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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Europäische SUMP Konferenz zur Verkehrsentwicklungsplanung zu Ende gegangen

Bremer Deklaration auf den Weg gebracht

14.04.2016

Die "3. Europäische Tagung zu städtischen Verkehrsentwicklungsplänen" (European SUMP conference) ist am Mittwochabend (13.04.16) in Bremen mit der Vorstellung der "Bremen Declaration"zu Ende gegangen. Über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 39 Ländern waren nach Bremen gekommen, um aktuelle Entwicklungen der Verkehrsentwicklungsplanung zu diskutieren. Bremen hat als Preisträger des European SUMP Award eine Vorbildrolle.

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Empfang der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der SUMP-Konferenz im Bremer Rathaus

"Impressive", "I wish I could live in a city like this" – so und ähnlich lauteten Rückmeldungen internationaler Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach den Fachexkursionen durch Bremen. Mit dem Bus, mit historischen Straßenbahnen, per Fahrrad oder zu Fuß ("Walkshops") erkundeten die Tagungsgäste die Hansestadt. Mit dem Rad machten die Konferenzteilnehmer aus aller Welt Bekanntschaft mit dem Netz der Bremer Fahrradstraßen, zu Fuß lernten sie die Integration von Car-Sharing in das Parkraummanagement kennen, mit dem Prototyp eines batterie-elektrischen Busses konnte die Zukunft der Busantriebe erlebt werden.

Zum Abschluss der Konferenz wurde die "Bremer Deklaration zur nachhaltigen Verkehrsentwicklungsplanung" vorgestellt. Getragen durch eine breite Zustimmung werden die Ergebnisse der Konferenz in die verkehrspolitische Debatte auf europäischer Ebene gebracht. "Hiermit wird auch der Name Bremens als Inbegriff einer Stadt mit hoher Lebensqualität weiter in die Welt getragen" betont der Bremer Gastgeber der Tagung, Senator Dr. Joachim Lohse.

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Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz erkunden Bremen per Rad

Die Deklaration betont die Verantwortung der Städte für die Lebensqualität und Verkehrsentwicklung. Die Effizienz des Verkehrssystems hängt sehr von einer effizienten Straßenraumnutzung ab. Wie auch die neusten Daten aus Navigationssystem und Mobiltelefonen bestätigen, haben Städte mit einer intensiven Nutzung des Fahrrades deutlich weniger Staus. Aber auch Fußgängerinnen und Fußgänger brauchen ausreichenden Bewegungsraum. Zu-Fuß-Gehen ist oftmals nicht einmal in offiziellen Statistiken enthalten. In Bremen hat der Fußverkehr einen Anteil von 20 Prozent an allen Wegen der Bremerinnen und Bremer.

Der Wirtschaftsverkehr bringt neue Herausforderungen für die Städte – der ansteigende Internet- und Versandhandel bringt mit seinen Lieferdiensten eine ansteigende Verkehrsbelastung, die innovative Lösungen verlangt. Die Deklaration spricht im Gegensatz zu den derzeit sehr geförderten ‚smart cities‘ von "weisen Städten", damit neue Technologien nicht als Selbstzweck eine Entwicklung treiben, sondern in einen sinnvollen Zusammenhang der Stadtentwicklung und Verkehrsentwicklungsplanung gestellt werden. Als Beispiel wird in der Deklaration das Elektroauto genannt, das zwar hilft Klimaziele zu erreichen, aber keinen Beitrag leistet, um Stau oder Parkplatzprobleme zu lösen.

Neue Herausforderungen wachsen mit den vielfältigen technischen Entwicklungen. Der Internethandel hat den Güterverkehr durch die zahlreichen Zustellungen ansteigen lassen. Weitere Herausforderungen erwachsen zum Beispiel mit selbstfahrenden Autos. Es wird erwartet, dass damit das Verkehrsvolumen deutlich ansteigen könnte – allerdings sind auch Entlastungen in der Zahl der insgesamt vorhandenen Autos möglich, wenn ein umfassendes Verkehrskonzept umgesetzt wird. Hierin spielt das ‚sharing‘ eine besondere Rolle. Städte fordern ein, dass sie in die technische Entwicklung besser eingebunden werden und nicht mit fertigen technischen Entwicklungen konfrontiert werden.

Nach der Vorstellung der Bremen Deklaration auf der SUMP Konferenz schließt sich nun eine Anhörungsphase an. Kommentare und Beiträge zur Bremen Deklaration werden dann zusammen mit den großen Städtenetzwerken ICLEI, POLIS und Eurocities redaktionell bearbeitet. Die Bremen Deklaration soll dann im verkehrspolitischen europäischen CIVITAS Forum im September 2016 in Gdynia und weiteren Konferenzen präsentiert werden – und zur weiteren Diskussion anregen.

Fotos: Wolfgang Loock and Eduardo Cinta