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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa | Senatskanzlei

Zur aktuellen Situation Airbus Bremen für die Beschäftigten

01.07.2020

Die Luft- und Raumfahrtbranche ist von der Corona-Krise hart getroffen. Der Flugzeugbauer AIRBUS wird seine Produktion um 40 Prozent reduzieren, weil Airlines die georderten Flugzeuge momentan nicht abnehmen. Es wird erwartet, dass sich der Luftverkehr nicht vor 2023 erholt und möglicherweise erst 2025 wieder auf dem Niveau von vor der Corona-Krise sein wird. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Beschäftigten, wie der Konzern erst kürzlich mitgeteilt hat.

Am gestrigen Dienstag (30.06.2020) hat der Konzern die Zahlen veröffentlicht, aus denen sich auch die Konsequenzen für die Beschäftigten in Deutschland ableiten lassen. Weltweit sind 15.000 Stellen von einem möglichen Stellenabbau betroffen, davon insgesamt 6.000 in Deutschland. In Deutschland sollen von den Streichungen auch Stellen der Airbus-Tochter Premium Aerotec mit Sitz in Augsburg und Bremen betroffen sein. Außerdem will Airbus 5.000 Stellen in Frankreich, 900 in Spanien, 1700 in Großbritannien und 1300 an weiteren weltweiten Standorten streichen.

Im Bereich der zivilen Luftfahrt bei Airbus handelt es sich deutschlandweit um 3.200 Arbeitsplätze und bei Premium Aerotec um 2.800. In diesem Bereich ist bereits vor Corona der Abbau von 900 Arbeitsplätzen angekündigt gewesen.

Senatorin Kristina Vogt bewertet die Zahlen wie folgt: „Jeder verlorene Arbeitsplatz in einem so wichtigen Cluster wie der Luft- und Raumfahrt ist ein großer Verlust für den Standort. Wir werden weiter daran arbeiten müssen, dass betriebsbedingte Kündigungen in Bremen vermieden werden. Etwas beruhigend ist aber, dass offenbar keine Arbeitspakete aus Bremen verschoben werden und der Standort nicht existenziell bedroht ist. Damit werden die wichtigen Kompetenzen in Forschung, Engineering und Produktion in Bremen gehalten, so dass der Weg in Richtung eco-effizientes Fliegen fortgesetzt werden kann und damit eine Basis für die Zukunft des Airbus Standorts und damit für die Beschäftigten in Bremen vorhanden ist. Wir stehen darüber in einem engen Austausch mit dem Konzern sowie mit Niedersachsen und Hamburg.“

Nach Informationen von Airbus könnten deutschlandweit 1.500 Arbeitsplätze über eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes auf 24 Monate gesichert werden. In dem Zusammenhang ist es gut, das die Wirtschaftsministerkonferenz auf Antrag Bremens auf ihrer letzten Sitzung bereits einen entsprechenden Beschluss gefasst hat. Bremens Wirtschaftssenatorin hat sich diesbezüglich noch einmal heute (01.07.2020) in einem Schreiben an die Minister Heil und Altmaier gewandt.

Über Bundesprogramme im Rahmen des Konjunkturprogramms könnte der Konzern weitere 1.600 Arbeitsplätze halten und über Vorruhestandsregelungen könnten 1.700 Arbeitsplätze sozial verträglich abgebaut werden. Nach heutiger Betrachtung bleibt eine Lücke von 1.200 Beschäftigten in Deutschland, für die betriebsbedingte Kündigungen verhindert werden müssen.

Auch für Bremen wird es Auswirkungen auf die Zahl der Beschäftigten haben. Die genauen Zahlen sollen morgen dem Konzernbetriebsrat eröffnet werden. Hier gilt es nun an der Seite der Beschäftigten für eine Sicherung dieser Arbeitsplätze zu kämpfen. Seitens der IG Metall liegen eine Reihe von Vorschlägen vor, wie Arbeitsplätze durch strukturelle Änderungen und neue Arbeitszeitmodelle gesichert werden können. Diese müssen nun im Dialog zwischen Standortleitung und Betriebsräten bewertet werden.

Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte sagt dazu: „Der Abbau von 6.000 Stellen wird wahrscheinlich auch an Bremen nicht spurlos vorübergehen. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass der Standort Bremen aufgrund seiner Kompetenz diese Krise überstehen wird und dass der Standort zukunftsfähig ist. Der Senat steht fest an der Seite der Belegschaft und wird alles dafür tun, umso viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Wir sind deshalb auch in Gesprächen mit dem Betriebsrat und der Unternehmensleitung.“

Der Standort Bremen verfügt über Kompetenzen, die für den Airbus-Konzern von großem Wert sind, denn für eine Zukunft der Luftfahrt sind Themen wie klimaneutrale Antriebe und leichte Materialien zwingend notwendig. Gemeinsam mit Hamburg und Niedersachsen ist die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa dabei, die Forschungs- und Entwicklungskompetenzen, insbesondere im Bereich der Materialien und grünem Wasserstoff in Norddeutschland zu koordinieren. Die vorhandenen Kompetenzen in den Ländern ergänzen sich zu einem Paket, dass für die Neuausrichtung des Konzerns in Richtung eco-effizientem Fliegen von großer Bedeutung ist. Auf dieser Basis bestehen gute Chancen, einen Großteil der Arbeitsplätze in Bremen zu halten.

Ansprechpartner für die Medien:
Kai Stührenberg, Pressesprecher bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Tel.: (0421) 361-59090, E-Mail: kai.stuehrenberg@wah.bremen.de