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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Innenstadtanbindung: Wegweisender Schritt für Überseestadt

27.11.2006

Offizielle Eröffnung am 2. Dezember markiert Abschluss umfangreicher Baumaßnahmen

Nach nur zweieinhalb Jahren Bauzeit ist es soweit: Die direkte Anbindung der Überseestadt an die Bremer Innenstadt wird am Sonnabend, dem 2. Dezember offiziell eröffnet. Sowohl die Straßenbahnlinie 3 wie auch das letzte Teilstück der neuen Straßenanbindung zwischen der Innenstadt und der Überseestadt, die künftige Eduard-Schopf-Allee, werden an diesem Tag erstmals für den Verkehr freigegeben. Dabei wird die Enthüllung des neuen Straßennamenschildes durch Rolf Schopf, Sohn des Gründers des bekannten Bremer Kaffeeunternehmens Eduscho, vorgenommen. Die jetzt erfolgte Fertigstellung der Verbindung zur Innenstadt ist das Ergebnis gezielter Investitionen in die Infrastruktur, um die optimalen Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung der Überseestadt zu schaffen.

Jörg Kastendiek, Senator für Wirtschaft und Häfen des Bundeslandes Bremen, betont die Bedeutung der neuen Strecke: „Die Anbindung der einstigen Hafenreviere an das Stadtzentrum gibt der weiteren Entwicklung der Überseestadt einen wichtigen Schub. Sie macht die Überseestadt noch attraktiver für Unternehmen und Besucher. Das zeigen auch die aktuellen Bauvorhaben entlang der Strecke, wie die Errichtung des höchsten Bremer Hochhauses nach den Entwürfen von Stararchitekt Helmut Jahn und die Umgestaltung des Europahafens, die beide enorm von der Verkehrsanbindung profitieren werden. Auch die Flächenverkäufe in der Überseestadt von 2,7 Hektar in 2005 und 3,9 Hektar in den ersten 3 Quartalen 2006 mit fast 1.250 neuen sowie rund 900 gesicherten Arbeitsplätzen zeigen, wie erfolgreich und begehrt die Überseestadt ist. Unsere Investitionen in die Neuordnung der Überseestadt sind gut angelegtes Geld.“

Die Bremer Investitions-Gesellschaft (BIG) mbH war im Rahmen der Fertigstellung federführend für die Koordination der verschiedenen Auftragnehmer verantwortlich, etwa beim Bau der Eduard-Schopf-Allee, der Verlängerung der Wall-Anlagen sowie der Konstruktion der neuen Eisenbahnbrücke am Stephanitor. Die Realisierung der Baumaßnahme bedeutete angesichts des knappen Zeitplans einen technischen und logistischen Kraftakt für alle Beteiligten. Umso mehr freuen sich die Wirtschaftsförderer der BIG, dass die termingerechte Fertigstellung gelungen ist. Bereits jetzt kann die Bremer Investitions-Gesellschaft ein verstärktes Interesse auf Seiten der Investoren an den erschlossenen Gebieten verzeichnen.

Die Fertigstellung innerhalb der kurzen Bauzeit ist umso bemerkenswerter angesichts der hohen Komplexität des Vorhabens. Während der knapp zweieinhalb Jahre von Juli 2004 bis Dezember 2006 haben die BIG und ihre Auftragnehmer insgesamt rund 150.000 Kubikmeter Boden ausgetauscht, etwa 1.900 Meter an Straßen und 2.000 Meter an Gleisen verlegt, sowie durch die Bremer Polizei vierzehn Bombenblindgänger auf dem Bauareal entsorgen lassen. Die für die Anbindung notwendigen Arbeiten beinhalteten ein ganzes Bündel an einzelnen Baumaßnahmen, die sich vom Abriss und dem Rückbau von Gebäuden, der Bodenentsorgung, dem Straßen-, Gleis und Kanalbau bis hin zum Bereitstellen von Versorgungsleitungen und der öffentlichen Straßenbeleuchtung erstreckten.

