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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Senatorin Stahmann will Begegnungsstätten attraktiver machen

Angebote für Seniorinnen und Senioren sollen vermehrt auch Jüngere erreichen

01.06.2017

Senioren-Begegnungsstätten in Bremen sollen sich mit neuen Schwerpunkten aufstellen und wieder mehr Menschen erreichen. Ein entsprechendes Vorhaben hat Sozialsenatorin Anja Stahmann heute (Donnerstag, 1. Juni 2017) der Deputation für Soziales, Jugend und Integration vorgestellt. Mit dem vorgelegten Zwischenbericht "Begegnungsstätten in der Stadt Bremen – Konzept zur Weiterentwicklung der Angebote für ältere Menschen, Teil II" soll die Grundlage dafür geschaffen werden, die Haushaltsmittel unter den bisher 28 Begegnungsstätten und weiteren Standorten neu zu verteilen. Auf diese Weise sollen zusätzliche inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden. Die Vorschläge sollen im nächsten Schritt mit den Trägern der Begegnungsstätten weiterentwickelt und im kommenden Jahr in der Deputation endgültig beschlossen werden.

"Wir haben festgestellt, dass es wenige Angebote für Männer gibt, für Menschen mit Behinderung und Menschen mit verschiedenem kulturellen Hintergrund", sagte Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport. Männer und ältere Menschen aus anderen Kulturen suchen kaum Begegnungsstätten auf, Menschen mit Behinderungen so gut wie nie. Der Männeranteil liegt in mancher Einrichtung unter fünf Prozent. Außerdem gehe die Zahl der Besucherinnen und Besucher insgesamt zurück. "Darauf müssen wir reagieren", sagte Senatorin Stahmann. Begegnungsstätten müssen sich zunehmend darauf einrichten, dass "die 68er Generation, die jetzt ins Rentenalter kommt, an einer ganz anderen Stelle abgeholt werden will als die Hochaltrigen von heute", die man aber auch nicht aus dem Blick verlieren dürfe. "Neben den bisherigen Angeboten brauchen wir also neue, kreative Ideen."

Die verfügbaren Haushaltsmittel der Offenen Altenhilfe für Begegnungsstätten belaufen sich in der Stadt Bremen auf 900.000 Euro pro Jahr. Um dieses Geld möglichst wirksam einzusetzen, sollen Begegnungsstätten künftig nach ihrem Angebotsspektrum und den strukturellen Rahmenbedingungen in drei Kategorien aufgeteilt und finanziell unterschiedlich ausgestattet werden. Das würde zu einer Verschiebung der verfügbaren Haushaltsmittel führen. Einzelne Begegnungsstätten mit einem komplexeren Angebot, vielen Besucherinnen und Besuchern oder einem schwierigen sozialen Umfeld würden finanziell gestärkt. Für den größten Teil der Begegnungsstätten bliebe die Finanzierung weitgehend konstant. Andere Standorte müssten mit weniger öffentlicher Förderung auskommen oder ihr Angebot in andere bestehende Einrichtungen integrieren.

"Begegnungs-Treff", "Begegnungs-Zentrum" und "Begegnungs-Zentrum plus" – das sind die derzeitigen Arbeitstitel für die drei Kategorien. Die Einordnung als "Begegnungs-Zentrum plus" geht mit dem breitesten Angebot einher. Solche Einrichtungen sind mindestens an fünf Tagen in der Woche geöffnet, bieten Beratungen an und zielgruppenspezifische Angebote für junge Ältere, Hochbetagte und Menschen aus unterschiedlichen Kulturen oder Menschen mit Behinderungen, in jedem Fall mehr Angebote speziell für Männer. Diese Einrichtungen werden mit 15 bis 19,5 Leitungsstunden finanziert. In der Kategorie "Begegnungs-Zentrum" steht knapp die Hälfte der Leitungszeit zur Verfügung, das Angebot entspricht dem derzeitigen Standard: Öffnungszeiten mindestens an drei bis vier Tagen pro Woche mit Angeboten für verschiedene Zielgruppen. Die Kategorie "Begegnungs-Treff" schließlich arbeitet überwiegend mit Honorarkräften und soll ein Angebot vorhalten, das den spezifischen Bedarfen in ihrem Einzugsgebiet gerecht wird, ohne dass dafür besondere Vorgaben gemacht werden.

Eine Liste der Begegnungsstätten und ihrer mögliche zukünftige Einordnung findet sich zum Download hier… (pdf, 690.3 KB)

Hintergrund:
Unter dem Titel "Zufriedenheit von Senior*innen mit Begegnungsstätten in Bremen" haben Studierende der Hochschule Bremen, Studiengang Soziale Arbeit, die Ergebnisse einer Befragung in fünf Begegnungsstätten vorgelegt. Danach waren 79 Prozent der Besucher weiblich, zehn Prozent waren 70 Jahre oder jünger, 71 Prozent bis 80 Jahre alt, 29 Prozent 81 bis 90 Jahre und vier Prozent älter. 90 Prozent haben angegeben, dass der Besuch der Einrichtung einen positiven Einfluss auf ihr Wohlbefinden hat, für 76 Prozent war er sogar ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Senatorin Stahmann: "Das zeigt: Es lohnt sich, die Angebote der Begegnungsstätten auszubauen und so auszulegen, dass möglichst viele Menschen sie für sich neu erleben und die Angebote nutzen – auch die Seniorinnen und Senioren, die in den 50er- und 60er Jahren jung gewesen sind."

Ansprechpartner für die Medien: Bernd Schneider, Pressesprecher bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport, (0421) 361-4152, mobil: 01520 1612 988, bernd.schneider@soziales.bremen.de