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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Norddeutschland überwindet die Corona-Krise nur im Schulterschluss

IHK Nord und norddeutsche Wirtschaftsminister diskutieren wirtschaftspolitische Strategie

26.06.2020

Gemeinsame Pressemitteilung der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa mit der IHK Nord und der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven:

Die Wirtschaft der norddeutschen Bundesländer ist hart getroffen von den Folgen der Corona-Pandemie. Um den Herausforderungen durch die Krise bestmöglich zu begegnen, wollen die fünf Küstenländer mit einer abgestimmten wirtschaftspolitischen Strategie für Norddeutschland agieren. Auf Einladung der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Kristina Vogt, hat die IHK Nord bei einem Treffen der norddeutschen Wirtschaftsminister die Vorschläge der zwölf norddeutschen Industrie- und Handelskammern aus Bremen, Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein eingebracht. Für die fünf Länder zusammengenommen rechnet die IHK Nord mit einem deutlichen Wertschöpfungsrückgang von 8,5 Prozent. Sie korrigiert damit ihre Prognose von 5,2 Prozent Rückgang aus dem Monat April noch einmal deutlich und bekräftigt den Bedarf konzertierter Maßnahmen für die Belebung der Wirtschaft.

Die norddeutschen Bundesländer sind mit ihrem, im Vergleich zum Bund, überdurchschnittlichen Gewicht in den Bereichen Maritime Industrie, Logistik, Außenwirtschaft und Tourismus besonders stark von den Einbrüchen und pandemiebedingten Restriktionen betroffen. Freie Märkte, funktionierende internationale Lieferketten und eine gute Abstimmung innerhalb des EU-Binnenmarktes sind für die Mehrheit der norddeutschen Unternehmen existenzentscheidend. Besonders in der Gastronomie, im Event- und Tourismusbereich sind länderübergreifende Abstimmungen unerlässlich.

Die IHK Nord-Vorsitzende und Präses der Handelskammer Bremen, Janina Marahrens-Hashagen, sagte bei dem Treffen: „Die Prognose zum Einbruch der Wirtschaftsleistung der norddeutschen Länder ist alarmierend. Es geht jetzt darum, das Überleben der Unternehmen zu sichern, Arbeitsplätze zu erhalten und die Attraktivität des Standortes Norddeutschland zu entwickeln, um gestärkt aus dieser Krise heraus zu wachsen. Die IHK Nord hat wichtige Eckpunkte für ein Investitionsprogramm, Zukunft Norddeutschland‘ formuliert, das nachhaltige Impulse in Schlüsselbereichen, etwa zur digitalen Transformation, bei der Wasserstofftechnologie, innovations- und gründerfreundliche Rahmenbedingungen oder eine Beschleunigung des Infrastrukturplanungsrechts und bei Genehmigungsverfahren enthält.“

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass alle Länder von der Abstimmung untereinander und einer starken gemeinsamen Stimme Norddeutschlands nur profitieren können. Alle Länder sind auf funktionierende Lieferketten und den internationalen Handel im besonderen Maße angewiesen.

Positiv bewertet die norddeutsche Wirtschaft die Verlängerung der Insolvenzantragspflicht und die Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrags, durch den viele Unternehmen kurzfristig finanziell Luft erhalten und dadurch auch Eigenkapital und Liquidität stärken können. Sinnvoll sei darüber hinaus auch eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes auf 24 Monate, um hochqualifiziertes Fachpersonal besonders in den Branchen Luftfahrt, Stahlindustrie und maritime Wirtschaft und den dazugehörigen Zuliefererbetrieben halten zu können.

Darüber hinaus wurde beschlossen, im Rahmen eines neuen norddeutschen Clusters für Wasserstoffwirtschaft unter Federführung von Senatorin Vogt nach dem Vorbild des Maritimen Cluster Norddeutschlands einen entsprechenden Verein für alle fünf Bundesländer zu gründen. Die Küstenländer werden prüfen, ob die Wiederaufnahme von Messen und Veranstaltungen synchronisiert werden kann. Auch beim Thema Tourismus wollen die Länder zukünftig enger zusammenarbeiten. Ziel könnte eine gemeinsame norddeutsche Marketingstrategie für den Tourismus sein.

Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Kristina Vogt, bewertete das Treffen insbesondere im Bereich der Zukunftsenergien als Erfolg: „Im Bereich des grünen Wasserstoffs haben die norddeutschen Länder mit der vor einem Jahr beschlossenen norddeutschen Wasserstoffstrategie einen Vorsprung erarbeitet. Mit dem Vorschlag der IHK Nord, im Verbund mit der Wirtschaft jetzt eine Operationalisierung aufzusetzen, werden wir gute Chancen haben, diesen Vorsprung halten zu können. Bereits seit mehreren Jahren haben wir eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich der maritimen Wirtschaft. Diese positiven Erfahrungen werden wir in ein neues norddeutsches Wasserstoffcluster einbringen und so gemeinsam Zukunft gestalten.“

Ansprechpartner für die Medien:
Kai Stührenberg, Pressesprecher bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Tel.: (0421) 361-59090, E-Mail: kai.stuehrenberg@wah.bremen.de