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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

LNG-Pilotprojekt an der Weser nimmt Fahrt auf

Bauauftrag für neue Baggergutschute von bremenports soll Anfang 2015 erteilt werden

09.10.2014

Dem schadstoffarmen Treibstoff Flüssigerdgas (LNG) gehört die Zukunft – doch bisher sind nur wenige Schiffe unterwegs, die diese umweltfreundliche Alternative nutzen. Die Hafengesellschaft bremenports treibt jetzt die Planung und den Bau einer Baggergut-Schute mit LNG-Antrieb voran. Das Spezialschiff soll Ende 2015 in Betrieb genommen werden. Nachdem die Bremer Deputation für Wirtschaft, Arbeit und Häfen Mitte September grünes Licht für das von der Europäischen Union geförderte Projekt gegeben hatte, leitete bremenports die sogenannte Präqualifikationsphase ein: Interessierte Werften müssen bis Ende Oktober ihre Eignung nachweisen. Anfang 2015 soll die Ausschreibung mit der Vergabe des Auftrags beendet werden.

So könnte sie aussehen: die neue Baggergut-Schute mit LNG-Antrieb
So könnte sie aussehen: die neue Baggergut-Schute mit LNG-Antrieb

"Mit dem Bau der Klappschute leisten wir einen ersten Beitrag zum Aufbau einer LNG-Infrastruktur in den Häfen Bremen und Bremerhaven", sagt Häfensenator Martin Günthner. "Gleichzeitig setzen wir die Modernisierung der Arbeitsflotte fort, mit der bremenports die Häfen in Bremen und Bremerhaven unterhält."

Der Neubau ist das erste Arbeitsschiff eines deutschen Hafens, das mit LNG angetrieben wird – und weltweit die erste Klappschute mit dieser Technologie. Die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt im französischen Straßburg hatte im Februar 2014 eine Sonderzulassung erteilt, weil es für den Bau LNG-betriebener Binnenschiffe noch keine einheitlichen Bauvorschriften gibt.

Die Planungen von bremenports sehen den Bau einer 68,50 Meter langen und 10,20 Meter breiten Schute vor. Das Schiff, das regelmäßig Hafenschlick aus den Bremerhavener Hafenbecken zur Baggergutdeponie Bremen-Seehausen transportieren wird, ist auf 840 Kubikmeter Laderaumkapazität ausgelegt. Beladen wird die Ökoschute 2,90 Meter tief eintauchen. Maximale Geschwindigkeit: 9 Knoten.

Die beiden Gasmotoren werden eine Leistung von jeweils rund 300 kW erreichen, der Hilfsdiesel etwa 150 kW. Die beiden LNG-Tanks werden im Vorschiff des Neubaus installiert. "Sie sind so gut isoliert, dass keine zusätzliche Kühlung notwendig ist", sagt bremenports-Geschäftsführer Robert Howe.

Jeder der beiden Tanks wird 6 Kubikmeter LNG mit einer Temperatur von minus 162 Grad fassen. "Je nach Einsatzdauer und -umfang muss alle sieben bis 14 Tage gebunkert werden", sagt Howe. Der Neubau ist mit Gesamtkosten von 4,55 Millionen Euro veranschlagt. Die Europäische Union unterstützt das LNG-Pilotprojekt mit 1,65 Millionen Euro. Auf die Freie Hansestadt Bremen entfällt der restliche Finanzierungsanteil von 2,9 Millionen Euro. Howe ist dankbar für das Engagement der EU: "Sie fördert die Einführung von Flüssigerdgas in der Logistik und den Aufbau eines LNG-Tankstellennetzes, das bis 2020 die wichtigsten Seehäfen abdecken soll."

In den bremischen Häfen soll der Bunkerbetrieb deutlich früher beginnen. Bis Ende 2015 will das Unternehmen Bomin Linde LNG im Überseehafen Bremerhaven eine LNG-Tankstelle einrichten. In Bremen-Stadt arbeitet die Firma HGM Energy ebenfalls an solchen Plänen. Beide Unternehmen haben für ihre Investitionen bereits eine Förderzusage der EU erhalten.

Grafik: bremenports