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Die Senatorin für Finanzen

Umstellung des Rechnungswesens: Eines der größten Informationsprojekte der bremischen Verwaltung erfolgreich gestartet

16.01.2003

Senator Perschau: „Außergewöhnliches Engagement der Mitarbeiter“

Fast drei Jahre hat eine Gruppe hochmotivierter Fachleute darauf hingearbeitet – jetzt ist es soweit: Nach einem anstrengenden Schlußspurt zwischen den Jahren (mit Einsätzen an Wochenenden und Feiertagen) läuft planmäßig seit dem 6. Januar 2003 eines der größten Informationsprojekte der bremischen Verwaltung: Die Umstellung des Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesens auf die Software SAP R/3. Das rund 13 Millionen Euro teure Projekt stellt die Grundlage dar für die stufenweise Umstellung des bisherigen kameralen Rechnungswesens auf die kaufmännische Buchführung. „Nach den Erfahrungen der ersten zehn Tage Echtbetrieb läuft die anspruchsvolle und schwierige Umstellung gut. Wir haben wesentlich weniger Startschwierigkeiten als sie von vielen befürchtet wurden. Das liegt wesentlich an dem außergewöhnlich großen Engagement der beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das alle Vorurteile über den öffentlichen Dienst widerlegt hat. Dafür danke ich herzlich“, erklärte Finanzsenator Hartmut Perschau.


„Mit der Umstellung des Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesens auf Landes- und Kommunalebene liegt die Freie Hansestadt Bremen zweifellos in der Spitzengruppe der deutschen Bundesländer. Ziel des Umstellungsprozesses ist es, mehr Transparenz zu Kosten, Einnahmen und Ausgaben zu erzielen um damit vor allem die Effizienz der Verwaltung zu erhöhen. Mit dieser grundlegenden Umstellung werden sowohl das Parlament als auch interessierte Steuerzahler Kosten und Kosten-Nutzen-Verhältnisse besser als bisher nachvollziehen können“, so der Finanzsenator.


Mit einem Customer Competence Center (CCC) betreut der Senator für Finanzen seit Jahresbeginn die etwa 1000 Anwender des Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesens mit SAP R/3. Das CCC berät die Anwender des SAP R/3-Systems mit einer Hotline und einem Know-how-Pool. In der Startphase der Verwaltungssteuerung mit SAP R / 3 werden die Nutzer intensiv begleitet. Gleichzeitig kann das System weiter an die Anforderungen der Praxis angepasst werden.


„Im Rahmen des Projektes wurden die Vorschriften des Haushaltsrechts auf ihre Zukunftsfähigkeit hin überprüft und angepasst. Bremen hat damit als erstes Bundesland sein Rechnungswesen mit einem zeitgemäßen technischen System realisiert und gleichzeitig Vorschriften nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten durchleuchtet", betonte Senator Perschau.


Durch das neue SAP R/3-System konnten nicht nur die zahlreichen alten und Einzelverfahren im Bereich des Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesens abgelöst werden. Erreicht werden konnte auch eine weitere Annäherung des öffentlichen Rechnungswesens an das betriebswirtschaftliche Rechnungswesen der privaten Wirtschaft. So hat das Projekt CHIPSMOBIL die Grundlage für die flächendeckende Einführung der Kosten- und Leistungsrechnung in der öffentlichen Verwaltung gelegt, die bereits in einigen Pilotdienststellen Anwendung findet. Darüber hinaus wurde mit der Schaffung eines Bremischen Kontenrahmens und seiner Verankerung im SAP-System die wesentliche Grundlage für eine mögliche zukünftige Einführung der doppelten Buchführung gelegt. Zusätzlich wurde eine Anlagenbuchhaltung eingeführt, durch die zukünftig auch die Erfassung des Anlagevermögens möglich wird.


Bremen ist damit das erste Bundesland, das für alle Prozesse des Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesens von der Haushaltsaufstellung über die Mittelbewirtschaftung bis zu den Kassenverfahren die betriebswirtschaftliche Standardsoftware SAP R/3 flächendeckend erfolgreich einsetzt. Erste Erfahrungen aus dem Produktivbetrieb sind positiv.