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Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen

Internationale Car-Logistiker zu Gast in der Automobil Drehscheibe Bremen/Bremerhaven

29.09.2000

Die Bremische Hafenvertretung e.V. (BHV) teilt mit:

"Global Automotive Trade and Logistics Conference" im World Trade Center Bremen


Am 27. und 28. September 2000 fand im Bremer World Trade Center die zweite globale Automobilkonferenz mit einer angegliederten Fachausstellung statt. Hauptthema dieser zweitägigen internationalen Veranstaltung war die Entwicklung des Automobilmarktes weltweit in den nächsten fünf Jahren. Immerhin erwarten Branchenkenner, dass in diesem Zeitraum mehr als 300 Millionen Fahrzeuge produziert, weltweit verkauft und transportiert werden. Das Forum gab darüber hinaus Einblicke in die Erwartungen der global agierenden Automobilproduzenten, in branchenspezifische E-Commerce-Lösungen und ganzheitliche Systemdienstleistungen. In Zusammenarbeit mit Lloyd’s List Events, London, war es der Bremische Hafenvertretung e. V., Bremen, gelungen, dieses praxisorientierte Fachforum, das im vergangenen Jahr in Rotterdam stattgefunden hat, für den Standort Bremen/Bremerhaven gewinnen. Darüber hinaus zeigt der Hauptveranstalter Loyd’s List Press, London, ein starkes Interesse, diese Fachkonferenz alternierend mit Barcelona im zweijährigen Rhythmus fest in Bremen zu etablieren, da Bremen/Bremerhaven mit einem Automobilumschlag 1,2 Millionen Fahrzeugeinheiten (1999) der führende Autohafen in Europa ist.


Vor über zweihundert Repräsentanten multinationaler und europäischer Automobilunternehmen und –zulieferern aus 17 Ländern, bedankte sich Richard Lawson, Chairman der Richard Lawson Autologistics Group, Großbritannien, und Präsident der European Car-Transport Group of Interest (ECG) bei Josef Hattig, Senator für Wirtschaft und Häfen der Freien Hansestadt Bremen sowie Präsident der Bremischen Hafenvertretung e. V., für die gute Zusammenarbeit und die professionelle Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung dieser deutsch-englischen Gemeinschaftsveranstaltung. Ferner dankte Richard Lawson den Unternehmen E. H. Harms Automobil-Logistics und der BLG Logistics Group, die als Sponsoren maßgeblich

zum Gelingen der Fachveranstaltung beigetragen hätten und dem Verband der europäischen Autotransporteure European Car-Transport Group of Interest (ECG), der ebenfalls umfangreiche Hilfestellung während der Vorbereitungsphase gegeben habe.


Josef Hattig hob in seiner Begrüßungsrede hervor, dass die Hafengruppe Bremen/Bremerhaven als Marktführer im Wettbewerb der europäischen Umschlag- und Logistikzentren für Automobile und Fahrzeugteile immer stärker mit der Globalisierung und der damit verbundenen internationalen Arbeitsteilung wachse. "Hafenwirtschaft und –politik kann nicht mehr auf den reinen Umschlag von Seegütern beschränkt werden. Die Wettbewerbsfähigkeit eines Hafenstandortes wird heute durch die Fähigkeit entschieden, sich in ein vernetztes logistisches Gesamtkonzept einzugliedern", stellte Hattig fest. Von entscheidender Wichtigkeit sei dabei ein umfassender Service im Hafen, der beispielsweise hochwertige, teilweise industriell geprägte Tätigkeiten in der Zusatzausrüstung und Distribution von Automobilen biete. Darüber hinaus müsse sich der Hafen noch stärker als Systemdienstleister verstehen, um die steigenden Anforderungen der verladenden Wirtschaft und der Reeder zuverlässig erfüllen zu können. Dies habe das Land Bremen rechtzeitig erkannt und entsprechend gehandelt. Bremerhaven sei inzwischen der größte Autohafen des Kontinents und könne mit einer deutlichen Zuwachsrate von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf über eine Million umgeschlagener Fahrzeuge zurückblicken. Da Import- und Exportmengen sich in etwa die Waage hielten, sei es ein Vorteil für die Reeder, ihre Schiffe optimal auszulasten. Die Produkte europäischer Hersteller, die via Bremerhaven verschifft werden, seien vor allem für die USA, Ostasien und Nahost bestimmt, während die Import-Fahrzeuge aus Japan und Korea vorrangig in den deutschen, mitteleuropäischen, skandinavischen und baltischen Markt gingen.


Helmut Petri, Vorstandsmitglied PKW-Produktion des Daimler Chrysler-Konzerns, ging in seinem Grußwort auf die zunehmende Globalisierung der Automobilbranche ein und betonte, dass die Bremischen Häfen von enormer Wichtigkeit für Mercedes-Benz seien.


In Bremen sei das zweitgrößte Automontagewerk des Konzerns etabliert, wo mehr als 16.000 Beschäftigte die C-Klasse Limousine und das T-Modell, die CLK- sowie die SLK- und SL-Roadster-Serien fertigten. Von Bremerhaven aus würden dann diese Fahrzeuge in die ganze Welt verschifft. In Deutschland hergestellte Teile würden ebenfalls über die Bremischen Häfen an die ausländischen Produktionsstätten geliefert. Ebenfalls seien die Bremischen Häfen nach der Produktion der M-Klasse im Ausland als Importhafen für den Mercedes-Benz Konzern wichtige Partner geworden. "Sie sehen also, dass die Hansestadt Bremen dank ihres Hafens in dieser Zeit der Globalisierung für uns eine herausragende Rolle spielt", so Helmut Petri. In Zeiten globaler Kommunikation, zunehmender internationalen Kapitaltransfers und weltweiten Warenaustausches könnten sich die einzelnen Handelsregionen nicht mehr isolieren. Handelsschranken würden inzwischen abgebaut und es entstünde ein einziger globaler Markt, in dem sich die Automobilhersteller behaupten müssten. Automobilhersteller seien heute keine lokal agierenden Unternehmen mehr. Hinter etlichen ehemals selbständigen Marken stünden heute Konzerne, die unterschiedliche Markennamen benützten, um eine Produktdifferenzierung und regionale Unterschiede zu gewährleisten. Petri: "In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der eigenständigen Hersteller auf ein Drittel reduziert und dieser Trend wird sich fortsetzen." Nach Expertenmeinungen werde sich die Zahl der unabhängigen Automobilhersteller mittelfristig zwischen 5 und 10 Großkonzernen einpendeln". Petri hob insbesondere hervor, dass die Globalisierung die einheimische Wirtschaft fördere und weniger abhängig mache von nationalen Konjunkturflauten. Deswegen habe der Daimler Chrysler Konzern ein globales Konzept, das überall gelte. Dieses System umfasse die Logistikketten in der Fertigung, schaffe einen ganzheitlichen Ansatz für den gesamten Prozess von Materialbeschaffung bis zum Transport des fertigen Fahrzeuges zum Endkunden. Es betreffe aber auch die Schnittstelle "Entwicklung". Ähnlich wie bei den Grundsätzen des Mercedes-Produktions- und Entwicklungssystems sei das Ziel, klare Kompetenzen mit einheitlichen Verfahrensweisen in der Logistik festzulegen, um durch diese Maßnahme die Effizienz zu steigern. Entsprechende Untersuchungen hätten Einsparpotentiale von etwa 200

Millionen Euro aufgedeckt. Und diese Summe sei ein erhebliches Einsparungspotential für jedes Unternehmen, stellte Petri fest.