Sie sind hier:
  • Projekte für Psychiatrie gehen in eine neue Runde: Angebote für psychisch kranke Menschen in den Stadtteilen

Die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz

Projekte für Psychiatrie gehen in eine neue Runde: Angebote für psychisch kranke Menschen in den Stadtteilen

28.02.2018

In Bremen und Bremerhaven gehen wieder Modellprojekte für die Versorgung von psychisch erkrankten Menschen an den Start. Die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz hat 15 Projekte ausgewählt, die nun ihre Arbeit aufnehmen können. Im Zentrum stehen regionale und ambulante Angebote, damit psychisch kranke Menschen Unterstützung und Hilfe in ihrem Umfeld nutzen können. Dies ist ein wichtiges Ziel der Weiterentwicklung der Psychiatrie in Bremen. Im Fokus der Psychiatriereform, an der derzeit gearbeitet wird, stehen eine Verbesserung der ambulanten Versorgung, die stärkere Einbeziehung von Psychiatrie-Erfahrenen und Angehörigen sowie eine stärkere Vernetzung der Angebote in den Stadtteilen.

Die innovativen Modellprojekte, die für die kommenden beiden Jahre ausgewählt wurden, verfolgen diesen Ansatz. Sie werden von der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz mit insgesamt 1,2 Millionen Euro gefördert. Bereits in den Jahren 2016 und 2017 wurden Modellprojekte gefördert, von denen die Mehrzahl verstetigt oder weiterentwickelt wird.

Gesundheitssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt ist überzeugt, dass sich der Ansatz der Projekte bewährt hat. Bei der heutigen Vorstellung der Projekte sagte sie: „Auch bei den neuen Projekten geht es darum, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen in ihrem Umfeld gut versorgt werden und Anlaufstellen finden, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Die ambulante regionale Ausrichtung der Psychiatrie wird damit weiterentwickelt. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit unserer Reform einen guten Schritt vorankommen.“

Folgende 15 Modellprojekte werden gefördert:

Genesungsbegleiter/innen in psychiatrischen Angeboten:
Genesungsbegleiter/innen auf den Akutstationen im Klinikum Bremen Ost geben Patientinnen und Patienten Unterstützung beim Übergang von stationärer in andere Versorgungsformen.
Im Nachtcafé im Klinikum Reinkenheide in Bremerhaven soll der Einsatz von Genesungshelfern niedrigschwellige Krisenintervention ermöglichen.

Sektorübergreifende Behandlung
Klinikum Bremen Ost, Arbeiter-Samariter-Bund, Gesellschaft für ambulante psychiatrische Dienste: Kombination von Leistungen der Institutsambulanz, der Tagesklinik und der psychiatrischen Stationen mit ambulanter psychiatrischer Pflege und Eingliederungshilfe

Expertenteam Bremerhaven der AWO Bremerhaven: Das Expertenteam hat die Aufgabe, einzelfallbezogene, gemeindenahe Versorgungskonzepte
für die Zielgruppe der schwer integrierbaren Menschen zu entwickeln.

Nachtcafé Bremen; Bremer Werkgemeinschaft: Niedrigschwelliges Krisenangebot in der Nacht

Nachtcafé Bremerhaven; Klinikum Bremerhaven Reinkenheide: Niedrigschwelliges Krisenangebot von Genesungsbegleiter-/innen

Fürsprache- und Beschwerdeangebote im Bremer Westen; Initiative zur sozialen Rehabilitation. Aufbau eines Fürsprache und Beschwerdewesens im Bremer Westen

Fürsprache und Beschwerdeangebote in Bremen Mitte; Verein für Innere Mission, Aufbau eines Fürsprache- und Beschwerdewesens in Bremen Mitte.

Fürsprache- und Beschwerdeangebote in Bremerhaven durch die Diakonie Bremerhaven

Koordination der Fürspracheangebote durch den Fortbildungsträger Fokus

Frauenraum EigenArt; Gesellschaft für Ambulante Psychiatrische Dienste (Gapsy), Initiative zur sozialen Rehabilitation, ASB, Verein für Innere Mission. Das Projekt richtet sich an Frauen, die aufgrund traumatisierender Erfahrungen psychisch krank geworden sind. Der frauenspezifische Schutzraum im Rahmen eines Tagesangebotes soll die Teilhabemöglichkeiten der Betroffenen verbessern.

Übergänge gestalten; Gesundheit Nord:
Angebot für Adoleszente (Personen zwischen 16 – 24), die aufgrund ihrer besonderen Situation weder in der Kinder- und Jugendpsychiatrie noch in der Erwachsenenpsychiatrie adäquat versorgt werden können:
- Aufbau eines Informationspools und -netzwerks
- Beratung von Adoleszenten, deren Angehörigen und professionell mit ihnen Befassten
- Entwicklung von Werkzeugen zur besseren Erreichbarkeit der Zielgruppe (Internetauftritt, Entwicklung einer App)
- Öffentlichkeitsarbeit

Stärkung des Recoveryansatzes durch die Einbindung von Genesungsbegleiter*innen im Bereich Suchtmittel, Geno.
- Einbindung von Genesungsbegleiter*innen in die Suchtbehandlung in Bremen-Ost
- Stärkung der Kooperation mit den Selbsthilfegruppen
- Sekundärprävention in somatischen Fachabteilungen

Beratung und Intervention bei Online-Sucht; Ambulante Suchthilfe Bremen. In Bremen gibt es derzeit kein ausgewiesenes Hilfsangebot für Internetabhängige.
Durch die Modellmittel werden eingerichtet:
- Eine Mediensprechstunde
- Eine psychoedukative Gruppe für Menschen mit exzessivem Medienkonsum
- Etablierung einer Selbsthilfegruppe
- Öffentlichkeitsarbeit

Psychoedukation zur Stärkung der Emotionskontrolle für Menschen mit Abhängigkeitserkrankung, Ambulante Suchthilfe Bremen. In Bremen gibt es für Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung und einer weiteren psychischen Störung nur schwer Zugang zu ambulanten psychotherapeutischen
und zu psychoedukativen Programmen. Daher werden durch das Projekt gefördert:
- Training von Skills zur Emotionskontrolle
- Etablierung einer Selbsthilfegruppe

Krisenangebot;Gesellschaft für Ambulante Psychiatrische Dienste (Gapsy)
- Telefonische Krisenberatung für ganz Bremen
- Ambulante Krisenberatung in Kooperation mit dem Nachtcafé
- Angebot eines Krisenbetts
- Aufsuchende Krisenintervention