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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Neues Kindergartenjahr: Verstärkung für Kindergartenpersonal

20.08.2004

62 neue Kräfte werden zusätzlich eingestellt und ausgebildet

Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres 2004/2005 bekommen die Erzieherinnen in den Kindergärten in der Stadt Bremen Verstärkung: Im Rahmen der Qualifizierungs- und Beschäftigungsoffensive der Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales, Karin Röpke, werden 62 zusätzliche Kräfte eingestellt. „Ich freue mich sehr, dass wir dieses Programm mit Hilfe von Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) umsetzen können. Für die Kindergärten ist es ebenso ein Gewinn wie für die Frauen und Männer, die eine berufliche Chance erhalten“, betonte Senatorin Röpke.

Nach einem Auswahlverfahren (Assessment) und einer bereits durchlaufenen Vorqualifizierungsphase werden sie in 60 Kindergärten eingesetzt. Für 40 der Teilnehmer/innen ist es das Ziel, nach zwei Jahren Ausbildung in Praxis (Kindergärten) und Theorie (beim Paritätischen Bildungswerk) als Sozialassistent/in abzuschließen, für 22 als Kinderpfleger/in.

Ausgewählt wurden für diesen Teil der Beschäftigungs- und Qualifizierungsoffensive erwerbslose Sozialhilfeempfänger/innen mit Haupt- oder Realschulabschluss ohne Berufsausbildung, deren Motivation und Eignung im Assessment ausgelotet wurden.

Der Personaleinsatz und die Qualifizierungsmaßnahmen werden koordiniert vom Trägerverbund „pro KiTa“ in der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW). Alle Träger von Kindertagesheimen, mit Ausnahme der Evangelischen Kirche, haben sich zu diesem Projekt zusammengeschlossen und einvernehmliche Lösungen für den Einsatz der neuen Kräfte und die Durchführung des Projektes „pro KiTa“ erarbeitet.


Weitere Bausteine der Beschäftigungs- und Qualifizierungsoffensive sind:

- Qualifizierung und Beschäftigung erwerbsloser Männer und Frauen mit qualifiziertem Berufsabschluss, (Beginn November diesen Jahres) und

- Qualifizierte Weiterbildung für die bereits angestellten Erzieher/innen (Beginn Anfang 2005)

Senatorin Röpke: „Mit unserer Offensive werden die Kompetenzen der Fachkräfte gestärkt, es werden zusätzliche qualifizierte Kräfte beschäftigt und weitere Kräfte, die nach strenger Vorauswahl und entsprechender Qualifizierung bei der Betreuung und Förderung der Kinder unterstützen und assistieren sollen.“ Bis zum Ablauf des Projektes „pro KiTa“ sollen rund 700 Teilnehmer/innen die Qualifizierungs-Programme durchlaufen haben.


Neues Kindergartenjahr: Rechtsansprüche gesichert

Nach Angaben von Senatorin Röpke ist auch im neuen Kindergartenjahr 2004/2005 die Versorgung der angemeldeten anspruchsberechtigten Kindergartenkinder gesichert. Allerdings, so die Senatorin, ist es nicht möglich, in jedem Einzelfall den von den Eltern gewünschten Platz in einer bestimmten Einrichtung oder im gewünschten Betreuungsumfang zur Verfügung zu stellen. In den Kindergärten in der Stadt Bremen gibt es 13 840 Plätze für 3-6 jährige Kinder: 3927 mit einer Halbtags-Betreuung (4 Stunden), 745 Plätze für eine 5-stündige Betreuung (ohne Mittagessen) und 432 (mit Mittagessen) , 5342 Teilzeitplätze (6 Stunden), 313 für das neue Angebot von sieben Stunden Betreuung und 3079 Ganztagsplätze (8 Stunden). Eine Erneuerung sind in diesem Jahr auch die Plätze mit einem 5-stündigen Betreuungsumfang. Für die über 1100 Familien, die einen solchen Platz in Anspruch nehmen, ist dies in der Regel eine Erweiterung des Betreuungsumfanges der bisherigen Halbtagsbetreuung mit nur vier Stunden.


Senatorin Röpke: „Die Platzzahl hat sich insgesamt leicht verringert. Wir reagieren damit lediglich auf die demografische Entwicklung, denn es gibt einen Rückgang der Zahl der Kinder im Kindergartenalter um rund 320.“

Die Senatorin betonte erneut, dass bei der Vergabe der Ganztagsplätze Beschäftigte und arbeitsuchende Eltern Vorrang haben. Allerdings könnten nicht alle Wünsche nach einem Ganztagsplatz und dann noch in einer bestimmten Einrichtung erfüllt werden. „Hier sind und waren auch bisher die Möglichkeiten begrenzt“, so die Senatorin.

Senatorin Röpke unterstrich: „Kindertagesbetreuung mit der bestmöglichen frühkindlichen Bildung hat für mich den höchsten Stellenwert. Wir haben dieses Feld zu einem Schwerpunkt unserer Politik gemacht und werden weiter daran arbeiten.“ Mein Dank geht an dieser Stelle an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen, die angesichts der vielen Veränderungen – Gruppenabbau, Veränderung der Angebotsstrukturen, neue Kooperationspartner und Schwerpunktsetzungen - alles tun, um Kindern und Eltern einen guten Start in das neue Kindergartenjahr zu ermöglichen.

Zum Gesamtkomplex der Kindergartenversorgung in diesem Jahr gehört auch die Bereitstellung und Absicherung der zusätzlichen Hilfen für Kinder mit einem erhöhten Unterstützungsbedarf. Senatorin Röpke betonte, dass es weiterhin ein transparentes Verfahren zur Sicherstellung von notwendiger Personalverstärkung in den Einrichtungen geben wird, um eine gemeinsame Erziehung und Förderung von behinderten und nichtbehinderten Kindern in Einrichtungen der Tagesbetreuung zu ermöglichen. Sie kündigte an, dass noch in diesem Jahr mit allen Trägern der Tagesbetreuung an weiteren Konzeptüberlegungen gearbeitet wird, um Problemen, die in diesem Jahr entstanden sind, besser begegnen zu können.

Betreuung von Kindern unter 3 Jahren und von Schulkindern

Die Betreuungssituation bei den Kleinkindern (unter 3 Jahren) ist nach Angaben von Karin Röpke von zwei Aspekten gekennzeichnet:

Die von Elternvereinen getragene Gruppen erhalten eine verbesserte finanzielle Ausstattung und können ihre Arbeit gesichert fortsetzen. Darüber hinaus gibt es einige neue Plätze, z.B. in Einrichtungen der betriebsnahen Betreuung von kleinen Kindern.

Nach Angaben der Senatorin wird ihr Ressort die Gesetzesberatung auf Bundesebene über den Ausbau der Betreuung der unter 3-Jährigen aktiv begleiteten. Gleichzeitig würden dafür Vorbereitungen in Bremen getroffen, damit eine Entscheidung des Senats über den Ausbau in Bremen unmittelbar nach derjenigen auf Bundesebene erfolgen könne.

Für die Kinder im Schulalter verbessert sich die Situation dadurch, dass mit dem beginnenden Schuljahr neue Ganztagsschulen ihre Arbeit aufnehmen. Die personelle Ausstattung mit Pädagogen wird ergänzt durch Personen, die mit viel Erfahrung aus Einrichtungen der Jugendhilfe die Kinder in der Ganztagsschule fördern und betreuen. Dieser kooperative Ansatz hat sich schon in der Umsetzung der verlässlichen Grundschule bewährt und soll zwischen den Bereichen Bildung und Jugendhilfe fortgesetzt werden.