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Der Senator für Kultur

Bremer Landesarchäologie stellt Grabungen und Funde im Stephaniviertel vor

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22.05.2019
Die im Jahr 1694 in Frankreich geprägte Münze: Doppel Gold Louisdor von Ludwig XIV, jpg, 47.1 KB
Die im Jahr 1694 in Frankreich geprägte Münze: Doppel Gold Louisdor von Ludwig XIV

Ein zur Neubebauung vorgesehenes Grundstück am Beginn der Neuenstraße, dass nördlich des Schwanengatt liegt, wird demnächst durch bauatelier nord Planung + Bau GmbH & Co. KG mit 55 Eigentumswohnungen bebaut. Das Grundstück liegt knapp außerhalb der hochmittelalterlichen Stadtbefestigung Bremens, die erst ab circa 1307 das Stephaniviertel miteinbezog. Grund genug, hier im noch nicht durch Nachkriegsbebauung zerstörten Untergrund bedeutende archäologische Spuren zu erwarten. Diese Spuren dokumentieren die mittelalterliche und frühneuzeitliche Entwicklung des Stephaniviertels. Die archäologischen Ausgrabungen werden durch die Grabungsfirma ArchaeoFirm unter der örtlichen Grabungsleitung von Felix Jordan durchgeführt und durch die Landesarchäologie Bremen betreut.

Ungestört ist noch der Hinterhofbereich des Häuserblocks zwischen Neuenstraße und Abbentorstraße, der überraschend viele Abfallgruben, Kloaken des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit enthält. Zwar wurden die Häuser an der Nordseite der „Neuen Strasse“ erst um 1550 herum von den Mauerherren gegen Stedegeld ausgetan, doch darf man sich im Spätmittelalter schon eine locker gestreute Bebauung im Vorfeld des alten Stadtgrabens beim Schwanengatt vorstellen, wie wenige Funde zeigen.

Den Ruf des Stephaniviertels als „Armes Stadtviertel“ widerlegen einige Fundobjekte aus dem 17. bis 18. Jahrhundert. Neben aus China importiertem Porzellan und aus dem Rheinland stammendes hochwertiges Steinzeug belegen den zumindest partiellen Reichtum der Stephanibewohner einige Münzfunde. Herausstechend ist der Fund der bisher schwersten Goldmünze, die bei Ausgrabungen im Bremer Stadtgebiet geborgen wurde. Es handelt sich um einen Doppel Gold Louisdor von Ludwig XIV. Die im Jahr 1694 in Frankreich geprägte Münze hatte auch seinerzeit einen enormen Wert. Sie stellte in etwa den Jahreslohn eines Bremer Arbeiters dar.

Achtung Redaktionen:
Am kommenden Freitag, 24. Mai, um 11 Uhr, haben die Vertreterinnen und Vertreter der Medien die Gelegenheit, vor Ort von der Landesarchäologie eine große spätmittelalterliche Kloake und weitere Befunde und Funde zu sehen und erläutert zu bekommen (Zugang Abbentorswallstraße).

Foto: Landesarchäologie Bremen

Ansprechpartner für die Medien:
Dieter Bischop, Landesarchäologie Bremen, 0151-75069960