu erwerben. Benachteiligte Jugendliche sollen so die Chance erhalten, eine Berufsausbildung auch schrittweise anzustreben und damit ihre Arbeitsmarktchancen deutlich zu verbessern. Deshalb werden die Berufsbildungsausschüsse gebeten, über das Modellvorhaben zu beschließen.


  3. Unterstützung arbeitszeitpolitischer Maßnahmen

    Arbeitszeitpolitische Maßnahmen sollen nach dem Willen der Bündnispartner unterstützt werden.

    Gefördert werden sollen Workshops in Trägerschaft der Arbeitgeberverbände und der Gewerkschaften zu Einzelthemen der Einführung und Gestaltung neuer Arbeitszeitmodelle. Zielgruppe sind Betriebe, deren Management und Belegschaften bzw. deren Vertreter.

    Betrieben, die an neuen Arbeitszeitmodellen interessiert sind, wird zudem ermöglicht, mit anderen Betrieben, die bereits erfolgreich neue Formen der Arbeitszeitgestaltung eingeführt haben, in einen Erfahrungsaustausch zu treten.

    Das Projekt Jobrotation soll nach dem Willen der Bündnispartner auf Bremen-Stadt ausgeweitet werden. Die bisherige Bilanz des Projektes in Bremen-Nord ist positiv: Von 30 Stellvertretern wurden 22 in feste Beschäftigungsverhältnisse übernommen. Auch die begonnene Projektarbeit in Bremerhaven verläuft positiv.

    Mit Beginn des neuen Jahres - zu diesem Zeitpunkt treten die im Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit auf Bundesebene vereinbarten gesetzlichen Verbesserungen der Altersteilzeit in Kraft - soll eine Kampagne für eine stärkere Inanspruchnahme von Altersteilzeit initiiert werden.

    "Bei der Flankierung arbeitszeitpolitischer Maßnahmen können wir vorhandene Handlungsspielräume der Bündnisakteure noch besser nutzen. Wir wollen aus dem Bündnis heraus keine Tarifpolitik machen, aber wir können Anregungen für arbeitszeitpolitisch mutigere Schritte geben," so Hilde Adolf.


  4. Bekämpfung illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit

    Zur Umsetzung des Senatskonzeptes zur nachhaltigen Bekämpfung illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit vom Juli 1998 wird ein beim Stadtamt angesiedeltes Ermittlungsteam im Frühjahr des kommenden Jahres seine Arbeit aufnehmen.

    Der beschlossene Informationsverbund zur Bekämpfung illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit wird voraussichtlich ab 1.1.2000 aufgebaut.

    Der Senat wird gebeten, das Bündnis über die Ergebnisse der vom Senat in Auftrag gegebenen Prüfungen zur Vermeidung von illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit durch gezielte Maßnahmen im Rahmen öffentlicher Auftragsvergabe, zu informieren.


  5. Zusätzliche Informationen über den regionalen Arbeitsmarkt

    Die Initiative des Senators für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales sowie des Senators für Wirtschaft und Häfen, eine Ausweitung der Betriebspanelbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung auf das Land Bremen vorzunehmen, wird von den Mitgliedern des Bündnisses für Arbeit und Ausbildung in Bremen und Bremerhaven unterstützt.

    Auf Basis aller Betriebe mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten werden mittels einer repräsentativen Stichprobenziehung ca. 9.000 Unternehmen in den alten und neuen Bundesländern befragt. Daraufhin lassen sich Aussagen über Beschäftigungsentwicklung und -struktur nach Betriebsgrößenklassen und Branchen machen, die über die ansonsten verfügbare Geschäftsstatistik weit hinausgehen.

    Im Hinblick auf die Mitte des Jahres 2000 vorgesehene IAB-Betriebspanel-Befragung werden der Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales sowie der Senator für Wirtschaft und Häfen das IAB zusammen mit Infratest Sozialforschung bitten, eine spezifische Befragung für das Land Bremen vorzunehmen. Hierzu werden über die bisher befragten bremischen Betriebe hinaus ca. weitere 400 bis 450 Betriebe einbezogen, um eine entprechend breite Basis für eine regionalspezifische Auswertung zu erhalten.