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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Mehr Menschen in Ausbildung bringen

Breites Bündnis aus Wirtschaft, Verwaltung und Gewerkschaft beschließt engere Zusammenarbeit

18.03.2021

Am heutigen Donnerstag (18. März 2021) wurde die neue Vereinbarung "Ausbildung: innovativ" als Nachfolge der "Bremer Vereinbarungen für Ausbildung und Fachkräftesicherung" zur Stärkung der Ausbildung im Land Bremen besiegelt. Die offizielle Unterzeichnung fand im Festsaal der Bürgerschaft statt. An der neuen Vereinbarung beteiligten sich rund arbeitsmarktrelevante 25 Akteurinnen und Akteure, darunter die Arbeitnehmerkammer, die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven, der Deutsche Gewerkschaftsbund Region Bremen-Elbe-Weser, die Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven, die Jobcenter Bremen und Bremerhaven, die Handwerkskammer, die Senatorin für Kinder und Bildung, die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, der Senator für Finanzen, der Magistrat Bremerhaven und die Unternehmerverbände im Land Bremen.

Das Bündnis will bis Mitte 2023, zum Ende der laufenden Legislaturperiode der Bremischen Bürgerschaft, eine Halbierung der im Land Bremen als weitersuchend registrierten Bewerberinnen und Bewerber sowie der als unbesetzt gemeldeten Berufsausbildungsstellen erreichen. Dafür wurde eine engere Zusammenarbeit beschlossen, unter anderem bei der beruflichen Orientierung junger Menschen, der Gestaltung der Übergänge in die Ausbildung, dem Matching zwischen potentiellen Bewerberinnen und Bewerbern und Unternehmen, der Sicherung und Erweiterung des Ausbildungsplatzangebots sowie bei der Verbesserung der Ausbildungsqualität. Wichtig ist den Partnerinnen und Partnern dabei eine effiziente und aktive Umsetzungsstruktur, die eng mit der Jugendberufsagentur Bremen-Bremerhaven abgestimmt ist. Die Grundlage für die neue Vereinbarung erarbeitete die Lenkungsgruppe "Ausbildung: innovativ", die sich 2019 aus dem Plenum der Bremer Vereinbarungen geründete.

Laut Agentur für Arbeit gab es 2020 338 unbesetzte Stellen bei insgesamt 5002 gemeldeten Stellen (Vorjahr: 197 unbesetzte Stellen bei insgesamt 5589 gemeldeten Stellen) sowie 998 weitersuchend registrierte Bewerberinnen und Bewerber (Vorjahr: 709).

Statements der Partnerinnen und Partner im Einzelnen

Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa
Senatorin Kristina Vogt, die die Federführung für das Plenum der neuen Vereinbarung innehat, sagt: "Die Kooperation aller für die Ausbildung im Land Bremen wichtigen Akteurinnen und Akteure ist die Basis für eine nachhaltige Stärkung von dualer Ausbildung und Fachkräftesicherung. Wir haben es geschafft, für das Land Bremen eine zukunftsweisende Vereinbarung zu erarbeiten, die gemeinsame Ziele definiert und konkrete Umsetzungsschritte enthält. Die Corona-Pandemie hat die Lage am Ausbildungsmarkt weiter verschärft. Weniger Jugendliche haben einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen und in den von der Corona-Krise besonders betroffenen Branchen wird aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage weniger ausgebildet. Daher ist es heute mehr denn je von Bedeutung, dass alle Partnerinnen und Partner an einem Strang ziehen, um Unternehmen und junge Menschen aktiv bei diesem Prozess zu unterstützen."

Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport
Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport sagt: "Jugendliche, die vor dem Schulabschluss stehen, müssen nicht nur beruflich Fuß fassen. Es ist die Zeit, in der sie ihr Leben insgesamt auf die eigenen Füße stellen. Junge Menschen brauchen in dieser Umbruchsituation Unterstützung, damit sie sich von einer stabilen Basis aus auf den Berufseinstieg konzentrieren können. Wir nehmen die jungen Menschen in ihrer ganzen Lebenssituation wahr, denken ihre Themen in der Angebotsplanung mit und können damit auch für junge Menschen mit schlechten Startbedingungen die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt verbessern."

