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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Internationale Experten für Elektrobusse haben sich in Bremen getroffen

Abschluss des europäischen ELIPTIC Projektes

27.04.2018

125 Fachleute aus 15 Ländern haben sich am 26. und 27. April 2018 in Bremen getroffen, um in einer Schlusskonferenz die Ergebnisse des europäischen Forschungsprojektes ELIPTIC vorzustellen und zu diskutieren. ELIPTIC steht für ‚Electrification of Public Transport in Cities‘ (Elektrifizierung des öffentlichen Personennahverkehrs in den Städten) und ist ein von der Europäischen Union gefördertes Forschungsprojekt, das vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr der Freien Hansestadt Bremen koordiniert wurde.

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Internationale Fachleuchte für E-Mobilität besichtigen die in Bremen eingesetzten Elektrobusse

Im ELIPTIC-Konsortium arbeiteten seit Juni 2015 insgesamt 33 Partner aus Forschung, Industrie, Verkehrsunternehmen und Städten zusammen, darunter:

  • Forschungseinrichtungen (u.a. RWTH Aachen, Sapienza Universität Rom, Fraunhofer IVI Dresden)
  • Industriepartner (u.a. Kiepe Elektrik, Siemens, Bushersteller Solaris und Irizar)
  • Städte und Verkehrsunternehmen Bremen mit BSAG, Barcelona, Brüssel, Eberswalde, Gdynia, Lanciano, Leipzig, London, Oberhausen, Szeged, Warschau
  • Verbände und Netzwerke als Multiplikatoren - wie dem Weltverband für öffentlichen Verkehr UITP und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen VDV.

„Der ÖPNV ist einer der sinnvollsten Anwendungsbereiche von Elektromobilität. Und das ELIPTIC Projekt hat hier wichtige Erkenntnisse geliefert", stellte Verkehrs- und Umweltsenator Dr. Joachim Lohse in seiner Begrüßung heraus. Neben der Erprobung und Weiterentwicklung von Elektrobuskonzepten ging es auch um die Effizienzsteigerung in den elektrischen Netzen des ÖPNV – zum Beispiel, um die Bremsenergierückgewinnung besser mit Verbrauchsspitzen beim Anfahren zu optimieren, wie es unter anderem in Brüssel getestet wurde. Oder um Elektrobusse an der Oberleitung der Straßenbahn aufzuladen (Test in Oberhausen) und auch in der Verknüpfung von der robusten technischen Infrastruktur für Straßenbahnen mit Lademöglichkeiten für andere Elektrofahrzeuge (Oberhausen, London).

In Hinblick auf die Förderlandschaft für Elektromobilität hat das ELIPTIC Projekt die Kampagne „Faktor 100“ entwickelt: Ein 18 Meter Elektrobus entlastet die Umwelt –auch aufgrund seiner viel höheren Laufleistung – ebenso wie etwa 100 Elektro-PKW, nur mit dem Unterschied, dass es hier keine 100-fache Förderung gibt. „Gestützt auf diese Argumentation konnte Bremen mit Unterstützung weiterer Bundesländer im Frühjahr 2017 in der Umweltministerkonferenz einen Beschluss für ein Elektrobus-Förderprogramm erwirken, damit die Bundesregierung ein passendes Förderprogramm nicht nur für Pkw, sondern auch für Elektrobusse auflegt. Nun werden jährlich 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um rund 500 Elektrobusse auf Deutschlands Straßen zu bekommen. Hieran hat auch das ELIPTIC Projekt seinen Anteil“, stellt Verkehrssenator Lohse fest. Bremen hat unter anderem auch einen Fachworkshop zu dem in der Praxis relevanten Thema ‚Thermomanagement von Elektrobussen‘ („wie heizt man einen Elektrobus?“) durchgeführt.

In Bremen wird bei der BSAG ein 12 Meter und ein 18 Meter Elektrobus erprobt und in der Alltagspraxis durchgemessen. Das Besondere der Bremer Elektrobusse ist die hohe Reichweite von mindestens 250 Tageskilometern, die ausschließlich ein Laden im Depot über Nacht erfordert. Bremen war eine der ersten Städte, die einen Elektro-Gelenkbus (18 Meter Länge) mit solcher Reichweite erproben konnte.

Für weitere Elektrobusse sind Förderanträge gestellt. „Für Bremen wünsche ich uns eine beschleunigte Beschaffung von Elektrobussen. Dazu müssen aber auch die Bushersteller noch etliche Hausaufgaben machen“, kritisiert Senator Lohse. „Die meisten Städte brauchen große Gelenkbusse, um die Fahrgastzahlen bewältigen zu können. Doch gerade die deutschen Hersteller haben diese Fahrzeuge mit Elektroantrieb noch gar nicht im Angebot.“

Das ELIPTIC Projekt wurde seitens der EU mit knapp sechs Millionen Euro gefördert. Bremen profitiert fördertechnisch insgesamt mit 809.969 Euro. Darin sind für die BSAG budgetiert: 285.375 Euro, für das Verkehrsressort beträgt die Förderung 524.594 Euro.

Foto: Pressereferat, Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr