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Die Senatorin für Kinder und Bildung

Von Himmlers SS bis in die Spitze der deutschen Wirtschaft Karla Müller-Tupath über den Bremer Getreidehändler Kurt A. Becher

29.09.1999

Zur 207. Bremer Buchpremiere laden die StadtBibliothek und die Landeszentrale für politische Bildung am Dienstag, 5. Oktober, 20 Uhr, in die StadtBibliothek Neustadt (Friedrich-Ebert-Straße 101/105) ein. Vorgestellt wird das Buch "Reichsführers gehorsamster Becher. Eine deutsche Karriere" der Bremer Rundfunkjournalistin Karla Müller-Tupath. Zur Einführung spricht Gerald Sammet. Die Autorin stellt einzelne Passagen des Buches vor und beschreibt die Entstehungsgeschichte. - Kurt A. Becher trat 1934 in die SS ein, wurde Mitglied des Brigadestabes der SS-Kavallerie. In Weißrussland beteiligte er sich 1941 an der "Säuberung" und "Partisanenbekämpfung", die Zehntausende von Juden das Leben kosteten. Als Himmlers Sonderbeauftragter in Ungarn verkaufte er Juden für Geld und plünderte die ungarische Wirtschaft aus. Kurz vor Kriegsende wurde der SS-Standartenführer "Reichskommissar für sämtliche deutsche Konzentrationslager". Den Nürnberger Prozessen vermochte sich der hoch dotierte Nationalsozialist geschickt zu entziehen und stieg zu einem der bedeutendsten Getreidehändler und Wirtschaftsmagnaten im Nachkriegsdeutschland auf. - Neue Unterlagen und neue historische Forschungen sowie das einzige Interview, das Becher je gegeben hat, sind in die Neuausgabe des Buches aus dem Jahr 1982 eingearbeitet worden. Bei seinem damaligen Erscheinen löste das Buch einen Skandal aus. Denn Becher sollte gerade zu diesem Zeitpunkt die Nachfolge des Kaffee-Kaufmanns Walter Jacobs im Aufsichtsrat der Hapag-Lloyd antreten. Der Betriebsrat intervenierte nach der Lektüre des Buches.