Sie sind hier:

Die Senatorin für Finanzen

Finanzsenator Perschau legt "Jahresbericht Personalstruktur und Personalausgaben 1998" vor

28.07.1999

  • Bremen nimmt bundesweit Spitzenplatz bei der Senkung von Personalausgaben im öffentlichen Dienst ein


  • "Konkreter Beitrag zur Senkung der Staatsquote und zur Modernisierung des Gemeinwesens"


Die Personalausgaben der öffentlichen Hand sind im Land Bremen von 1993 bis 1998 um 9,2 Prozent zurückgegangen. Damit nimmt Bremen im Vergleich der Bundesländer einen deutlichen Spitzenplatz ein - lediglich Hamburg hat noch ein Minus von 1,4 Prozent zu verzeichnen. Gleichzeitig wurde die Zahl der Vollzeitkräfte in den vergangenen fünf Jahren um 11,3 Prozent von 21.210 auf 18.812 reduziert obwohl der Personalbestand der Polizei und der Kindertagesheime von Einsparungen nahezu ausgenommen war. Auch konnten die hohen Zunahmen bei den Personalausgaben deutlich gesenkt werden: Stiegen sie bis 1995 noch jährlich um durchschnittlich 3,4 Prozent, so konnte diese Wachstumsrate in den vergangenen drei Jahren auf 0,4 Prozent gesenkt werden.


"Die Personalhaushalte stehen im Mittelpunkt unserer Konsolidierungsbemühungen. Deshalb sind diese Fakten ein wichtiger Beleg für unsere erheblichen Sanierungsanstrengungen. Sie zeigen, daß wir den Teil unserer hausgemachten Probleme mit Erfolg angehen. Dies ist auch ein konkreter Beitrag zur Senkung der Staatsquote und damit zur Modernisierung unseres Gemeinwesens. Entscheidend für die weitere positive Entwicklung wird sein, ob es gelingt, die Tarif- und Besoldungserhöhungen im öffentlichen Dienst deutlich zu begrenzen", erklärte heute Finanzsenator Hartmut Perschau bei der Vorlage des Berichts "Personalstruktur und Personalkosten 1998". Er gibt einen umfassenden Überblick über die Entwicklung und die Struktur des Personals des Kernbereichs der öffentlichen Verwaltung.


Insgesamt wurden 1998 im Land und in der Stadtgemeinde Bremen rund 2,2 Milliarden Mark für Personal der öffentlichen Verwaltung ausgegeben. Die Steigerung der Personalausgaben um durchschnittlich 0,4 Prozent in den vergangenen drei Jahren geht hauptsächlich auf die erhöhten Ausgaben bei den Pensionen um 3,9 Prozent und der Beihilfe um 1,7 Prozent zurück. Sie konnten weitgehend durch reduzierte Dienstbezüge und reduzierte sonstige Personalausgaben aufgefangen werden. Die Abnahme des Personalbestandes im Kernbereich der öffentlichen Verwaltung um 2.398 Vollzeitkräfte in den zurückliegenden fünf Jahren bewirkten Einsparungen von rund 200 Millionen Mark.


"Der Abbau des Personals im öffentlichen Dienst ist eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Sanierung unseres Zwei-Städte-Staates. Die öffentliche Verwaltung reagiert auf die sinkenden Beschäftigungszahlen mit neuen und effektiveren Organisationsstrukturen und dem Einsatz moderner Kommunikationstechniken. Verwaltungsmodernisierung und damit aus der Not eine Tugend machen heißt die Antwort auf die unabweisbaren Sparzwänge, von denen auch die kommenden Jahre gekennzeichnet sein werden", so Bürgermeister und Finanzsenator Hartmut Perschau.


Personalstruktur - Tendenz zur Höherqualifizierung


"Die Personalstruktur ist unter anderem gekennzeichnet durch die Tendenz zur Höherqualifizierung der Beschäftigten. Gleichzeitig leistet auch der öffentliche Dienst Bremens einen positiven Arbeitsplatzeffekt für das niedersächsische Umland", so Finanzsenator Perschau.


Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat sich sowohl bei Beamten als auch bei Angestellten und Arbeitern verringert. Der besonders stark gesunkene Anteil der Arbeiterquote ist größtenteils auf den mit der Fremdvergabe einhergehenden deutlichen Abbau der Zahl der Beschäftigten bei der Innenreinigung zurückzuführen. Auch der Anteil des mittleren Dienstes ist rückläufig, einen deutlichen Anstieg verzeichnet der gehobene Dienst, ebenfalls, wenn auch geringer, ist der Anstieg im höheren Dienst. Die weitaus stärkste Personalgruppe ist das Lehrpersonal mit einem Anteil von 25,4 Prozent. Das Verwaltungspersonal (einschließlich der Schreibkräfte) umfaßt einen Anteil von rund 23,5 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des bremischen öffentlichen Dienstes. 10,9 Prozent der Beschäftigten sind Polizeibeamte.

1,9 Prozent der Beschäftigen - 560 Personen - sind Ausländer. Sie kommen aus 60 Nationen. Der größte Anteil mit 32 Prozent stammt aus der Türkei.


Die Frauenquote ist vom Personalabbau unberührt geblieben, sie liegt weiterhin bei rund 51 Prozent und damit nur knapp unter dem Durchschnitt von Ländern und Gemeinden (51,5 Prozent).


Die Abwesenheitsquote ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken und hat 1998 6,3 Prozent erreicht. Davon waren rund 85 Prozent weiblich. Dazu zählen Beurlaubungen, Erziehungsurlaub, Wehr- und Ersatzdienst, Entwicklungshilfe und langfristige Erkrankungen ohne Lohnfortzahlung.


Das Durchschnittsalter der Beschäftigten im öffentlichen Dienst ist gestiegen. 1993 betrug es 44,5 Jahre, 1998 ist es auf 46,2 Jahre angestiegen. Dabei ist die Altersverteilung in den senatorischen Bereichen unterschiedlich- so lag der Anteil der unter 35jährigen im Bereich Bildung mit zwei Prozent besonders niedrig. Im Bereich Inneres lag er bei rund 21 Prozent.


Mit Stand vom April 1999 wurden im öffentlichen Dienst 1.382 Auszubildende beschäftigt.


Der Anteil der teilzeitbeschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegt in Bremen mit 28,9 Prozent relativ hoch.


Die Zahl der Todesfälle hat 1998 mit 20 Fällen den bislang niedrigsten Stand erreicht.


31,4 Prozent der Beschäftigten des bremischen öffentlichen Dienstes wohnen im niedersächsischen Umland.


Die Zahl der Versorgungsempfänger und Hinterbliebenen in der Beamtenversorgung wird, so der Bericht, in den kommenden Jahren stark zunehmen. Vorausberechnungen lassen eine Steigerung von derzeit rund 8.600 Zahlfällen auf etwa 13.000 bis 14.000 im Zeitraum zwischen 2015 und 2020 erwarten, um dann wieder bis etwa 2040 auf rund 10.000 Zahlfälle abzunehmen. Entsprechend werden die Gesamtkosten der Beamtenversorgung (ohne Berücksichtigung von Besoldungs- und Versorgungserhöhungen) von gegenwärtig jährlich rund 430 Millionen Mark auf rund 700 Millionen Mark ansteigen, um sich später wieder bei rund 500 Millionen Mark einzupendeln. "Das sind die Folgen der starken Ausweitung des öffentlichen Dienstes in den 60er und 70er Jahren", so der Finanzsenator abschließend.