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Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr

"Eine zentrale Rolle im Straßenverkehr"

25.07.2003

Senator Eckhoff stellt Zielplanung Rad vor

Die Verkehrssicherheit soll gesteigert und der Komfort des Radverkehrs verbessert werden. Dies sind zwei zentrale Aussagen der Zielplanung Fahrrad, die der Senator für Bau, Umwelt und Verkehr, Jens Eckhoff, heute (25.7.2003) vorgestellt hat. Eckhoff: „Ziel ist es, das Radfahren in Bremen noch attraktiver zu machen und insbesondere auch die Verkehrssicherheit für den Radverkehr und die anderen Verkehrsteilnehmer zu erhöhen." Eckhoff verwies darauf, dass in Bremen jährlich über 1.000 Menschen mit dem Fahrrad verunglücken, vielfach verursacht durch Verkehrsverstöße auch der Radfahrer selbst, die z.B. in die falsche Richtung fahren. Problematische Unfallschwerpunkte seien insbesondere Kreuzungen und Einmündungen. „Es wird ein Schwerpunkt der Investitionen ins Radnetz sein, die Kreuzungen, an denen sich häufig Unfälle ereignen, übersichtlicher zu gestalten und für alle Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen."

Die Zielnetzplanung Rad stellt eine umfangreiche Analyse der Radverkehrssituation in Bremen dar und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab. So werden 120 Maßnahmen aufgelistet, die mit Priorität umzusetzen sind, um spürbare oft sicherheitsrelevante Einschränkungen des Radverkehrs zu überwinden und eine attraktive Befahrbarkeit herzustellen. Für diese Maßnahmen ist ein Mittelaufwand von etwa zwei Millionen € kalkuliert worden. Eckhoff: „Der Koalitionsvertrag weist dem Radverkehr einen besonderen Schwerpunkt in der Förderung umweltverträglicher Mobilität zu. Ziel muss es deswegen sein, diese Investitionsmittel zu sichern, um mit der Umsetzung der Maßnahmen im kommenden Jahr beginnen zu können."

Darüber hinaus beschreibt die Zielplanung Fahrrad einen Investitionsbedarf von ca. 4,5 Millionen €, für weitere 220 Maßnahmen, mit denen das Bremer Radwegenetz qualitativ verbessert werden kann. Eckhoff: „Dies wird sich nicht über Nacht umsetzen lassen. Aber klar ist, dass dies die Leitschnur für die Bremer Radverkehrspolitik sein wird, die jetzt in den nächsten Jahren schrittweise umgesetzt werden muss." Eckhoff erinnerte daran, das in Bremen statistisch jeder fünfte Weg mit dem Fahrrad zurückgelegt wird. „Mit diesem Wert stehen wir bundesweit ganz an der Spitze der Großstädte über 500.000 Einwohner. Die große Beliebtheit des Fahrrades trägt damit besonders in Bremen dazu bei, das Straßennetz nennenswert zu entlasten. Damit hat das Fahrrad in unserer Stadt eine ganz zentrale Rolle im Straßenverkehr."

Als weiterer, kostengünstiger Teil des Sofortprogramms werden derzeit in Bremen 173 Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet. Durch die Öffnung von Einbahnstraßen können Wohngebiete flächendeckend und umwegfrei für den Radverkehr erschlossen werden. Radfahrer können Wege weitgehend abseits der Hauptverkehrsstraßen zurücklegen. Durchgehende Verbindungen im Radverkehrsnetz können leichter realisiert werden.

Nachdem in der Vergangenheit bereits in Findorff, Woltmershausen, Schwachhausen und der Neustadt zahlreiche Einbahnstraßen für Radfahrer erfolgreich geöffnet worden sind, wird mit Umsetzung der 173 Maßnahmen in Bremen flächendeckend die Einbahnstraßenöffnung für Radler geschaffen. So werden beispielsweise in Gröpelingen 20 Einbahnstraßen geöffnet, im Fesenfeld 52, in Huckelriede 13 und in Walle 20. In den Bereichen Mitte und Obervieland sind künftig nahezu alle Einbahnstraßen im Zweirichtungsverkehr befahrbar. Die Umsetzung soll bis Ende Oktober diesen Jahres abgeschlossen sein.

Auch wenn Radfahren ein wesentlicher Bestandteil der Verkehrspolitik einer modernen Großstadt sei, müsse darauf geachtet werden, dass das Miteinander der unterschiedlichen Verkehrträger nicht gestört werde. Eckhoff: „Fußgängerzonen sind keine Radwege, BSAG-Haltestellen, Bäume und Eingangsbereiche von Geschäften keine Abstellanlagen. Hier wird, insbesondere im Innenstadtbereich nach Wegen zu suchen sein, um Auswüchse künftig unterbinden zu können". Neben einer Verbesserung durch weitere Abstellmöglichkeiten sei gegebenenfalls auch die Voraussetzungen zu schaffen, um besonders störend abgestellte Fahrräder entfernen zu können.

Parallel zur Veröffentlichung der Zielplanung Rad wird die Ausstellung "Bremen fährt Rad" jetzt im Siemenshochhaus gezeigt. Die Ausstellung dokumentiert den Stellenwert des Radverkehrs in Bremen und stellt die Zielplanung Fahrrad dar. Sie ist zum 15. September im Foyer des Siemens-Hochhauses zu sehen.