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Senatskanzlei

Bürgermeister Bovenschulte: “Hochachtung für die Pfadfinder von Warschau“

Rede zur Eröffnung der Ausstellung "Ausgetragen. Die Pfadfinderpost im Warschauer Aufstand 1944"

22.03.2023

In der Unteren Halle des Rathauses wird ab dem morgigen Donnerstag (23. März 2023) eine Ausstellung des Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder über die "Pfadfinderpost" während des Warschauer Aufstandes 1944 gezeigt. Zur Eröffnung am heutigen Mittwoch (22. März 2023) betonte Bürgermeister Andreas Bovenschulte die Bedeutung des Einsatzes der Jugendlichen.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte: Wir können der Warschauer Pfadfinderinnen und Pfadfinder nur in allergrößter Hochachtung gedenken. Foto: Senatspressestelle
Bürgermeister Andreas Bovenschulte: "Wir können der Warschauer Pfadfinderinnen und Pfadfinder nur in allergrößter Hochachtung gedenken." Foto: Senatspressestelle

Bürgermeister Bovenschulte: "Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder waren teilweise noch Kinder. Ihr Einsatz machte es den von den Nazis so brutal unterdrückten und misshandelten Menschen in Warschau möglich, Kontakt zu halten und Informationen auszutauschen. Die von ihnen verteilten Nachrichten waren den Menschen in Warschau extrem wichtig und hielten sie zusammen. Wir können ihrer nur in allergrößter Hochachtung gedenken."

Ausstellung des Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder über die Pfadfinderpost während des Warschauer Aufstandes 1944 in der Unteren Halle. Foto: Senatspressestelle
Ausstellung des Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder über die "Pfadfinderpost" während des Warschauer Aufstandes 1944 in der Unteren Halle. Foto: Senatspressestelle

Im Spätsommer und Herbst des Jahres 1944 kam es in Warschau zu einer intensiven Widerstandsbewegung durch die polnische Heimatarmee – dies ist allerdings nicht mit dem berühmten Aufstand der gefangenen Jüdinnen und Juden im Warschauer Ghetto im April und Mai 1943 zu verwechseln. 63 Tage währte der Kampf der Heimatarmee 1944, der von den Nationalsozialisten brutal niedergeschlagen wurde. Die Stadt wurde von den deutschen Besatzern nahezu vollständig zerstört. In dieser Zeit waren es zwölf- bis 15-jährige Pfadfinderinnen und Pfadfinder, die die Post der Zivilbevölkerung austrugen. Sie bauten letztlich ein funktionierendes Postwesen auf und wurden auch die "Hoffnungsträger" genannt. Schätzungen zufolge transportierten sie um die 200.000 Nachrichten.

Schätzungen zufolge transportierten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder um die 200.000 Nachrichten. Foto: Senatspressestelle
Schätzungen zufolge transportierten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder um die 200.000 Nachrichten. Foto: Senatspressestelle

Bovenschulte: "Die in dieser Ausstellung gezeigten Dokumente sind extrem bedrückend. Mit welcher brachialen Gewalt die deutschen Truppen auch gegen Kinder und Jugendliche vorgingen, lässt einen fassungslos zurück. Und gleichzeitig ist es eine Ausstellung, die auf ihre Art auch Mut machen kann. Denn sie zeigt, zu welcher Kraft Menschen in der Lage sind, selbst wenn sie gegen übermächtige Aggressoren kämpfen müssen. Was ein unbedingter Wille nach Freiheit und Gerechtigkeit möglich macht."

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