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Der Senator für Inneres

Röwekamp: Rücksicht nehmen auf die Schulanfänger!

17.08.2004

Innensenator bilanziert Polizeiarbeit: Weniger verunglückte Kinder auf Bremens Straßen

Am morgigen Mittwoch (18.8.) enden die Schulferien im Land Bremen. Zwischen dem 20. und 23. August werden rund 5.200 ABC-Schützen eingeschult. Zwei wichtige Gründe für Innensena-tor Thomas Röwekamp, Autofahrer und andere motorisierte Verkehrsteilnehmer zu besonderer Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme aufzufordern – nicht nur im Nahbereich von Schulen. "Kin-der haben nur einen kleineren Sichtwinkel und können Geschwindigkeiten auf der Straße oftmals noch nicht richtig einschätzen. Daher bitten wir Kraftfahrer in diesen Tagen dringend, ihr Fahr-verhalten darauf einstellen“, erklärte Röwekamp am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekon-ferenz mit der Polizei Bremen. „Das heißt: Fahren Sie im Bereich von Schulen und Kindergärten besonders vorsichtig und vorausschauend, seien Sie bremsbereit, um einen Unfall vermeiden zu können!“


Erstklässler auf der Straße: Polizei kontrolliert verstärkt rund um Schulen


Der Innensenator kündigte zugleich verstärkte Polizeikontrollen zur Sicherheit der Erstklässler an. "Die Polizei wird vor und in der Nähe der Schulen verstärkt präsent sein und den Verkehr ü-berwachen, damit vor allem die Schulanfänger sicher zur Schule und wieder nach Hause kom-men." Dazu zählen Geschwindigkeitsmessungen vor Schulen und Kindergärten ebenso wie Fahr-radkontrollen und Verkehrsberatung vor Ort durch die Kontaktbereichspolizisten. Die Beamten werden dabei auch die Anschnallpflicht bei Schülern, die mit dem Auto gebracht werden, im Auge behalten. "Leider vergessen Eltern besonders auf kurzen Strecken immer wieder fahrlässig, ihre Kinder ordentlich zu sichern."

Den Schulbeginn haben der Senator für Inneres und Sport und die Polizei Bremen zum Anlass genommen, in Kooperation mit privaten Verkehrs- und Medienpartnern die Maßnahmen zur Er-höhung der Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr zu verstärken. Zum Auftakt hat Senator Röwekamp in der vergangenen Woche das erste von 24 Spanntüchern „Achtung Autofahrer – Schule hat begonnen“ aufgehängt. Am Donnerstag dieser Woche schließt sich die Verteilung ro-ter Baseball-Caps an, bevor am 29. August auf dem Domshof der Verkehrssicherheitstag 2004 unter Schirmherrschaft des Innensenators stattfindet.




Zahl der verunglückten Kinder ging um fast ein Viertel zurück

"Die Jüngsten im Straßenverkehr brauchen Aufmerksamkeit, Hilfe und Rücksichtnahme von uns Erwachsenen. Nur so können wir die positive Tendenz rückläufiger Unfallzahlen in Bremen fort-setzen", ist Röwekamp überzeugt. Von Januar bis Dezember 2003 verunglückten 309 Kinder im Alter von 1-14 Jahren auf Bremens Straßen. Im Vergleichszeitraum im Jahr 2002 waren es nach den Zahlen der Bremer Verkehrspolizei noch 389 Kinder. Das bedeutet eine Abnahme um fast 23 Prozent. Die Arbeit der Polizei Bremen im Schwerpunkt-Projekt „Kinder im Verkehr“ trägt damit messbare Früchte.

„Trotz dieser erfreulichen Trends müssen wir auch künftig alle Anstrengungen unternehmen, um die Sicherheit auf unseren Straßen zu erhöhen“, erklärte Senator Röwekamp. „Prävention und Repression sind dabei zwei Seiten einer Medaille – wir brauchen Aufklärung, Verkehrserziehung und Öffentlichkeitsarbeit ebenso wie die Ahndung von Verkehrsregelverstößen!“

Im Vergleich zum Analysezeitraum 2000-2003 in Bremen, ist die Anzahl der Unfälle mit Radfah-rerbeteiligung stärker zurückgegangen (ca. 15%) als die Anzahl der Fußgängerunfälle (9%). Dementsprechend hat sich die Entwicklung des vergangenen Jahres positiver für Kinder als Rad-fahrer ausgewirkt. Die Verteilung der Altersgruppen innerhalb der Fußgängerunfälle ist in etwa gleich geblieben. Bei den Radfahrerunfällen hat sich der Anteil der älteren Kinder vergrößert. Hauptunfallverursacher „unter den Kurzen“ sind Kinder im Alter zwischen 10 und 13 Jahren mit einem Anteil von rund 50 Prozent. Danach folgen die 5- bis 7jährigen mit ca. 35 %. Der Rest ver-teilt sich auf die anderen Altersklassen.


Kinder als Radfahrer

So verunglückten die meisten Kinder mit ihrem Fahrrad, weil sie die Vorfahrt bzw. das Rotlicht missachteten oder Fehler beim Einfahren in den Fließverkehr begingen. Weniger Kollisionen zwi-schen radfahrenden Kindern und anderen Verkehrsteilnehmern gab es im Abbiege- bzw. Begeg-nungsverkehr. Hier, wie auch bei den Unfällen im ruhenden Verkehr (Öffnen der Fahrertür zum Radweg, Parken auf Radweg usw.) sind die Kinder überwiegenderweise Beteiligte (Opfer). Kin-der, die Stürze mit dem Fahrrad oder Unfälle mit Fußgängern verursachten, sind nur geringfügig auffällig.


Kinder als Fußgänger

Als Hauptursachen von Fußgängerunfällen waren die sogenannten Überschreitungsunfälle der Fahrbahn. Bei ca. 60 % war die Ursache in der Regel die Sichtbehinderung durch parkende Kfz und nicht angepasste Geschwindigkeit der Kfz. Der Rest - ca. 35 % - waren Spontanunfälle wie Losreißen von der Hand oder das Erkennen des Spielkameraden auf der anderen Fahrbahnseite.

Verkehrsunfälle mit abbiegenden Fahrzeugen oder auf gemeinsamen Rad- und Fußwegen spie-len auch hier nur eine untergeordnete Rolle.


Kinder als Mitfahrer

Kinder als Unfallbeteiligte z. B. bei der Mitfahrt im Auto oder auf dem Fahrrad sind in Bremen e-her unauffällig. So wurden bei der eigenen Untersuchung für den Zeitraum von Januar bis De-zember 2003 lediglich 35 Verkehrsunfälle registriert, bei denen sich Kinder mehr oder weniger verletzt hatten. Bei mehr als die Hälfte waren die Kinder ordnungsgemäß in den Rückhaltesyste-men gesichert.