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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Gewerbeentwicklungsprogramm Bremen 2030 – Erfolgreicher Auftakt des Zukunftsdialogs

06.11.2019

Bremen beschreitet neue Wege in der Gewerbeflächenentwicklung: Erstmals wird das Gewerbeentwicklungsprogramm (kurz: GEP) in einem breit angelegten Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Unternehmen, Verbänden sowie Fachöffentlichkeit und mit Unterstützung externer Gutachter erarbeitet. Den Startschuss bildete die Auftaktveranstaltung am 5. November 2019 im Ecos Office Center am Teerhof. Der Einladung der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Kristina Vogt, folgten rund 120 Bremer Schlüsselakteure.

„Das GEP2030 muss auf die drängenden Herausforderungen der Zukunft Antworten finden. Der Bedarf an Flächen ist groß und unsere Flächenkapazitäten sind begrenzt. Es geht daher auch darum, vorhandene Flächen zu aktivieren, neu zu gestalten und effizienter zu nutzen. Dieser Prozess kann nur gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik bewältigt werden“, stellte Senatorin Vogt in ihrem Auftaktstatement heraus.

Moderator Frank Schlegelmilch vom Bremer Büro BPW stellte den Bearbeitungsprozess für das GEP vor. Die Auftaktveranstaltung sollte dazu dienen, vor allem die Unternehmerschaft von Anfang an einzubinden und Anregungen aufzunehmen. In den nächsten Monaten werden Fachdialoge zu unterschiedlichen Schwerpunkten weitere Gelegenheiten zur Mitgestaltung bieten.

In einem Impulsvortrag warf Prof. Dr. Guido Spars von der Bergischen Universität Wuppertal einen Blick auf Trends und Lösungsansätze der Gewerbeentwicklung in anderen wachsenden Städten. Besonders die Strategie der Stadt Wien zur Sicherung und Entwicklung von Flächen für die Arbeit in der Stadt scheint erfolgsversprechend: „Politik und Bevölkerung akzeptieren und begrüßen die Ideen des Fachkonzeptes. Die Zonierung wirkt gut, schafft Klarheit und stößt neue Ideen an. Und Preisspekulationen gehen zurück.“

Simone Geßner von der Behörde der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa lenkte gemeinsam mit Sandra Wagner-Endres vom Difu (Deutsches Institut für Urbanistik) und Dr. Arne Sünnemann von der Behörde der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau den Blick auf Bremen. Danach habe das GEP 2020 hat einen wesentlichen Beitrag zur positiven Entwicklung der letzten Jahre geleistet. Zurzeit sei Bremen eine wachsende Stadt. Dabei wuchs die Zahl der Arbeitsplätze in den letzten Jahren stärker als die Einwohnerzahl. Die gewerbliche Entwicklung erfolgte daher in einem engen Schulterschluss zwischen den Ressorts Stadtentwicklung und Wirtschaft. Bremen sei ein starker Standort des produzierenden Gewerbes. Gleichzeitig müssten junge Menschen zum Bleiben und zur Existenzgründung bewegt werden.

In vier Workshops zu den Themen Weiterentwicklung von Bestandsgewerbegebieten, urbane Produktion in einer Produktiven Stadt, Logistik von Morgen und Orte für Wissenschaft und forschungsnahe Unternehmen kamen die Gäste zu Wort und lieferten wertvolle Hinweise für das GEP 2030.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion schilderten Bremer Schlüsselakteure aus den Bereichen Kreativwirtschaft, Handwerk, Logistik und Handel ihre Sicht auf den Wirtschaftsstandort Bremen. Ralph Sandstedt von der GVZ Entwicklungsgesellschaft betonte, dass „für Unternehmenskooperationen die räumliche Nähe entscheidend ist. Dazu können der Ringschluss der A 281 und ausreichende Flächenangebote im Gebiet einen Beitrag leisten.“ Für Dr. Heinz Kierchhoff, Geschäftsführer der team neusta GmbH in der Überseestadt, müssen im GEP2030 neben Quantitäten vor allem auch Qualitäten für Wirtschaftsflächen definiert werden. „Qualität bedeutet in dem Zusammenhang auch flexible Flächennutzung.“

Paula Eickmann vom Sozialunternehmen weserholz in Walle berichtet „Als junges Unternehmen war es schwierig, einen Standort zu finden, der bezahlbar, zentral gelegen und im Stadtteil sichtbar ist.“ Dieser Einschätzung kann sich Matthias Winter von der Kreishandwerkerschaft Bremen anschließen: „Handwerk braucht kleine Gewerbeflächen, möglichst im Eigentum und in Kundennähe.“

Für Dr. Kai Brüggemann, Präsident des Industrie-Club Bremen, ist es wichtig, auch über die Landesgrenze hinaus zu denken. „Bremen verfügt zudem über bedeutende wissenschaftliche Forschungseinrichtungen. Dies muss noch stärker nach außen kommuniziert werden.“

Dr. Dirk Kühling, Abteilungsleiter Wirtschaft bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, bedankt sich für die wertvollen Anregungen: „Wir haben vor allem gelernt, dass wir bei der Gewerbeentwicklung mit den Unternehmen sprechen müssen.“

Dazu wird es bald die nächste Gelegenheit geben, ein Fachdialog zum Thema Logistik ist für den 28. Januar 2020 geplant. Die Dokumentation der Auftaktveranstaltung sowie weitere Informationen zum Prozess werden auf der Projekthomepage gep2030.bremen.de zur Verfügung gestellt.

Ansprechpartner für die Medien:
Kai Stührenberg, Pressesprecher bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Tel.: (0421) 361-59090, E-Mail: kai.stuehrenberg@wah.bremen.de