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Die Senatorin für Finanzen

Zwischen „Instrumenten-Tuning“ und Radikalreform

25.09.2006

Finanzsenator Dr. Nußbaum eröffnete heute Morgen den 12. Europäischen Verwaltungskongress

Als sich im Jahr 1995 europäische Verwaltungsmodernisierer zum ersten Europäischen Verwaltungsreform Kongress trafen, waren „Controlling“ und „Kundenorientierung“ in den öffentlichen Verwaltungen noch Fremdworte. Wirtschaftlichkeitsorienierte Steuerungsprinzipien waren noch weitgehend unbekannt.
Inzwischen sind stetiger Wandel und kontinuierliche Modernisierung zum Grundprinzip in vielen europäischen Verwaltungen geworden. Die Themen des inzwischen 12. Europäischen Verwaltungskongresses sind inzwischen entsprechend komplexer geworden. Die öffentlichen Verwaltungen haben viel von privatwirtschaftlichen Organisationen gelernt und manche Modernisierungsstrategien noch konsequenter vollzogen.

Finanzsenator Dr. Ulrich Nußbaum sagte heute (25.09.) bei der Kongress-Eröffnung im Haus der Wissenschaften: „Heute haben viele Kommunen eine geringere interne Regelungsdichte als so manches Großunternehmen“. Gleichzeitig zog der Senator aber auch eine kritische Zwischenbilanz der Verwaltungsreform: „Die Strategien der Binnenoptimierung sind an einigen Stellen aber auch an Grenzen gestoßen. Die Kultur der Verwaltungssteuerung hat sich nicht immer in dem gleichen Tempo geändert, wie neue Instrumente geschaffen wurden. Wir brauchen deshalb heute eine neue Reformoffensive.“
Gemeinsam mit Prof. Dr. Christoph Reichard von der Universität Potsdam und dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung der T-Systems Enterprise Service GmbH Bernhard Bresonik diskutierte Senator Dr. Ulrich Nußbaum bei der Kongresseröffnung darüber, wie Verwaltungen „motiviert und wirtschaftlich zu mehr Qualität“ kommen können.

Der 12. Europäische Verwaltungskongress wird wie in den Vorjahren von der Hochschule Bremen mit Unterstützung des Senators für Finanzen, der Fachzeitschrift „Innovative Verwaltung“ und der ID Bremen GmbH durchgeführt.
Bis morgen Mittag (26.09.) diskutieren die rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehreren europäischen Ländern in drei Foren zu den Themenbereichen Finanzen, Personal und Qualität.

Hans-Henning Lühr, Staatsrat im Bremer Finanzressort und langjähriger Berater des Verwaltungskongresses, sieht in der Veranstaltung einen doppelten Nutzen für Bremen: „Bremen steht für Verwaltungsinnovation. Der Verwaltungskongress hat in den letzten Jahren wertvolle Impulse geliefert, die wir als Stadtstaat oft schneller und konsequenter umsetzen konnten. Das hat nicht nur unsere Verwaltung kundenorientierter, effizienter und moderner gemacht, sonder auch gezeigt, dass Bremen als ‚Reformlabor’ eine wichtige Rolle in der Republik spielt.“