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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

ESA Ministerratskonferenz Space19+ erzielt Rekord-Beteiligung

Land Bremen wird von den gestrigen Beschlüssen (28. November 2019) der ESA Ministerratskonferenz in Sevilla profitieren können

29.11.2019

Alle drei Jahre treffen sich die Mitgliedsstaaten der ESA, um über die neuen europäischen Raumfahrtprogramme zu beraten und um deren Finanzierung zu beschließen. Während dieser Konferenztage werden die neuen Programm-Vorschläge der ESA-Exekutive kritisch diskutiert und hinsichtlich ihrer Machbarkeit und ihres Finanzbedarfs überprüft. Dieses Jahr lag das erreichte Zeichnungsvolumen mit 14,4 Milliarden Euro sogar über dem beantragten Finanzierungsvolumen der ESA. Auf der abschließenden Pressekonferenz verkündigte ESA Generaldirektor Jan Wörner diesen Zeichnungsrekord. Dabei zeigte er sich sehr erfreut über den breiten Zuspruch der Mitgliedsstaaten zu seinen Vorschlägen. Deutschland und Frankreich waren die größten Beitragszahler, aber auch Großbritannien und Italien investierten in ausgewählte Programm-Linien unerwartet hohe Beträge.

Senatorin Kristina Vogt sagt: "Ich bin hoch erfreut über die Beschlüsse der ESA Ministerratskonferenz in Sevilla und über die erreichte Rekord-Beteiligung der Mitgliedsstaaten an den neuen Programmen mit einem Zeichnungsvolumen von über 14 Milliarden Euro. Für die Bremer Raumfahrt-Industrie sehe ich große Chancen, sich an der Umsetzung der beschlossenen Programme federführend zu beteiligen."

Im Vorfeld der Konferenz erarbeitete Bremen zusammen mit Bayern und Baden-Württemberg Empfehlungen für das deutsche Zeichnungskonzept. Diese Empfehlungen, die als sogenanntes Drei-Länder-Papier an die Kanzlerin und den Wirtschaftsminister geschickt wurden, bezogen sich auf die folgenden Schwerpunkte:

  • die weitere Nutzung der ISS bis mindestens 2024,
  • die Sicherstellung des europäischen autonomen Zugangs zum Weltraum mit Ariane-Trägern,
  • die angemessene Beteiligung an den Anwendungsprogrammen der Erdbeobachtung und der Telekommunikation sowie
  • den Einstieg in die Programme zur Sicherheit im Weltraum und zur Erforschung der Asteroiden-Abwehr.

Entsprechend dieser Empfehlungen und im Einklang mit der deutschen Raumfahrt-Strategie zeichnete die deutsche Delegation wie erwartet besonders hoch bei den Anwendungsprogrammen – aber natürlich auch bei den Transportsystemen (Ariane) und bei der astronautischen Raumfahrt (ISS und Exploration). Ferner investierte Deutschland stark in die Technologie-Programme und in die Mittelstandsförderung. Bei den Erdbeobachtungsprogrammen und der Weiterentwicklung der Copernicus-Satelliten bestätigte Deutschland seine Spitzenposition auch durch ein starkes finanzielles Engagement.

OHB-Vorstandsvorsitzender Marco Fuchs sagt: "Das Ergebnis der Konferenz ist sehr erfreulich aus unserer Sicht. Ein großer Erfolg für die Raumfahrt und damit auch für den Raumfahrtstandort Bremen. Die bewilligten Budgets bedeuten auch eine Stärkung der Unternehmen am Standort."

Im Vorfeld der Konferenz gab es eine Reihe von Maßnahmen, die zu den für Bremen gewinnbringenden Schwerpunkten bei den Programmen beigetragen haben, wie der Besuch der Wirtschaftssenatorin beim IAC in Washington im Oktober und einen Brief an die Bundesregierung, Anfang November, der gemeinsam mit Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling und Bürgermeister Bovenschulte verfasst wurde.

Auskünfte über die detaillierten Zeichnungsverteilungen innerhalb der Programm-Linien werden erst in der nächsten Woche erwartet - aber aus den zurzeit zur Verfügung stehenden Informationen ist zu erkennen, dass die Bremer Interessen fast alle berücksichtigt wurden.

Ansprechpartner für die Medien:
Kai Stührenberg, Pressesprecher bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Tel.: (0421) 361-59090, E-Mail: kai.stuehrenberg@wah.bremen.de