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Senatskanzlei

Erste Gespräche in Namibia mit Vizepräsident Nangolo Mbumba und Außenministerin Netumbo Nandi-Ndaitwah

07.06.2018
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Bürgermeister Carsten Sieling mit dem Vizepräsidenten Namibias, Nangolo Mbumba

Zum Auftakt der zweiten Etappe der Delegationsreise (Mittwoch, 6. Juni) von Senat und Handelskammer haben Bürgermeister Carsten Sieling und Bürgermeisterin Karoline Linnert erste Gespräche mit dem Vizepräsidenten Namibias, der Außenministerin des Landes sowie mit Vertretern der Stadt Windhoek geführt. Am Austausch mit Vizepräsident Mbumba haben darüber hinaus auch Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaftsdelegation, angeführt vom Präses der Bremer Handelskammer, Harald Emigholz, und unter Beteiligung von BDA-Präsident Ingo Kramer, teilgenommen.

„Bremen und Namibia sind seit vielen Jahren durch zahlreiche enge und freundschaftliche Beziehungen auf politischer und zivilgesellschaftlicher Ebene verbunden. Diese wollen wir durch unseren Besuch hier in Windhoek weiter festigen und vertiefen. Ich freue mich sehr, dass wir dabei die Gelegenheit haben, uns mit dem Vizepräsidenten und der Außenministerin zu einer Reihe wichtiger Fragen auszutauschen“, so Bürgermeister Sieling.

Beim Austausch der Gastgeschenke: Bürgermeister Carsten Sieling und Außenministerin Netumbo Nandi-Ndaitwah, jpg, 57.8 KB
Beim Austausch der Gastgeschenke: Bürgermeister Carsten Sieling und Außenministerin Netumbo Nandi-Ndaitwah

In allen Gesprächen wurde das hohe Interesse Namibias deutlich, neben einer Intensivierung der Unternehmenskooperationen vor allem auch die Zusammenarbeit zwischen Namibia und Deutschland im Bereich der Ausbildung zu verstärken. Dies betrifft sowohl den beruflichen wie den wissenschaftlichen Sektor. Mit Blick auf letzteren haben Bremen und Namibia am Mittwoch bereits einen weiteren Schritt getan: Bremens Wissenschaftssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt und Namibias Ministerin für Hochschulbildung, Ausbildung und Innovation, Dr. Itah Kandjii-Murangi, haben dazu eine Erklärung zur Kooperation der Hochschulen unterzeichnet (siehe dazu Senatsinformation 671 von heute, 07.06.2018).

Im Rahmen der politischen Gespräche mit dem Vizepräsidenten und der Außenministerin wurde auch über das für beide Länder wichtige Thema der Rückführung menschlicher Überreste gesprochen. Hieran hat auch der auf namibischer Seite zuständige Sonderbeauftragte Botschafter Zed Ngavirue teilgenommen, der auch bereits bei der internationalen Namibia-Konferenz in Bremen im Jahr 2004 anwesend war.

„Dieses sehr sensible Thema hat für unsere beiden Länder eine hohe Bedeutung. Ich bin sehr froh, dass wir auf Bremer Seite bereits vor unserer Reise alle notwendigen Vorbereitungen abschließen konnten und alle Entscheidungen getroffen sind, um eine Rückführung der in Bremen befindlichen menschlichen Überreste durch die Bundesrepublik Deutschland nun jederzeit möglich machen zu können. Wir sind hier in Namibia übereingekommen, dass wir auch die Bundesregierung über unsere guten Gespräche in dieser Angelegenheit informieren werden“, so der Bürgermeister.

Bremen und Namibia
Nach Ende der Kolonialzeit in Namibia (1915) übernahm Südafrika für mehrere Jahrzehnte die Leitung in dem Land. Das ermöglichte den deutschen Siedlern die Rückkehr auf ihre Farmen. Nach Jahrzehnten der Apartheid und des Freiheitskampfes, hauptsächlich durch die South-West Africa People's Organisation (SWAPO), erhielt Namibia am 21. März 1990 seine Unabhängigkeit. Zu der Unabhängigkeitsfeier im Stadion von Windhoek entsandte Bremen den damaligen Bildungssenator Henning Scherf. Im Mai 1990 wurde das Denkmal „Bremer Elefant“ in Bremen anlässlich des großen Namibia-Freiheitsfestes zum „Anti-Kolonial-Denkmal“ umgewidmet.
1994 wird auch die Stadt Walvis Bay an Namibia zurückgegeben. Bis dahin stand sie noch immer unter der Verwaltung Südafrikas. Im Mai 1994 reist eine Delegation um den Bremer Häfensenator Beckmeyer nach Namibia. Dort wird eine Kooperation zur Entwicklung des Hafens von Walvis Bay unterzeichnet.
Im November 2004 wird im Bremer Rathaus das internationale Symposium „Der Hererokrieg – Hundert Jahre danach“ ausgerichtet. Im Rahmen der viertägigen Konferenz wird der Versuch unternommen, hundert Jahre nach der Schlacht am Waterberg und dem darauf folgenden Genozid an den Ovahereros die Bedeutung dieser verheerenden historischen Ereignisse in einen aktuellen theoretischen und politischen Zusammenhang zu stellen. Veranstalter des Symposiums waren das Bremer Afrika Archiv e.V. und das Centre for Applied Social Sciences der Universität Namibia in Windhoek.
In 2015 besucht Nangolo Mbumba, damals Generalsekretär der SWAPO, in Deutschland die Städte Berlin und Bremen. Der gemeinsame Versöhnungsdialog beginnt.

Fotos: Senatspressestelle