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Der Senator für Inneres

Sportentwicklungsplanung bezieht Bürger und Bürgerinnen mit ein

19.11.2014

Rund 13.000 Bürgerinnen und Bürger ab 10 Jahren werden, nach einem Zufallsprinzip ausgewählt, in den kommenden Tagen einen Fragebogen erhalten. Teils schriftlich, teils über einen Online-Fragebogen sollen sie Auskunft geben über das eigene Sportverhalten sowie über die Einschätzung und Bewertung des Sportlebens in Bremen, z.B. eine Beurteilung der lokalen Sportvereine oder der Sport- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder. "Mir ist es wichtig, dass wir nicht allein eine quantitative Bewertung der bremischen Sportstätten vornehmen, sondern hier neben den Sportvereinen auch die Bürgerinnen und Bürger an der weiteren Entwicklung der bremischen Sportpolitik beteiligen", so Sportsenator Mäurer. Die Untersuchung zum Sportleben in Bremen wird vom Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) in Stuttgart geleitet.

Die lokale Sportpolitik steht heute angesichts des tiefgreifenden Wandels des Sports vor neuen Herausforderungen. Neben der klassischen Frage, welche und wie viele Sportstätten für den Sport der Bevölkerung benötigt werden, rücken verstärkt weitere Themen in den Mittelpunkt der Sportpolitik. Darunter fallen Punkte wie etwa der Ausbau der Zusammenarbeit der Sportvereine untereinander und mit anderen Institutionen, die (früh-)kindliche Bewegungsförderung oder die Zukunft der kommunalen Sportförderung.

Um für den Bremer Sport hier ein zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten, hat daher Bremens Innen- und Sportsenator Ulrich Mäurer gemeinsam mit der städtischen Deputation für Inneres und Sport im Sommer die Fortschreibung der Sportentwicklungsplanung in Auftrag gegeben. Nachdem in einer ersten Phase bereits eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Sport- und Bewegungsräume erfolgte, werden in den nächsten Schritten nun die Mitgliederentwicklung der Bremer Sportvereine sowie weitere planungsrelevante Daten erhoben.
Dabei wird auch die Bevölkerung Bremens über eine Befragung in die Analyse eingebunden.

Wolfgang Schabert, einer der Projektverantwortlichen beim ikps, sagt hierzu: "An der Befragung sollen sich so viele wie nur möglich beteiligen, um ein realistisches Bild über das Sport- und Bewegungsleben zu erhalten. Auch nicht sportlich Aktive können durch die Beantwortung einiger Fragen hierzu beitragen."

Parallel dazu werden auch die Bremer Sportvereine über ihre Bedarfe befragt. "Die Sportvereine sind mitunter die wichtigsten Sportanbieter in einer Stadt. Sie nehmen wichtige gesellschaftliche Aufgaben wahr, daher möchten wir einen besonderen Fokus auf die Sportvereinsentwicklung legen", so Dr. Stefan Eckl vom ikps. Ergänzt wird die Bedarfsanalyse durch eine Befragung aller Bremer Schulen und Kindertageseinrichtungen. So wollen die Stuttgarter Forscher unter anderem wissen, welchen Bedarf die Bildungseinrichtungen bezüglich Kooperationen mit Sportvereinen haben oder wie die Versorgung mit Sportanlagen eingeschätzt wird.

Auf Basis dieser Daten werden dann mögliche sportpolitische Zielsetzungen und konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet. "Uns ist der direkte Einbezug aller relevanter Institutionen in den eigentlichen Planungsprozess sehr wichtig", so Eckl. Erste Zwischenergebnisse zur Sportstätteninfrastruktur sollen bereits im Frühjahr des kommenden Jahres vorliegen - ein Abschlussbericht auch über die kooperative Planungsphase wird im zweiten Halbjahr 2015 abgeschlossen sein.