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Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr

Bremer Wiesenvogelschutz auf Erfolgskurs

Rekordjahr 2018: Im Blockland erstmals wieder mehr als 500 brütende Watvogelpaare

29.08.2018

Die Brutzeit der Wiesenvögel in Bremen ist zu Ende, die aktuellen Zahlen sind ausgewertet. Die diesjährige Saison im Blockland geht mit einem neuen Rekord zu Ende: Erstmals seit Beginn des Wiesenvogelschutzprogrammes vor genau 13 Jahren, konnte die Marke von 500 Brutpaaren erreicht werden. Damit ist die Summe aller Brachvogel-, Uferschnepfen-, Rotschenkel-, Kiebitz- und Bekassinenpaare gemeint, allesamt in Norddeutschland rückläufige oder aussterbende Wiesenbrüter. Auch in den beiden anderen Projektgebieten, im Niedervieland und Oberneuland, sind die Zahlen erfreulich.

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Kiebitzküken im Nest | Foto: Arno Schoppenhorst/BUND

Und so setzt sich die Erfolgsgeschichte des Wiesenvogelschutzes in Bremen weiter fort. Seit der Etablierung des Gebietsmanagements und des kooperativen Wiesenvogelschutzprogramms wurde nicht nur der Negativtrend der Vorjahre gestoppt. Entgegen dem bundesweit sehr stark negativen Trend, sind sogar eine Zunahme der Brutpaare und ein im Durchschnitt ausreichender, in einigen Jahren deutlich positiver Bruterfolg festzustellen. Hierfür haben der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Landwirte in Bremen in den letzten Jahren Lösungen erarbeitet, so z.B. der Gelegeschutz auf Wiesen, die mit Maschinen gepflegt und gedüngt werden müssen, oder der Kükenschutz auf Flächen, die schon im Mai das erste Mal gemäht werden.

Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann, zumal in Bremen auf großflächige Flächenkäufe, wie sie in anderen Schutzprojekten erfolgen, verzichtet wurde. Stattdessen setzt Bremen auf die Zusammenarbeit mit den Landwirten und auf freiwillige Programme, wie das Gelege- und Kükenschutzprojekt des BUND LV Bremen, das mit Mitteln der EU (ELER) und Landesmitteln finanziert ist. Der Erfolg gibt diesem Ansatz recht. Umwelt- und Landwirtschaftssenator Dr. Joachim Lohse: „Das Wiesenvogelschutzprojekt zeigt: Landwirtschaft und Naturschutz können gut und erfolgreich zusammenwirken, wenn gemeinsam Lösungen gefunden werden. Die hohe Akzeptanz und die große Teilnahme an dem Programm bestätigen das.“ Projektleiter Arno Schoppenhorst: „Eine Besonderheit in Bremen ist, dass wir mit unseren Maßnahmen überwiegend auf Privatflächen der Landwirte unterwegs sind. Das setzt ein großes Maß an gegenseitigem Vertrauen voraus. Dafür sind wir sehr dankbar.“

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Ungemähter Fluchtstreifen für die Vögel im Blockland | Foto: Arno Schoppenhorst/BUND

Zwar sind die Zahlen der Wiesenvögel im Vergleich zu den 1980er Jahren auch heute noch relativ gering. Die Entwicklungen in den Bremischen Wiesenvogelschutzgebieten aber sind insgesamt auf einem sehr guten Weg. Senator Lohse dazu: „Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass unser gemeinsam mit Landwirtschaft und Naturschutzverbänden entwickeltes Schutzprogramm für Wiesenbrüter zeigt, dass sich die bedrohten Bestände von Kiebitz, Uferschnepfe und Großer Brachvogel seit fünf Jahren kontinuierlich erholen. Mein Dank gilt allen Beteiligten, besonders den teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirte.“ Projektleiter Arno Schoppenhorst: „Damals, als alles anfing, waren es gerade mal knapp 200 Vogelpaare, Tendenz fallend. Jetzt ist auch der BUND mächtig stolz, denn nach 13 Jahren wurde im Blockland endlich die 500 geknackt.“

In Anbetracht des extrem trockenen, heißen Sommers 2018 liegt die Vermutung nahe, dass ohne spezielle „Bewässerungsmaßnahmen“ (spezielle angelegte Flutmulden, Befüllen von ausgetrockneten Kleingewässern) die positiven Zahlen weniger gut ausgefallen wären. Ein Bestandsrückgang wegen des diesjährigen Sommers erwarten Fachleute erstmal nicht. Wenn aber aufgrund des Klimawandels derartige Sommer zur Regel werden, besteht die Annahme, dass es voraussichtlich für die Watvogelpopulationen kritisch werden kann.

Achtung Redaktionen:
Die Pressestelle des Senats bietet Ihnen das Foto zu dieser Mitteilung zur honorarfreien Veröffentlichung an. Foto: Arno Schoppenhorst/BUND
Foto-Download (jpg, 307.7 KB) Ungemähter Fluchtstreifen für die Vögel im Blockland | Foto: Arno Schoppenhorst/BUND