Sie sind hier:
  • Startseite
  • Bundesverdienstkreuz für Kurt Nelhiebel

Senatskanzlei

Bundesverdienstkreuz für Kurt Nelhiebel

Bürgermeister Sieling: Beispielhafter Einsatz für Versöhnung und gegen Rassismus

18.04.2018
Ordensverleihung: Kurt Nelhiebel und Bürgermeister Carsten Sieling, jpg, 56.0 KB
Ordensverleihung: Kurt Nelhiebel und Bürgermeister Carsten Sieling

„Die Verleihung eines Bundesverdienstkreuzes durch den Bundespräsidenten ist bei weitem kein alltägliches Geschäft”, mit diesen Worten leitete der Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen, Bürgermeister Dr. Carsten Sieling, heute (Mittwoch, 18. April 2018) die Übergabe des Bundesverdienstkreuzes am Bande an den ehemaligem Radio Bremen-Nachrichtenchef Kurt Nelhiebel ein. Sieling weiter: „Nein, das ist etwas Besonderes, auch für mich. Das Bundesverdienstkreuz ist etwas ganz Besonderes.” Der Bürgermeister in seiner Laudatio: „Mit seinem antifaschistischen Antrieb engagiert sich Kurt Nelhiebel seit Jahrzehnten als Publizist und historisch-politischer Journalist unter anderem für die Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus. Er tritt mit seinem beispielhaften Einsatz für Versöhnung und Völkerverständigung und gegen Rassismus ein. Ein Engagement, das hochaktuell und ganz besonders bedeutsam ist.” Gerührt bedankte sich Nelhiebel für die Auszeichnung und stellte fest: "Der von Deutschen gegen das NS-Regime geleistete Widerstand war das einzige Guthaben, das unser Volk nach dem Zweiten Weltkrieg vorzuweisen hatte."

Kurt Nelhiebel (geboren am 29.06.1927 in Deutsch-Gabel (Nìmecké Jablonné), Geburtsland Tschechoslowakische Republik ), engagiert sich seit Jahrzehnten als Publizist für die Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus und tritt für Versöhnung und Völkerverständigung ein. Nelhiebel war im Zweiten Weltkrieg Soldat, kehrte danach in die Tschechoslowakei zurück und wurde – obwohl anerkannter Gegner des Nationalsozialismus – Opfer der Vertreibung. In Deutschland betätigte er sich als historisch-politischer Journalist. Die persönliche Erfahrung von nationalsozialistischer Diktatur und Heimatverlust durch die Vertreibung sowie seine Empathie für die unterschiedlichen Opfergruppen der NS-Zeit bewogen ihn nach seiner Ankunft in Westdeutschland zu einer engagierten und bemerkenswerten journalistischen Tätigkeit: als Journalist berichtete er von Anfang bis Ende vom Frankfurter Auschwitzprozess und stellte in diesem Zusammenhang auch die aufklärende Rolle des Generalstaatsanwalts Fritz Bauer positiv heraus.

Für sein unermüdliches Engagement erhielt Nelhiebel im Jahr 2014 bereits den „Bremer Kultur- und Friedenspreis“ der „Villa Ichon“. Der Freundeskreis des Kulturzentrums würdigte damit dessen unermüdliches Wirken als Journalist, Publizist, Schriftsteller und Dichter.

Service: Weitere Informationen zum Bundesverdienstkreuz gibt es unter:
http://www.bundespraesident.de/DE/Amt-und-Aufgaben/Orden-und-Ehrungen/orden-und-ehrungen-node.html

Foto: Senatspressestelle