Nicht zuletzt mussten als Teil der neuen Strecke zwei von dem renommierten Stuttgarter Architekten Prof. Jörg Schlaich entworfene Brückenkonstrukte, eine Auto- und eine Eisenbahnüberführung, aufgestellt werden. Deren äußerst schlanke Bauweise stellte alle an der Konstruktion Beteiligten vor eine ingenieurtechnische Herausforderung. Trotz vorrübergehender Lieferschwierigkeiten aufgrund der Verwendung von Sonderstahlsorten markierte die reibungslose Verkehrsfreigabe der Eisenbahn- und der Straßenbrücke im Mai sowie im August 2006 einen Meilenstein bei den Bauarbeiten. Dem folgte die Wiederinbetriebnahme der Hafenbahn auf neuer Strecke im September 2006. Die Gesamtkosten für das Projekt „Innenstadtanbindung“ beliefen sich auf rund 45 Millionen Euro, die überwiegend aus Mitteln des Senators für Bau, Umwelt und Verkehr finanziert wurden.

Als nächste Baumaßnahmen im Zusammenhang mit der Anbindung sind nach dem 2. Dezember die Neugestaltung der Böschung zwischen Innenstadtanbindung und Faulenquartier im Januar/Februar 2007 sowie die straßenbegleitende Begrünung entlang der gesamten Strecke im Februar 2007 geplant. Daneben soll ein Fuß- und Radweg im Bereich Faulenquartier im Februar und März nächsten Jahres angelegt werden.

Neben der BIG und der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) als Verantwortliche für den Schienennahverkehr waren die folgenden Unternehmen und Institutionen maßgeblich an der Fertigstellung des Projekts beteiligt:

  • Amt für Straßen und Verkehr: Planungsträger
  • Polizei Bremen: Kampfmittelräumdienst
  • DB Projektbau, Hannover: Oberbauleitung und Bauüberwachung Eisenbahnbrücke
  • Ingenieurbüro BPR Dipl.-Ing. B. Künne & Partner, Bremen: Planung und Bauober-leitung, Bauüberwachung
  • bremenports: Oberbauleitung, Bauüberwachung
  • Ingenieurbüro Vössing, Hamburg: Technische Projektsteuerung
  • CTB Consult Team Bremen, Gesellschaft für Verkehrsplanung und Bau: Oberbau-leitung und Bauüberwachung
  • Ingenieurbüro B.A.U. Gehrke/Schuderer, Bremen: Sicherheits- und Gesundheits-schutzkoordinierung

Daten und Fakten zur Innenstadtanbindung im Überblick:

Zeitlicher Rahmen:

  • Bauzeit: Juli 2004 bis Dezember 2006
  • Einschub/Inbetriebnahme neue Eisenbahnbrücke: Mai 2006
  • Inbetriebnahme neue Westauffahrt: Juni 2005
  • Inbetriebnahme neue Straßenbrücke/Ostabfahrt: August 2006
  • Betrieb der Hafenbahn auf der neuen Strecke: September 2006
  • Fertigstellung Straßenbau: 01.12.2006
  • Eröffnung Innenstadtanbindung: 02.12.2006

Daten:

  • Abbruch (umbauter Raum): rd. 150.000 m³
  • Kampfmittel: Entsorgung von 14 Bombenblindgängern
  • Straßen rd. 1.900 m
  • Kanäle: rd. 1.600 m
  • Gleislänge: rd. 2.000 m
  • Bodenaustausch: rd. 150.000 m³
  • Fläche Straßenbrücke: 45 m x 11 m
  • Fläche Eisenbahnbrücke: 56 m x 13 m

Die Bremer Überseestadt ist eines der größten städtebaulichen Projekte Europas. Auf dem knapp 300 Hektar großen Gebiet wandelt sich das Alte Hafenrevier zu einem modernen Dienst­leistungszentrum mit Weserlage, Innenstadtnähe und modernen Bürolofts. Acht Quartiere mit unterschiedlichen Schwerpunkten machen aus der Überseestadt einen „Standort der Möglichkeiten“ und stehen für die gesunde Mischung aus Dienstleistung und Bürobetrieb, Hafenwirtschaft und Logistik, Freizeit und Kultur.
Weitere Informationen zur Bremer Überseestadt unter: www.ueberseestadt.de.