Senatorin für Kinder und Bildung
Senatorin Dr. Claudia Bogedan: "Wir müssen jetzt handeln, um den Abwärtstrend auf dem Ausbildungsmarkt zu stoppen. Deshalb ist es wichtig, dass sich alle Partnerinnen und Partner gemeinsam dafür einsetzen, Perspektiven zu schaffen und Ausbildung zu ermöglichen. Das vergangene Jahr war für uns alle, insbesondere für Kinder und Jugendliche, sehr belastend; uns allen ist bewusst, wie schwierig auch die kommenden Jahre gerade für junge Menschen sein werden. Die Corona-Krise ist auf dem Ausbildungsmarkt mehr als spürbar. Dies gilt umso mehr für diejenigen, die aus benachteiligten Familien kommen. Bereits das Ausbildungsjahr 2020/2021 belegt dies sehr plakativ – bundesweit, auch in Bremen, ist die Anzahl die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge stark zurückgegangen. Dieser Trend muss aufgehalten werden."

Senator für Finanzen
Der Senator für Finanzen, Dietmar Strehl, begrüßt die Unterzeichnung der neuen Vereinbarung. "Eine Vereinbarung zwischen allen auf dem Berufsbildungsmarkt tätigen Akteure war und ist ein wichtiges Instrument, um junge Menschen durch die berufliche Qualifizierung in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Die Anzahl der angebotenen Ausbildungsplätze im öffentlichen Dienst des Landes und der Stadtgemeinde Bremen wurde im Vergleich zu den vergangenen Jahren weiter erhöht. So werden in diesem Jahr 861 Ausbildungsplätze angeboten und damit 20 mehr als vor einem Jahr und sogar 65 mehr als in 2019."

Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven
Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven, findet die Bündelung der Kräfte zwingend erforderlich: "Angesicht der schwierigen Lage für Jugendliche und Unternehmen sind wir unbedingt dazu aufgefordert, unsere Möglichkeiten zu bündeln und effektiv und kreativ gemeinsam mit den Partnern am Ausbildungsmarkt Lösungen voranzutreiben. Wir wollen niemanden zurücklassen. Als Bündnis mit abgestimmten Angeboten können auch schwächeren Ausbildungsinteressenten besser weiterhelfen. Da sehe ich uns alle in der Pflicht."

Magistrat Bremerhaven
Melf Grantz, Oberbürgermeister Bremerhaven: "Die Lage auf dem Bremerhavener Ausbildungsmarkt ist noch einmal angespannter als in Bremen. Deshalb hat sich der Magistrat Bremerhaven auch sehr aktiv in die Gestaltung der neuen Vereinbarung ‚Ausbildung: innovativ‘ eingebracht. Ich freue mich, dass es gelungen ist, konkrete Maßnahmen zu vereinbaren, und dass wieder so viele wichtige Partner unterzeichnet haben. Nun müssen wir uns alle gemeinsam anstrengen, damit wir die gesteckten Ziele auch erreichen!", sagt Melf Grantz, Oberbürgermeister Bremerhaven.

DGB
"Ausbildung in Bremen und Bremerhaven sichert die Zukunft junger Leute und der Unternehmen! Also ausbilden, ausbilden, ausbilden!", sagt Annette Düring, Regionsgeschäftsführerin DGB.

Arbeitnehmerkammer Bremen
"Viele junge Menschen wollen mit einer Berufsausbildung in ihr Arbeitsleben starten. Denn eine abgeschlossene Ausbildung ist die Eintrittskarte in den Arbeitsmarkt und sichert zudem den Fachkräftebedarf. Doch im vergangenen Jahr waren nach Beginn des Ausbildungsjahres noch 1.000 junge Menschen im Land Bremen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Deshalb muss es uns mit dem neuen Ausbildungsbündnis gelingen, mehr Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen und die hohe Zahl der ohne Ausbildungsplatz gebliebenen Jugendlichen deutlich zu reduzieren", sagt Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Die Unternehmensverbände im Lande Bremen
Cornelius Neumann-Redlin: "Gut ausgebildete junge Menschen sichern langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaftsstandorte Bremen und Bremerhaven. Deshalb verpflichten wir uns gerne dazu, diesen Weg in die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft mit allen Partnern der Bremer Vereinbarungen weiterhin gemeinsam zu beschreiten!"

