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Die Senatorin für Finanzen | Senatskanzlei

"Nationalsozialistisches Gedankengut ist kein abgeschlossenes Kapitel aus der Vergangenheit – es gehört zur aktuellen Realität"

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus – Gedenkveranstaltung im Bremer Rathaus

25.01.2018

Mit einer Gedenkveranstaltung in der Oberen Rathaushalle wurde am 25. Januar 2018 an die Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes erinnert. Bürgermeisterin Karoline Linnert betonte, wie wichtig die Auseinandersetzung mit diesem grauenvollen Kapitel deutscher Geschichte nach wie vor sei: "Wer die eigene Geschichte kennt und sich damit auseinandersetzt ist sensibilisiert gegenüber vielfältigen Formen von Ausgrenzung und Diskriminierung in unserer Gesellschaft. Nationalsozialistisches Gedankengut ist kein abgeschlossenes Kapitel aus der Vergangenheit – es gehört zur aktuellen Realität. Gerade deshalb bin ich sehr froh, dass zahlreiche Einzelpersonen und Institutionen auch in diesem Jahr wieder ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm organisiert haben, das an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert und Raum für Diskussionen über aktuelle erschreckende Entwicklungen in Deutschland, Europa und der Welt bietet."

Karoline Linnert dankte Ehrengast Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg, für Ihr Kommen. Petra Rosenberg erinnerte in ihrem Festvortrag mit dem Titel "Ceija Stojka: Ich habe Angst, Auschwitz könnte nur schlafen" an die Ankunft des ersten Transports mit Sinti und Roma im sogenannten Zigeunerlager der KZ Auschwitz-Birkenau.

Die Rede von Bürgermeisterin Linnert zum PDF-Download (pdf, 214.6 KB) - (Hinweis: Es gilt das gesprochene Wort!)

Anschließend verlasen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Links der Weser die Namen der Opfer von Medizinverbrechen in Bremen. "Die Grenzgänger" begleiteten die Gedenkveranstaltung musikalisch.

Umfangreiches Begleitprogramm
Es sind weitere Veranstaltungen der Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma sowie allen anderen Opfergruppen gewidmet. Das umfangreiche Begleitprogramm beinhaltet rund 50 Veranstaltungen und umfasst von Januar bis März Vorträge, Filmvorführungen, Diskussionen, Ausstellungen, Lesungen, Führungen und vieles andere mehr.
Ein breites Bündnis aus Vereinen, Initiativen und Kooperationspartnern erstellte das Programm, dessen Koordinierung in den Händen von "Erinnern für die Zukunft e.V." und der Landeszentrale für politische Bildung liegt. Der Programmflyer ist in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen zu finden und auch auf der Internetseite des Vereins "Erinnern für die Zukunft" www.erinnernfuerdiezukunft.de abrufbar.

Hintergrund
Der Tag des Gedenkens am 27. Januar ist in der Bundesrepublik Deutschland ein nationaler Gedenktag, der 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Prof. Dr. Roman Herzog eingeführt wurde. Am 27. Januar 1945, vor 73 Jahren, befreiten Soldaten der Roten Armee die wenigen Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Dieser Tag ist inzwischen auch ein internationaler Gedenktag, der allen Opfergruppen gewidmet ist.