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Jugendliche im Land Bremen konsumieren deutlich weniger Drogen

08.03.2018

Jugendliche im Land Bremen konsumieren deutlich weniger Drogen als noch vor zwölf Jahren. Das ist das Ergebnis der neuen ‚Schulbus‘-Studie, die heute (Donnerstag, 8. März 2018) in Bremen vorgestellt wurde. ‚Schulbus‘ steht hier für „Schüler- und Lehrerbefragung zum Umgang mit Suchtmitteln“.
Die Studie, für die insgesamt 1.600 Schülerinnen und Schüler in Bremen und Bremerhaven befragt worden waren, ergab im Vergleich zur Studie von 2005 einen starken Rückgang beim Konsum von Tabak, Alkohol und Cannabis. Die Attraktivität des Umgangs mit diesen Suchtmitteln hat unter den 14- bis 17-Jährigen spürbar abgenommen. Sowohl die Probierbereitschaft der Jugendlichen als auch die Intensität ihres Konsums weisen einen deutlich rückläufigen Trend auf.

Senatorin Quante-Brandt sagte bei der Vorstellung der Studie: „Das sind ermutigende Ergebnisse. Es ist erfreulich zu sehen, dass unsere Suchtprävention in diesen Feldern wirkt. Gleichzeitig haben wir es mit anderen Verhaltenssüchten wie Essstörungen und Internetkonsum zu tun. Gut, dass wir aktuelle Daten haben. Wir werden die Schulbus-Studie jetzt regelmäßig durchführen.“ Dazu Senatorin Bogedan: „Es zeigt sich, dass die Suchtprävention greift. Die vom Landesinstitut für Schule angebotenen Fortbildungen setzen an den richtigen Punkten an. Auf die neuen Herausforderungen müssen wir künftig stärker eingehen.“

Ergebnisse der Schülerbefragung

Suchtmittel
Immer weniger Jugendliche beginnen mit dem Rauchen: Gaben im Jahr 2005 noch rund 70 Prozent der Bremer Jugendlichen an, schon mal Zigaretten geraucht zu haben, so sind es in 2016/17 nur noch 38 Prozent, die auf einschlägige Konsumerfahrungen zurückblicken. Und auch der Anteil der aktuellen jugendlichen Raucherinnen und Rauchern hat sich von damals 42 Prozent auf inzwischen 19 Prozent mehr als halbiert.

Bei Cannabis gaben rund elf Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren an, in den vergangenen 30 Tagen Cannabis konsumiert zu haben. Das waren zwölf Jahre zuvor noch 16 Prozent.
Der befürchtete Anstieg des jugendlichen Umgangs mit Crystal Meth (Methamphetamin) ist nicht eingetreten. Einen aktuellen Konsum gaben 0,1 Prozent der befragten Jugendlichen an. Auch der Konsum anderer illegaler Drogen jenseits von Cannabis wird als niedrig eingestuft und verbleibt bei einer 30-Tage-Prävalenz bei etwa zwei Prozent.

Medikamente
Zugenommen hat dagegen die Verbreitung der Einnahme von Schmerzmitteln unter den Bremer Jugendlichen. Im Zeitraum von 2005 bis 2016/17 hat es einen Anstieg von damals 32 Prozent auf heute 52 Prozent gegeben. Auf unverändert niedrigem Niveau zwischen drei und vier Prozent verbleiben dagegen die Zahlen zu Beruhigungs- und Aufputschmitteln.

Glücksspiel
Obwohl ihnen der Zugang zu Glücksspielen um Geld eigentlich verwehrt sein sollte, geben rund mehr als die Hälfte (54 Prozent) aller in der Freien Hansestadt Bremen befragten Jugendlichen an, mindestens einmal in ihrem Leben an einem Glücksspiel teilgenommen zu haben.
Jeder vierte Schüler (25 Prozent) gegenüber nur zehn Prozent der weiblichen Altersgenossinnen in Bremen gab an, in den vergangenen 30 Tagen an Glücksspiel teilgenommen zu haben.
Eine regelmäßige, also mehrmalige monatliche Teilnahme an mindestens einem Glückspiel um Geld geben 15 Prozent der männlichen und vier Prozent der weiblichen Jugendlichen an.

PC-Spiele
Mit den rasant voranschreitenden Entwicklungen von Computertechnologien steigt auch das Risiko der exzessiven Nutzung. Das gilt insbesondere für Computerspiele, die vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen weit verbreitet sind.
30 Prozent der Bremer Jugendlichen gaben an, mindestens einmal täglich ein Computerspiel zu spielen.
Stärker noch als Glücksspiele um Geld werden PC-Spiele vor allem von männlichen Jugendlichen genutzt. Fast die Hälfte (47 Prozent) von ihnen spielt täglich, während unter den weiblichen Schülerinnen in Bremen nur neun Prozent ein solches Nutzungsverhalten zeigen. Beliebt sind die sogenannten Ego-Shooter- und Third-Person-Spiele.
Rund sechs Prozent der 14- bis 17-jährigen Jugendlichen in der Freien Hansestadt Bremen gelten als „mindestens suchtgefährdete“ PC-Spiele-Nutzerinnen und -Nutzer. Zugrunde gelegt werden dabei die Kriterien des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen.

Internet
Das Internet gehört zu vielen Bereichen des Alltagslebens selbstverständlich dazu. Auch durch die umfangreichen Möglichkeiten mobiler Geräte steigt offenbar auch das Risiko der exzessiven Nutzung, gerade bei Jugendlichen, die als ‚digital natives’ charakterisiert werden.

Mehr als vier Fünftel (86 Prozent) aller Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren sind täglich mindestens einmal aktiv online. Die durchschnittliche Dauer der täglichen Internutzung beträgt etwa sechs Stunden. Schülerinnen nutzen häufiger die soziale Netzwerke, ihre männlichen Altersgenossen eher Online-Spiele. Rund zwölf Prozent der Bremer Befragten werden als internetabhängig eingestuft.

Anders als beim Umgang mit Glücksspiel- und PC-Spieleangeboten sind hier mehr Mädchen (15 Prozent) betroffen als Jungen (neun Prozent).

Essverhalten
Die Ergebnisse liefern keine gesicherten Daten über vorhandene Essstörungen, geben aber erste Hinweise auf Verhaltensweisen, die sich zu einem problematischen Essverhalten entwickeln können.

Die Hälfte der Jugendlichen gab an, dass sie sich mindestens einmal im Monat Gedanken über ihre Figur bzw. ihr Gewicht machen.
Etwa ein Drittel aller Jugendlichen leidet mindestens monatlich bis täglich unter Stimmungsschwankungen aufgrund des eigenen Körpergewichts.
Ebenfalls je ein Drittel hat im zurückliegenden Jahr schon einmal mindestens eine Diät gemacht.

Obwohl eher die Mädchen und jungen Frauen betroffen sind, machen sich auch häufig männliche Schüler Gedanken über ihre Figur bzw. ihr Gewicht (28 Prozent), leiden unter Stimmungsschwankungen (15 Prozent) und blicken auf aktuelle Diäterfahrungen zurück (20 Prozent).