Handwerkskammer Bremen
Thomas Kurzke, Präses der Handelskammer Bremen: „Eine gute Zusammenarbeit aller Akteure am Ausbildungsmarkt ist gerade jetzt besonders wichtig. Die Ausbildung junger Menschen zu stärken, liegt ganz im Interesse des Handwerks. Mit über 150 Ausbildungsberufen bietet es jungen Menschen unzählige Möglichkeiten. Trotzdem suchen viele Betriebe dringend motivierte Bewerberinnen und Bewerber, nicht selten bleiben Ausbildungsplätze frei. Aus diesem Grund begrüßen wir, dass die neue Vereinbarung auch inhaltlich neue Akzente setzt, mit denen die Ausbildungsqualität weiter gesteigert werden kann. Außerdem begrüßen wir ausdrücklich, dass auch die Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler gestärkt werden soll. Das Handwerk engagiert sich schon lange in dieser Richtung und wird seine Anstrengungen auch unter den zurzeit erschwerten Bedingungen fortsetzen."

Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven
Dr. Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven: "Wir freuen uns, dass sich alle Partner weiterhin gemeinsam für die Ausbildung in Bremen und Bremerhaven engagieren. Dies ist ein wichtiges Signal, sowohl für die jungen Menschen in der Region, als auch für die Unternehmen, die auf qualifizierten Fachkräftenachwuchs angewiesen sind. Mit der Entscheidung für einen Ausbildungsplatz erhalten junge Menschen beste Chancen für ihren weiteren beruflichen Werdegang. Bereits heute mangelt es den Betrieben an passenden und qualifizierten Bewerbern. Corona-bedingt sind aktuell kaum Praktika und Ausbildungsmessen möglich. Das erschwert den Überblick für Schulabgänger, wohin es beruflich gehen soll. Die entscheidende Frage ist deshalb: Wie wird aus einem Schulabgänger ein Bewerber für die duale Ausbildung? Mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung müssen alle Beteiligten sich jetzt dafür einsetzen, dass möglichst viele junge Menschen in Bremen eine Ausbildung beginnen. Dazu benötigen die Schülerinnen und Schüler vor allem Unterstützungen beim Übergang in Ausbildung und die Corona-bedingt geschlossenen Ausbildungsbetriebe Öffnungsperspektiven."

Jobcenter Bremerhaven
"Jugendliche, deren Familien von der Unterstützung durch die Jobcenter leben, haben erschwerte Bedingungen beim Start in das Berufsleben. Im Land Bremen sind sie zudem einer Konkurrenzsituation mit Jugendlichen aus dem Bremer Umland ausgesetzt", sagt Nina von Rittern, Geschäftsführerin des Jobcenters Bremerhaven.

Jobcenter Bremen
"Mit der Vereinbarung bündeln die Partnerinnen und Partner ihre Kompetenzen, um einer möglichen Benachteiligung entgegenzuwirken. Dieses Bündnis stärkt den Jugendlichen den Rücken und wird dazu beitragen, dass sie nicht die Verlierer der Pandemie sein werden", sagt Thorsten Spinn, Geschäftsführer des Jobcenters Bremen.

Hinweis an die Redaktionen: Für Fotos wenden Sie sich per Mail an christopher.schoenhagen@wae.bremen.de

Ansprechpartnerin und Ansprechpartner für die Medien:
Kristin Viezens, Pressesprecherin bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Tel.: (0421) 361-59090, E-Mail: kristin.viezens@wae.bremen.de

Dr. Bernd Schneider, Pressesprecher bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, Tel.: (0421) 361-4152, E-Mail: bernd.schneider@soziales.bremen.de

Annette Kemp, Pressesprecherin bei der Senatorin für Kinder und Bildung, Tel.: (0421) 361-2853, E-Mail: annette.kemp@bildung.bremen.de