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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Fachleute diskutierten in Bremerhaven über die Perspektiven der "Sozialverträglichen Arbeitnehmerüberlassung"

06.07.2000

"Vor einigen Jahren wäre es für eine Arbeits- und Sozialsenatorin nicht selbstverständlich gewesen, eine Veranstaltung zur Zeitarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung zu initiieren", so Dr. Arnold Knigge, Staatsrat bei der Bremer Arbeitssenatorin Hilde Adolf, in seiner Eröffnungsrede. "Sozialverträgliche Arbeitnehmerüberlassung wird bei anziehender Konjunktur und wachsender Flexibilität noch an Bedeutung gewinnen. Über diesen Weg können vorher arbeitslose Arbeitskräfte erst einmal vorübergehend, perspektivisch aber längerfristig auf Arbeitsplätze in die Unternehmen gebracht werden", so Arnold Knigge weiter.


Unterschiedliche Konzepte einer sozialverträglichen Arbeitnehmerüberlassung und ihr Beitrag zur Lösung regionaler Arbeitsmarktprobleme stehen im Mittelpunkt der Fachtagung.


Andrea Schneble von Zeitwerk – lokaler Service für Zeitarbeit aus Hamburg und Hans-Jürgen Henniges von chance Zeitarbeit in Heide führten in die Veranstaltung mit zwei Varianten für unterschiedliche regionale Arbeitsmärkte ein.


Für die Arbeitsmarktregion Bremerhaven stellten Siegfried Breuer, Arbeitsförderungszentrum Bremerhaven und Sylvia Tambor, ZAB Impuls GmbH Bremerhaven, die Entwicklung der Sozialverträglichen Zeitarbeit vor. "Zeitweise ist ZAB, gemessen an der Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter, das größte regionale Zeitarbeitsunternehmen. Inzwischen wurde der 550. Arbeitsvertrag geschlossen", erläuterte Breuer. Tambor : "Seit Anfang 2000 sind wir im Besitz der unbefristeten Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung, damit wird unsere qualitätsorientierte Arbeit durch die Bundesanstalt für Arbeit anerkannt."


Auch die ZIP Zeitarbeit + Personalentwicklung GmbH in Bremen hat in der Anfangsphase eine Starthilfeförderung durch den Arbeitssenator erhalten. Seit letztem Jahr behaupten sich ZIP und ZAB erfolgreich am Markt. Volker Homburg von ZIP: "Für ZIP ist Zeitarbeit immer auch Personalentwicklung. Jede Aufgabe im Entleihunternehmen verlangt nach einem konkreten Mitarbeiter, dessen Leistungsfähigkeit und persönliche Situation genau passt. Diese Passgenauigkeit mit Bewerbern, Mitarbeitern und Entleihunternehmen herauszuarbeiten, ist kennzeichnend für ZIP. Wir lösen Arbeitsaufgaben mit Menschen, deshalb ist die soziale Dimension Kennzeichen unseres Erfolges am Markt."


"Wie verträgt sich das Soziale mit dem Markt?' war auch das Thema einer von vier Arbeits-gruppen der Tagung. Weitere AG`s befassten sich mit der internen Organisationsentwicklung von Arbeitnehmerüberlassungsgesellschaften, der Praxis von Tarifverträgen, beruflicher Qualifizierung und zukunftsträchtigen Aufgabenfeldern für Sozialverträgliche Zeitarbeit.


Staatsrat Knigge zu den Zukunftsperspektiven der Sozialverträglichen Zeitarbeit: "Ich hoffe, dass sich die Prinzipien der Sozialverträglichen Zeitarbeit weiter am Markt verbreiten, auch ohne dass wir dies öffentlich finanzieren. Angebote für schwerer vermittelbare Personengruppen, tarifvertraglich vereinbarte Arbeits- und Entlohnungsbedingungen sowie die jederzeitige und ungehinderte Übergangsmöglichkeit in ein Arbeitsverhältnis beim Entleihbetrieb zähle ich zu diesen Prinzipien. Arbeitskräfte in einem Pool zusammenzuführen, um der unterschiedlichen Arbeitskraftnachfrage der Unternehmen zeitnah zu entsprechen und damit für Arbeitslose eine Brücke in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu bauen, ist hoch aktuell."


Sehr zufrieden äußerten sich auch die Initiatoren der Veranstaltung vom Regionalen Beschäftigungsbündnis Bremen und Bremerhaven (RBB). Rund 70 Teilnehmer/innen aus 10 Bundesländern nahmen an der Fachtagung teil. Das Ziel der Veranstaltung, den Erfahrungsaustausch über arbeitsmarktpolitische Innovationen zur Verbesserung der regionalen Arbeitsmarktsituation voranzutreiben, sei erreicht worden.


Das Regionale Beschäftigungsbündnis ist eines von 89 in der EU geförderten sogenannten territorialen Beschäftigungspakten, die helfen sollen, Arbeitsmarktpolitik in der Region partnerschaftlich zu organisieren. Die Erfahrungen mit dem Modellprogramm "Territorial Employment Pacts" sind für die Europäische Kommission so positiv, dass sie deren Ziele und Aufgaben bis zum Jahr 2006 zu einem Schwerpunkt ihrer Förderpolitik erklärt hat, der auch in der Bremer Arbeitsmarktpolitik weiterhin deutlich erkennbar sein wird.

Im November dieses Jahres wird das Bündnissekretariat des Regionalen Beschäftigungsbündnisses zu einem Erfahrungsaustausch über die arbeitsmarktpolitischen Potenziale hauswirtschaftlicher Dienstleistungsagenturen einladen.


Die Dokumentation zur Tagung "Sozialverträgliche Zeitarbeit" kann ab Oktober gegen eine Gebühr von 10,- DM unter Tel. 0421/361-10341 bezogen werden.