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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Hafen für nachhaltige Entwicklung im Nordosten Islands: bremenports gründet Gesellschaft mit isländischen Partnern

Projektentwicklung über mehrere Jahrzehnte geplant

11.04.2019

Die Hafenentwicklung am Finnafjord im Nordosten Islands wird konkret. Am heutigen Donnerstag (11. April 2019) haben Vertreter der am Projekt beteiligten Parteien in Reykjavik Vereinbarungen unterschrieben, mit der die Gründung der Finnafjord Port Development Company ermöglicht wird.

Erste Überlegungen zu dem Projekt gehen auf das Jahr 2007 zurück. Seinerzeit beauftragte die isländische Zentralregierung in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Langanesbyggð und Vopnafjarðarhreppur das isländische Beratungsunternehmen Efla, um zu prüfen, ob am Finnafjord ein Hafen- und Industriestandort realisiert werden kann und um für diese Planung Projektpartner zu gewinnen. Ein entsprechender Kooperationsvertrag zwischen EFLA, bremenports und den Gemeinden wurde im Jahr 2014 geschlossen. Nach den positiv verlaufenden Voruntersuchungen wurde ab dem Jahr 2016 der jetzt vorliegende Vertrag entwickelt.

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Vertreter der am Projekt beteiligten Parteien haben in Reykjavik die Vereinbarungen unterschrieben

Das Projekt umfasst gemäß Absichtserklärung u.a. folgende Punkte:

  • einen Tiefwasserhafen am Finnafjord in der Gemeinde Langanesbyggð südöstlich der Gemeinde Thórshöfn im Nordosten Islands
  • ein Industriegelände für die Versorgung des Hafens und für gewerbliche Aktivitäten
  • den Ausbau der Infrastruktur für den Hafen und die am Standort vorgesehene Industrie, einschließlich Strom- und Wasserversorgung sowie Straßenanbindung
  • die Bewertung und Umsetzung einer Zoll- und Steuerfreizone in Verbindung mit dem Betrieb der Hafen- und Industrieanlagen

Die Parteien sind sich einig, dass

  • die vollständige Realisierung des Projektes mehr als 40 Jahre dauern könnte
  • die Kosten für die Errichtung der Kais usw. vollständig von den Konzessionsnehmern zu tragen sind
  • es öffentliche Infrastrukturverbindungen zwischen der von den Konzessionsnehmern zu errichtenden Infrastruktur und den nationalen Straßen-, Energie-, Wasser- und Telekommunikationsnetzen gibt, die geschlossen werden müssen

In der Hafenentwicklungsgesellschaft wird bremenports zunächst 66 Prozent der Anteile halten. EFLA ist mit 26 Prozent der Anteile beteiligt. Weitere 8 Prozent liegen bei den isländischen Gemeinden.
Im nächsten Arbeitsschritt wird die FFPD durch den Eintritt eines Investors ergänzt.
Auf bremischer Seite hatte der Senat mit einem Grundsatzbeschluss im Jahr 2017 die Voraussetzungen für die Gründung der neuen Gesellschaft geschaffen. Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Martin Günthner: „Das Hafenprojekt auf Island bietet eine konkrete Langzeitperspektive für eine Entwicklung, die sicherlich über mehrere Jahrzehnte gehen wird. Es schafft Voraussetzungen für die nachhaltige Entwicklung der Arktis und trägt dazu bei, sich entwickelnde neue Schifffahrtsrouten sicherer zu machen. Zudem bietet das Projekt große

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Entwicklungschancen für eine strukturschwache Region. Es ist eine Auszeichnung, dass bremenports sich auf Bitten Islands federführend an diesem Projekt beteiligen kann.“

