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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Kulturelle Angebote zur Entlastung pflegender Angehöriger - Sozialsenatorin fördert bislang fünf Einrichtungen

18.01.2019

Pflegende Angehörige gehen oft an ihre Grenzen und manchmal auch darüber hinaus. Während Pflegedienste sie in der fachlichen Arbeit entlasten können, sollen jetzt kulturelle Angebote zur Entspannung und sozialen Teilhabe im Alltag beitragen. In einem ersten Aufschlag fördert Sozialsenatorin Anja Stahmann bislang fünf Projekte in den Stadtteilen sowie in der Kunsthalle Bremen. Gefördert werden sie aus dem Fonds für Innovationsförderung und Strukturverbesserung, der für Entlastung in der häuslichen Pflege sorgen soll, mit rund 26.100 Euro bis zum Jahresende 2019. Diese Zahlen legte die Senatorin heute (Donnerstag, 17. Januar 2019) auf der Sitzung de Deputation für Soziales, Jugend und Integration in Bremerhaven vor. Für weitere Projekte stünden finanzielle Mittel zur Verfügung. Pflegende und zu pflegende Angehörige könnten an den Projekten gemeinsam teilnehmen oder es werden Betreuung vor Ort organisiert. "Die Angebote sind jetzt am Start, überall sind noch Plätze frei", sagte Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport.

"Alte, Kranke oder Menschen mit Beeinträchtigungen werden zumeist in den Familien und von Angehörigen gepflegt", so Senatorin Stahmann weiter. Fast 75 Prozent aller Empfänger von Leistungen aus der Pflegeversicherung lebten in den eigenen vier Wänden. "Die physischen und psychischen Lasten tragen pflegende Angehörige häufig ohne professionelle Unterstützung. Es sind dabei meist Frauen, die zugunsten der Pflege ihre Arbeitszeit in der Firma reduzieren und soziale Kontakte einschränken. Unsere Gesellschaft tut gut daran, pflegende Angehörige nicht nur durch Pflegedienste und finanzielle Zuschüsse zu entlasten, sondern auch durch möglichst vielfältige Angebote gesellschaftlicher Teilhabe." Abschließend betonte sie: "Wir wollen erweiterte Zugangsmöglichkeiten zu kulturellen Angeboten schaffen und damit pflegende Angehörige unterstützen, sich regelmäßig vom pflegerischen Alltag zu erholen."

Die fünf geförderten Projekte im Einzelnen:

Im Projekt "Kulturatelier – Freiraum für Menschen mit Demenz und pflegende Angehörige" bietet die Kirchenmusikerin und Kulturgeragogin Gabriele Holdorf Raum für Kunst und Malerei jeweils donnerstags von 9:30 bis 11:30 Uhr im Begegnungszentrum der Kirchengemeinde St. Michaelis – St. Stephani, Doventorsteinweg 5. Jedes halbe Jahr sollen die Ergebnisse öffentlich gezeigt werden. Die Teilnahme ist kostenfrei, 8 bis 16 pflegende Angehörige können teilnehmen. Kontakt: gabriele.holdorf@kirche-bremen.de, Telefon: 0421/34615-15

Das Projekt "Kulturelle Auszeit für pflegende Angehörige" im Nachbarschaftshaus Marßel e.V. findet freitags nach Absprache statt und wird geleitet von Christina Mehrtens, Altenpflegerin und Betreuungskraft mit Zusatzqualifikation für Demenz. Die zu pflegenden Angehörigen können ebenfalls teilnehmen. In Café-Atmosphäre bietet sie für Gruppen von 10 bis 15 Personen gesellschaftlich kulturelle Angebote im Stadtteil, beispielsweise Kino, Tanz, Bingo und Yoga. Die Teilnahme ist kostenfrei. Kontakt: Nachbarschaftshaus Marßel e.V., Helsingborgstraße 36, nh-marssel@web.de, Telefon: 0421/6360698

Das Projekt "Theatergruppe für Menschen mit und ohne Demenz" findet alle 14 Tage für jeweils drei Stunden im Theater im Bürgerhaus Hemelingen statt. Es richtet sich an Menschen mit und ohne Demenz. Ein diplomierter Theaterpädagoge leitet die Gruppe ehrenamtlich, unterstützt wird er von zwei Betreuungskräften des Paritätischen Pflegedienstes. Neben den Proben sind auch Aufführungen geplant. Die monatliche Teilnahmegebühr beträgt fünf Euro, zehn bis elf Personen können mitmachen. Kontakt: Claudia Buß, hemelingen@ppd-bremen.de, Telefon: 0421/95 85 701

An der Kunsthalle Bremen, am Wall 207, werden ab April zwei Projekte angeboten:
Das Projekt "Kunst ist Leben. Leben ist Kunst" ist ein musisches Kunstangebot der Bildenden Künstlerin und Kulturgeragogin Sonja Bartscherer, das pflegende Angehörige und Menschen mit Demenz anspricht. Es soll einmal je Quartal angeboten werden, samstags oder sonntags für je 120 Minuten. Es können jeweils sechs Personen teilnehmen. Unter dem Titel "SLOW Art" gibt es eine 90-minütige meditative Kunstbetrachtung. Entspannungsübungen, Wahrnehmungsübungen sowie Achtsamkeitstrainings werden mit der meditativen Betrachtung von Bildern verbunden. Gleichzeitig wird den Teilnehmenden Raum und Gelegenheit gegeben sich auszutauschen. Für die pflegebedürftigen Angehörigen wird eine professionelle Betreuung vor Ort angeboten. Sonja Bartscherer wird SLOW Art zwei Mal im Quartal an einem Freitag anbieten. Die Teilnahmegebühr für jede der Veranstaltungen beträgt 5 Euro, es können maximal sechs Personen teilnehmen. Beide Veranstaltungen finden statt in den Atelier-Werkstattlichen Räumlichkeiten der Kunsthalle Bremen.

Kontakt: kunstgemaess@web.de, Telefon: 0421/1617339 oder dingfelder@kunsthalle-bremen.de, Telefon: 0421/32908199.