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Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr

Neumeyer: Alle-Mann-Manöver für Soziale Stadt

19.12.2006

Wohnungswirtschaft und Bausenator schließen Vertrag zur Entwicklung von Lüssum-Bockhorn

Vertreter der Wohnungswirtschaft und der Senator für Bau, Umwelt und Verkehr, Ronald-Mike Neumeyer, haben heute (19.12.2006) einen Vertrag zur Entwicklung des Bremer Ortsteils Lüssum-Bockhorn abgeschlossen. Ziel ist es, durch ein gemeinsam abgestimmtes Handlungskonzept den Ortsteil zu stabilisieren. „Dies ist ein Alle-Mann-Manöver für die Soziale Stadt“, so Ronald-Mike Neumeyer bei der Vertragsunterzeichnung. Alle Beteiligten seien sich darüber bewusst, dass es einer gemeinsamen Kraftanstrengung bedürfe, um für den Ortsteil eine bessere Zukunft zu entwickeln.
Derzeit ist die Entwicklung in Lüssum-Bockhorn von zahlreichen leer stehenden Wohnungen geprägt. Die Mietwohnungen sind wenig attraktiv, die soziale Situation problematisch.

Mit dem gemeinsam erarbeiteten Handlungskonzept, soll dieser Entwicklung entgegengewirkt werden. Neben dem weiteren Abbau von Wohnungen, insbesondere durch den Abriss verbliebener Hochhäuser, geht es unter anderem um

  • die Aufwertung des gesamten Wohnquartiers über städtebauliche und infrastrukturelle Maßnahmen,
  • ein gezieltes Ortsteilmarketing,
  • eine Verbesserung des Sicherheitsempfindens der Anwohner,
  • die Anpassung des Wohnungsangebots an die zukünftige Nachfrage,
  • die Erhöhung der allgemeinen Wohnzufriedenheit,
  • die Gewinnung stabilisierender Mietergruppen,
  • die Initiierung sozialer Projekte, um das soziale Miteinander im Quartier zu verbessern.

Das Handlungskonzept inklusive eines Zeit- und Maßnahmenplans bildet die Grundlage für den Kooperationsvertrag, der einen verbindlichen Rahmen für das zukünftige abgestimmte und zielgerichtete Engagement aller Kooperationspartner im Sinne der positiven Entwicklung des Ortsteils Lüssum-Bockhorn darstellt.

Die Kooperationspartner gehen davon aus, dass das Land Bremen die im Rahmen des Handlungskonzeptes aufgeführten Fördermittel aus aktuellen Förderprogrammen bereitstellen wird. Neben Bundesmitteln zum Stadtumbau soll eine bevorzugte Förderung aus den jährlichen Wohnraumförderungsprogrammen erfolgen.

Die Stadtgemeinde sichert zu, dass sie sich im Rahmen der Haushaltsaufstellung um die Fortführung der Programme „Wohnen in Nachbarschaften WiN / Soziale Stadt“ bemüht, und dass daraus für Lüssum-Bockhorn bis 2010 möglichst im vorgesehenen Umfang Fördermittel aus den Programmen „WiN“ und „Soziale Stadt“ bereitgestellt werden. Senator Neumeyer: „Wir haben die Aufgabe, alle zur Verfügung stehenden Programme zu bündeln, um so eine möglichst große Wirkung für die Stadtteile und die dort lebenden Menschen zu erreichen.“

Die Wohnungsunternehmen sind sich dessen bewusst, dass trotz der zu erwartenden Unterstützung nach Abs. 1 bis 4 erhebliche, über das normale Maß einer Bestandsbewirtschaftung hinausgehende finanzielle Eigenleistungen erforderlich sind. Die Wohnungsunternehmen verpflichten sich, im Rahmen ihrer Wirtschaftspläne entsprechende Mittel möglichst im vorgesehenen Umfang zur Umsetzung der im Handlungskonzept vorgesehenen Maßnahmen bereitzustellen.

Eine Steuerungsrunde aus Vertretern der Wohnungswirtschaft und der Verwaltung wird regelmäßig tagen und für eine zielgerichtete Umsetzung des Vertrages sorgen.

Grünzug Lüssum: Planungen werden vorgestellt
Anlässlich der Vertragsunterzeichnung hat der Senator für Bau, Umwelt und Verkehr, Ronald-Mike Neumeyer, eine Ausstellung zur künftigen Gestaltung des neuen Grünzugs Lüssum eröffnet. Durch den Abriss der problematischen Punkthäuser im Bereich „Herrschaftliche Tannen“ und „Immenweg“ und den geplanten Bau der B 74 (Verlängerung der A 270) hat sich eine einschneidende Veränderung am Südrand des Wohngebietes ergeben.

Der entstehende Freiraum soll sowohl als Fläche für Eigenheime als auch als Grünfläche für das gesamte Quartier genützt werden. Durch die zwei geplanten Brücken, anknüpfend an den Lüssumer Ring im Osten und an den Fillerkamp im Westen, wird dieser Grünzug mit dem südlichen Begleitgrün der neuen B 74 vernetzt.

Für die Ideenfindung wurden 3 Landschaftsplanerbüros beauftragt. Die Jury hatte eine Reihenfolge festzulegen. Das erstplazierte Büro soll mit weiteren Planungsleistungen beauftragt werden.

Die Aufgabe bestand darin, ein räumliches Konzept für einen vielfach nutzbaren Grünzug zu entwickeln, dabei gleichzeitig ein neues Einfamilienhausgebiet mit ca. 30 Wohnhäusern zu integrieren.

Die beauftragten Büros wählten dabei unterschiedliche Wege; bei der Beurteilung der Arbeiten legte die Jury folgende wesentliche Kriterien zugrunde:

  • Erkennbarkeit und Signifikanz einer Idee,
  • Ortsbezug und
  • Ereichte städtebauliche und Freiraumqualität

Aufgrund dieser Anforderungen wurde die Arbeit des Büros Spalink-Sievers an die erste Stelle gesetzt. Die Arbeit überzeugte die Mehrheit der Jury durch die Qualität

  • der Vernetzung mit dem vorhandenen Wohngebiet
  • der städtebaulichen Organisation des neuen Wohnquartiers
  • die Erkennbarkeit und Konsequenz des Leitmotivs
  • die vielfältige Nutzbarkeit und gute Proportion der Freiräume

Diese Qualitäten konnten die anderen Arbeiten nicht erreichen, bei einer der Arbeiten war auch zu erkennen, dass die guten Ideen nur aufwändig umzusetzen wären.

Um sich selbst ein Bild zu machen, können die Arbeiten im Haus der Zukunft bis Mitte Januar besichtigt werden, anschließend werden sie im Siemenshochhaus (Contrescarpe 72, 28195 Bremen) zu sehen sein.