Am Finnafjord können 6 Kilometer Kaje entstehen und ein Hinterland von 1200 Hektar entwickelt werden Das Gebiet ist nahezu unbewohnt und bietet für den Bau des Hafens hervorragende geologische Möglichkeiten. So ist das Wasser in der Bucht annähernd 20 Meter tief. Der Wellengang ist auf dieser Seite Islands besonders niedrig und die Bucht selbst durch eine vorgezogene Landzunge noch einmal besonders geschützt. Anders als an den anderen Fjorden Islands ist das Hinterland nicht gebirgig, sondern flach. Dies bietet die Möglichkeit, hafenaffine Industrie anzusiedeln und mit regenerativ erzeugter Energie zu versorgen. Für eine Realisierung eines Hafens in dieser abgelegenen Region spricht zudem, dass die erforderlichen Baumaterialien zu großen Teilen direkt aus dem Boden gewonnen werden können. Die an dem Projekt beteiligten Gemeinden haben zusammen etwa 500 Bewohnerinnen und Bewohner. Größter Arbeitgeber in der Region ist die Fischindustrie. Deren Entwicklung ist angesichts der sich verändernden klimatischen Bedingungen von Unsicherheiten geprägt. Interesse der Gemeinden ist es deshalb, mit der Entwicklung des Hafens neue Perspektiven, u.a. aus der Nutzung der lokal vorhandenen erneuerbaren Energien, für die einheimische Bevölkerung zu schaffen und die soziale Infrastruktur vor Ort langfristig zu sichern und auszubauen. Große Veränderungsmöglichkeiten werden in der Arktis unter anderem durch die Veränderungen der Schifffahrtsrouten erwartet. Bei einer ganzjährigen Befahrbarkeit der Nordostpassage zwischen Asien und den USA würden sich die Fahrzeiten um mehr als zwei Wochen reduzieren. Der Finnafjord bietet sich in diesem Zusammenhang als Basishub für einen Universalhafen an, von dem aus die Weiterverteilung der Güter in den jeweiligen Zielregionen erfolgen kann.
Bei dem stetig zunehmendem Schiffsverkehr gibt es aktuell bereits dringenden Bedarf an einem Seenotrettungshafen. Weitere Planungsüberlegungen gehen dahin, eine Anlage zur Gewinnung von Wasserstoff zu entwickeln, die zugleich für die Entwicklung einer nachhaltigen Schifffahrt in der Zukunft eine wesentliche Rolle spielen könnte.

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bremenports Geschäftsführer Robert Howe unterstreicht in diesem Zusammenhang den nachhaltigen Projektansatz: „Die Veränderung des Klimas wird zu einer wirtschaftlichen Entwicklung dieser Region führen. Es ist von globaler Bedeutung, dass diese Entwicklung sich an strengsten Nachhaltigkeitskriterien orientiert. Für die isländischen Partner und für uns ist es unverzichtbar, dass die Hafenplanung am Finnafjord in allen Phasen des Projektes an strengen ökologischen Kriterien ausgerichtet wird.“

Hafsteinn Helgason, Efla hf. Consulting Engineers, Director Business Development
„Die bisherigen Vorarbeiten haben viel Zeit in Anspruch genommen, da der Hafen am Finnafjord ein riesiges Projekt ist, das über mehrere Jahnzehnte laufen wird. Unsere Standortuntersuchungen haben gezeigt, dass die Voraussetzungen für den Ausbau gut sind.“

Elias Peturson, Municipality of Langanesbyggð, Mayor
“Wir haben schon lange auf diesen Meilenstein hingearbeitet, den wir heute schließlich erreicht haben. Als neues Tor zur Welt wird der Hafen unsere Bevölkerung stärken und zusätzliche Potenziale im Norden und Osten Islands schaffen. Es ist wichtig, dass die Gemeinden an der neuen Entwicklungsgesellschaft beteiligt sind. Noch wichtiger ist es, dass die Gemeinden die alleinigen Eigentümer der neuen Gesellschaft sind, die den Hafen und seine Anlagen besitzen und betreiben wird. Außerdem schafft die Gründung dieser Gesellschaften endlich eine funktionierende Basis für zielgerichtete und fruchtbare Zusammenarbeit mit den Grundstücksbesitzern in Finnafjörður.”

Þór Steinarsson, Bürgermeister der Gemeinde Vopnafjarðarhreppur
„Die Vertragsunterzeichnung ist eindeutig ein Grund zum Feiern, weil sie ein Meilenstein in der Entwicklung dieses wichtigen Projekts darstellt. Der Hafen am Finna Fjord wird die Gemeinden in dieser Region entscheidend stärken und auch die Wirtschaft im gesamten Nordosten Islands fördern.“

Weitere Informationen
HOLGER BRUNS
Pressesprecher bremenports GmbH & Co. KG
Am Strom 2, 27568 Bremerhaven
0471 / 309 01-103 0172 / 412 82 05
holger.bruns@bremenports.de
www.bremenports.de

Fotos: bremenports GmbH & Co. KG