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Die Senatorin für Kinder und Bildung

Kooperative Steuerung auch für Grundschulen


Bogedan: „Es müssen Ressourcen in der nächsten Haushaltsaufstellung gesichert werden“

04.03.2019

In den Bremer Grundschulen wird enorme Arbeit bewältigt – teilweise unter schwierigen Bedingungen. Durch den schnellen gesellschaftlichen Wandel hat sich die Arbeit mit Kindern, Eltern und in den Schulteams erheblich verändert. Die bildungspolitischen und sozialintegrativen Aufgaben mit einer vielfältigen und inklusiven Schülerschaft sind erheblich. In den Schulen werden beispielsweise viele zusätzliche erzieherische Aufgaben übernommen, Lehrkräfte müssen täglich Antworten auf die Herausforderungen finden. Dafür ist eine Zielorientierung und Weiterentwicklung der Grundschulen notwendig, die auch von Schulleitungen und der Behörde getragen wird. Damit das Bildungssystem wirksam und zielgerichtet verbessert werden kann, sind klare Rollen und Zuständigkeiten, gemeinsame Ziele und Qualitätsstandards sowie kooperative Verfahren zur Steuerung unerlässlich. Für Oberschulen wurde das neue Steuerungselement auf Initiative von Dr. Claudia Bogedan, Senatorin für Kinder und Bildung, bereits vor einem Jahr verankert – in diversen Gruppen wird gemeinsam an Entwicklungen gearbeitet. Jetzt wird auch die „kooperative Steuerung der Grundschulentwicklung“ installiert.

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Senatorin Claudia Bogedan schildert ihre Eindrücke zur Vorarbeit der Kooperativen Steuerung für Grundschulen im LIS.

Im Rahmen des Programms „Zukunftsorientierte Verwaltung" arbeiteten Schulleiterinnen und Schulleiter aus 76 Bremer Grundschulen sowie Vertreterinnen und Vertreter des LIS und der Behörde der Senatorin für Kinder und Bildung ein Jahr lang intensiv in vier Arbeitsgruppen (Schnittstellen verbessern, Inklusion vertiefen, Ganztag weiterentwickeln, Schulen in Gebieten der sozialen Stadtentwicklung stärken) an diesem wegweisenden Vorhaben. Kritisch wurden Aufgaben, Rahmensetzungen und Arbeitsprozesse überprüft, bewertet, Ziele formuliert und verbindliche Verabredungen getroffen. Dabei wurden Strategische Kernempfehlungen in einem Transferbericht (Anhang) verfasst: Kooperative Steuerung durchgängig verstetigen, Bildungspakt mit allen Ressorts schließen, Multiprofessionelle Teams als Kern der Schule der Zukunft ausbauen, Schulaus- und
-umbau vor Ort unterstützen, Schulleitungen strategisch stärken. Senatorin Bogedan stützt diese und weitere Empfehlungen aus dem Prozess, der jetzt in einer umfassenden Veranstaltung mit Behördenvertretern und den Schulleitungen im LIS präsentiert wurde.

Bogedan: „Ich habe einige Aufgabenpakete aus dieser Veranstaltung mitgenommen, dafür müssen Ressourcen gesichert werden. Das kann zunächst über die Haushaltsaufstellung 2020/21 geschehen. Wir haben beispielsweise mit Entlastungsstunden und der zusätzlichen Mathestunde schon einiges gemacht, das werden wir ausweiten. Zudem werden wir das Thema Ganztag sowie Erzieherinnen und Erzieher angehen. Eine bessere Ausstattung ist notwendig. Was mir auch noch einmal sehr deutlich geworden ist, dass Schulleitung nicht nebenbei gemacht wird und eine Leitungsaufgabe eine Leitungsaufgabe ist, egal ob in Grund- oder Oberschule.“ Sehr dringlich sei außerdem die bessere Ausstattung der Inklusion. Sonderpädagogen seien in der Ausbildung, so dass sich die personelle Ausstattung verbessern werde. Zusätzliche Köpfe seien auch hier notwendig. Die Anzahl der Schulsozialarbeiterstellen sei schon massiv erhöht worden. Ziel sei es, dass jede Schule mindestens einen Schulsozialarbeitenden hat. „Was das Megaprojekt Ausbau der Grundschulen angeht, habe ich noch einen Wunsch, und die Hoffnung, dass ich ihn irgendwie realisiert bekomme. Ich wünsche mir pädagogischen Bauleiter. Ich finde, dass Schulleitungen nicht die Bauleitung vor Ort machen sollten. Dafür werde ich mich mit aller Kraft einsetzen“, so die Senatorin.

Kooperative Steuerung der Schulentwicklung
Die Idee der Kooperativen Steuerung: Schulleitungen, Schulaufsicht und Ressortvertretende beraten in einem dialogischen und transparenten Verfahren Kernelemente der weiteren Schulentwicklung.

Ziele der kooperativen Steuerung sind:

  • Expertise der Schulleitungen frühzeitig in Planungen einbeziehen,
  • Informationsverluste an den Schnittstellen Schulleitungen, Behörde und Landesinstitut für Schule vermeiden,
  • Transparenz über Vorhaben und Anliegen in und aus Gremien schaffen,
  • Konflikte dialogisch bearbeiten,
  • Abgestimmte Entscheidungsvorschläge für die Senatorin machen.

Dazu sollen die beteiligten Verantwortlichen frühzeitig über politische Entscheidungen und geplante Vorhaben informiert werden, Transparenz über Ziele, Zeitpläne und Umsetzungsstrukturen geschaffen, frühzeitig systemische Probleme in den Schulen diskutiert und insgesamt eine Kultur des Dialogs und des Aushandelns entwickelt werden.

Im Download:
Transferbericht: Februar 2019, Kooperative Steuerung in der Grundschulentwicklung PDF-Datei (pdf, 836.5 KB)

Foto: Pressestelle, Senatorin für Kinder und Bildung