Sie sind hier:
  • Senatorin Stahmann setzt sich auf Länderebene für bessere Bezahlung in Pflege- und Sozialberufen ein - GFMK nimmt Bremer Antrag an

Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Senatorin Stahmann setzt sich auf Länderebene für bessere Bezahlung in Pflege- und Sozialberufen ein - GFMK nimmt Bremer Antrag an

06.06.2019

Eine kostenfreie Ausbildung sowie bessere Bezahlung sollen Gesundheits- und Erziehungsberufe attraktiver machen. Eine entsprechende Initiative von Sozialsenatorin Anja Stahmann hat heute (6. Juni 2019) bei der Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz (GFMK) in Deidesheim (Rheinland-Pfalz) die Zustimmung der zuständigen Länderministerien gefunden. Die Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren der Länder wollen so dem Mangel an Pflegekräften begegnen und zugleich frauentypische Berufe aufwerten.

Nach dem Beschluss der GFMK wird der Bund jetzt aufgefordert,

  • eine kostenfreie Erstausbildung in Gesundheits-, Pflege-, Erziehungs- und therapeutischen Heilberufen einzuführen, das bedeutet: Schulgeldfreiheit und Ausbildungsvergütung,
  • niedrigschwellige Zugänge für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger zu schaffen,
  • bei ein- und zweijährigen Ausbildungsgängen für Durchlässigkeit zu sorgen, so dass Höherqualifizierungen möglich sind,
  • neue Modelle der Ausbildung zu berücksichtigen, zum Beispiel die duale Ausbildung in Schule und Betrieb oder die Ausbildung in Teilzeit, die besonders Eltern in der Erziehungsphase Wege in die berufliche Qualifikation ebnet,
  • ein transparentes, modulares, gut gefördertes System der Weiterbildung aufzubauen.

„Deutschlandweit sind 38.000 Stellen in der Pflege unbesetzt“, sagte Senatorin Stahmann. „Es ist dringend erforderlich, Ausbildung und die Berufstätigkeit attraktiver zu gestalten. Das geht ganz wesentlich über eine angemessene Bezahlung.“ Jahr für Jahr müssen fast 200.000 junge Leute in den Gesundheits- und Sozialberufen Schulgeld für ihre Ausbildung zahlen, davon 83 Prozent Frauen, sagte die Senatorin weiter. Der Frauenanteil an den 5,5 Millionen Beschäftigten in den Gesundheits- und Sozialberufen in Deutschland liege bei rund 85 Prozent.

Bremen hat das Schulgeld bereits für einige Berufe abgeschafft: Schülerinnen und Schüler der therapeutischen Ausbildungsberufe Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie in den Schulen der Heimstiftung und der wisoak müssen ab dem 1. Juni 2019 kein Schulgeld mehr zahlen. Damit ist die volle Schulgeldfreiheit für drei von vier Schulen erreicht.

Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Bernd Schneider, Pressesprecher bei der Senatorin für Soziales, Frauen, Jugend, Integration und Sport, Tel.: (0421) 361-4152, E-Mail: bernd.schneider@soziales.bremen.de