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Senatskanzlei

Bremens ehemaliger Wirtschaftssenator Josef Hattig ist tot

Bürgermeister Bovenschulte: "Ein Politiker von außergewöhnlichem Format"

03.08.2020
Josef Hattig | Foto: Staatsarchiv Bremen
Josef Hattig | Foto: Staatsarchiv Bremen

Bremens ehemaliger Senator für Wirtschaft und Häfen, Josef Hattig ist am 31. Juli 2020 im Alter von 89 Jahren gestorben. Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte würdigte Hattig als einen "Politiker von außergewöhnlichem Format, der stets gradlinig und konsequent seine Überzeugungen vertreten hat." Von 1997 bis 1999 war Josef Hattig Senator für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie, ab 1999 kamen die Bereiche Häfen, überregionaler Verkehr und Außenhandel hinzu.

Der CDU-Politiker, Werder-Fan und Arbeitersohn war einer der wenigen Quereinsteiger aus der Wirtschaft, der ohne eine vorherige Parteikarriere in das Senatorenamt gewählt wurde. "Josef Hattig hat sein Amt mit großem Engagement und der ihm eigenen Hartnäckigkeit ausgeübt", so Bürgermeister Bovenschulte. Er sei ein Mann mit Profil und Visionen gewesen, der Konflikten nie aus dem Weg gegangen sei. Stets habe er das von ihm als richtig erkannte Ziel mit messerscharfem Verstand verteidigt und durchzusetzen versucht. Politische Weggefährten und Freunde schätzten ihn als klugen, gebildeten und scharfdenkenden Analytiker. "Wir werden Josef Hattig nicht vergessen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren, unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen und Freunden", so Bovenschulte. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt: "Mit Josef Hattig verliert Bremen einen durchsetzungsstarken Wirtschaftspolitiker mit Ecken und Kanten, der Bremen als 'Marke' vorangebracht hat."

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte der am 3. Juni 1931 in Dortmund geborene Josef Hattig eine kaufmännische Lehre in der Industrie, holte dann an einem Abendgymnasium das Abitur nach und studierte Rechts- und Staatswissenschaften. Nach dem Abschluss seiner akademischen Ausbildung setzte er seine Ideen und Vorstellungen unter anderem auf Vorstandsebene in der Geschäftsleitung einer Dortmunder Brauerei um. 1972 kam der gebürtige Westfale dann nach Bremen, wurde Vorstandsvorsitzender der Brauerei Beck & Co. und machte Beck‘s zur Weltmarke. Von 1992 bis 1997 war er Präses der Bremer Handelskammer.

Als er 1997 das Senatorenamt übernahm verlangte dieser "Seitenwechsel" ihm nach eigenem Bekunden einiges ab: Er musste "die Eigengesetzlichkeit der Politik begreifen", wie er es selber formulierte. Mit schneller Auffassungsgabe und der ihm eigenen Disziplin fand er sich sehr schnell zurecht uns prägte einen eigenen Arbeitsstil: "Zack-zack-Hattig" wie der in Dienstkreisen für Schnelligkeit bekannte Senator auch genannt wurde, hielt sich stets fit, lief dreimal pro Woche zehn Kilometer und spielte Fußball.

In den Jahren seiner Amtszeit setzte der Christdemokrat sich mit Nachdruck dafür ein, die Beziehung zwischen der Bremer Kaufmannschaft und der Politik zu akzentuieren und zu verbessern. Das brachte ihm große Anerkennung. Hattig bemühte sich um die Schaffung effizienter Wirtschaftsförderungsinstrumente. Zu seinen wirtschaftspolitischen Maßnahmen gehörte auch der Ausbau des Containerterminals in Bremerhaven.

2003 verließ Hattig den Senat von Bürgermeister Dr. Henning Scherf und führte nach seinen eigenen Worten wieder ein "selbstbestimmtes Leben". Seinen Aufsichtsratsmandaten widmete er sich mit großem Engagement, hielt Vorträge für die Konrad-Adenauer-Stiftung und an der Universität Bremen. Dieser hatte er bereits 1998 zur Einrichtung einer Gastprofessur verholfen. Für sein Engagement um die Bremer Universität wurde Hattig im Jahr 2010 mit der Universitätsmedaille geehrt.

Ansprechpartner für die Medien: Peter Lohmann, Senatspressestelle, Tel. (0421) 361-2193 peter.lohmann@sk.bremen.de