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Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen

Oslebshauser Schleuse wird bis Ende 2001 vertieft

15.03.2000

Deputation für Wirtschaft und Häfen stimmt Auftragserteilung zu –
In Zukunft pro Hochwasser mehrere Schleusungen von Seeschiffen möglich

Die 250 Meter lange und 48 Meter breite Industriehafenschleuse in Bremen-Oslebshausen wird ab Sommer 2000 um 1,50 Meter auf 9,50 Meter unter Normalnull vertieft. Die städtische Deputation für Wirtschaft und Häfen stimmte am Mittwoch (15.3.2000) der Auftragserteilung an eine Bietergemeinschaft zu. Die Firmen wollen das Bauvorhaben in einem Zeitraum von anderthalb Jahren fertigstellen.

Mit der Vertiefung der Schleuse, die mit Kosten von rund 24 Millionen Mark verbunden ist, erfüllt Bremen einen dringenden Wunsch der Industriehafen-Anlieger. Bisher konnte pro Hochwasser lediglich ein Seeschiff geschleust werden, in Zukunft werden es bis zu vier Einheiten sein.

"Dadurch verringern sich Wartezeiten und die daraus resultierenden Kosten für die Schifffahrt erheblich", sagte Wirtschafts- und Häfensenator Josef Hattig am Mittwoch. Nach dem Ausbau der Schleuse werde der Industriehafen, in dem etwa 3000 Arbeitsplätze von Umschlag und Hafengeschäft abhängen, auf der Wasserseite wesentlich besser erreichbar sein.

Momentan können Panmax-Schiffe beim Ein- oder Auslaufen an der Oslebshauser Schleuse lediglich ein "Tidefenster" von einer Stunde und 20 Minuten nutzen. Bei den bevorstehenden Arbeiten wird die Schleusensohle an das Niveau der Drempel der 1980 entstandenen neuen Schleusenhäupter angeglichen. Der maximale Tiefgang der geschleusten Schiffe erhöht sich dadurch nicht. In Zukunft bleibt aber wesentlich mehr Zeit, um Schiffen das Ein- oder Auslaufen zu ermöglichen. Das Tidefenster erweitert sich auf etwa sechs Stunden.

Wie Senator Hattig weiter mitteilte, wird der Schleusenbetrieb während der Bauarbeiten ohne wesentliche Einschränkungen aufrecht erhalten. Dies stelle hohe Anforderungen an Planer und Baufirmen.

Die Vertiefung der Schleusenkammer um 1,50 Meter führt dazu, dass die südliche Kammerwand ihre Standsicherheit verliert. Deshalb will das Hansestadt Bremische Amt eine 230 Meter lange neue Wand rammen lassen.

Eine besondere Schwierigkeit stellt der erforderliche Abbruch der Drempel der alten Schleusenhäupter aus dem Jahre 1910 dar. Dabei müssen Betonbauteile, die bis zu 10 Meter unter der Wasseroberfläche liegen, mit Hydraulikmeißeln und –fräsen von einem Schwimmponton aus zerstört und geborgen werden.


Fachbegriffe:


  • Panmax:Das entscheidende Kriterium für Panmax-Schiffe ist die größte zulässige Breite für die Passage des Panamakanals (32,24 Meter)

  • Tidefenster:Zeitspanne, in der Panmax-Schiffe bei mittlerem Hochwasser geschleust werden können

  • Drempel:Schwelle im Bereich der Schleusentore