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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Unter Bremer Lizenz: Nürnberg eröffnet ersten ‚mobil.punkt‘

05.10.2016
Ulrich Daniel, Planungs- und Baureferent der Stadt Nürnberg und Michael Glotz-Richter, Referent für nachhaltige Mobilität beim Bremer Senator für Umwelt, Bau und Verkehr bei der Einweihung des ersten Nürnberger mobilpunktes. Mit dabei:  Udo aus Bremen, der dank Carsharing sich nicht mehr um Ölwechsel kümmern muss, sondern lieber chillt…
Ulrich Daniel, Planungs- und Baureferent der Stadt Nürnberg und Michael Glotz-Richter, Referent für nachhaltige Mobilität beim Bremer Senator für Umwelt, Bau und Verkehr bei der Einweihung des ersten Nürnberger mobilpunktes. Mit dabei: Udo aus Bremen, der dank Carsharing sich nicht mehr um Ölwechsel kümmern muss, sondern lieber chillt…

Die Bremer ‚mobil.punkte‘ schreiben Geschichte. Bremen hat mit diesen Car-Sharing-Stationen im öffentlichen Straßenraum im Jahr 2003 Neuland betreten, dafür viele Anerkennungen bekommen und sie sogar auf der Weltausstellung 2010 in Shanghai zeigen dürfen. Mittlerweile gibt es 24 mobil.punkte und –pünktchen in Bremen. Jedes Jahr kommen weitere hinzu, nun auch in Nürnberg -unter Bremer Lizenz, denn der Name ist geschützt.

Heute (Mittwoch, 5. Oktober) wurde der erste ‚mobil.punkt‘ in Nürnberg durch den Planungs- und Baureferenten der Stadt Nürnberg Daniel Ulrich eingeweiht – und Michael Glotz-Richter, Referent für nachhaltige Mobilität beim Bremer Senator für Umwelt, Bau und Verkehr – war als "Vater der Bremer mobil.punkte" zur Eröffnung in die Franken-Metropole eingeladen.

"Es ist schön zu sehen, wie sich eine gute Idee weiter fortpflanzt. Viele deutsche Städte haben sich bereits an Bremen orientiert und Carsharing in ihre Verkehrsstrategien integriert. Nach elf Jahren politischer Diskussionen hat nun auch der Bundesverkehrsminister ein Carsharing-Gesetz entworfen – dass aber noch einiger Nachbesserungen aus der Praxis bedarf", fasst Bremens Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Dr. Joachim Lohse, zusammen.

Mittlerweile haben etliche Städte in Deutschland den Bremer Ansatz übernommen – doch ist Nürnberg die erste Stadt, die auch den griffigen Namen ‚mobil.punkt‘ nutzen darf. "Mit freundlicher Genehmigung der Freien Hansestadt Bremen" prangt deshalb auf allen Nürnberger Mobilpunkt-Stelen. Doch muss die Stadt Nürnberg die gleichen strengen Anforderungen an Carsharing-Anbieter stellen, wie sie in Bremen gelten, um überall eine gleiche Qualität sicherzustellen wie zum Beispiel:

  • Einhalten der Kriterien des Umweltzeichens ‚Blauer Engel‘ sowie
  • Nachweis der Stellplatzentlastung

Die Stellplatzentlastung ist ein ganz wichtiger Aspekt, in Bremen ersetzt jedes Carsharing-Auto an den mobil.punkten 15 private PKW. Insgesamt wurden in Bremen mitteile über 4.000 PKW durch die Nutzung von Carsharing ersetzt – ein deutlicher Beitrag zur Entlastung des Straßenraums.

Die Umsetzung in Nürnberg ist ein ganz konkretes Ergebnis der Kooperation zwischen Bremen, Leipzig und Nürnberg zu Stadtentwicklungsfragen im Rahmen des vom Bundesministerium für Umwelt und Bau geförderten Verbundes ‚koopstadt‘. Nürnberg wird zunächst acht mobilpunkte mit rund 50 Carsharing-Fahrzeugen einrichten und plant in den nächsten Jahren dann einen weiteren Ausbau. In Bremen gibt es derzeit 24 mobil.punkte mit rund 80 Carsharing-Autos, hinzukommen weitere Carsharing Stationen auf privatem Grund. Insgesamt stehen den derzeit schon über 12.000 Bremer Carsharing Nutzerinnen und Nutzern rund 80 Stationen mit über 250 Autos zur Verfügung.

Obwohl sich der Deutsche Bundestag bereits 2005 – basierend auf den ersten Erfahrungen aus Bremen – mit den Rechtsregelungen für Carsharing-Stationen befasst hatte, dauerte es elf Jahre bis nun dieser Tage der Bundesverkehrsminister einen ersten Entwurf vorgelegt hat – übrigens mit dem gleichen rechtlichen Ansatz, der auch in Bremen zum Tragen kommt.

Foto: Pressereferat des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr