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Die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit

Datenschutzbeauftragte fordert mehr Datenschutz bei Facebook

05.03.2012

Die Bremer Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Dr. Imke Sommer, weist darauf hin, dass die Vorsitzende der Datenschutzkonferenz und der Vorsitzende des Düsseldorfer Kreises im Namen der Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern Facebook aufgefordert haben, mitzuteilen, welche Änderungen das Unternehmen vornimmt, um einen europäischen Datenschutzstandard für die Nutzerinnen und Nutzer des sozialen Netzwerkes zu gewährleisten.

Der Anforderungskatalog der Datenschutzbehörden zielt auf die Beachtung des informationellen Selbstbestimmungsrechts. Gefordert werden insbesondere vollständige Informationen für alle Nutzerinnen und Nutzer darüber, was genau mit ihren Daten passiert, sowie die Kontrolle darüber, welche Daten für welchen Zweck genutzt und gespeichert werden.

Basis für die Datenerhebung und -speicherung müssen freiwillige Einwilligungen sein, die auf vollständigen Informationen basieren. Dies gilt einerseits für die Daten, die Nutzerinnen und Nutzer selbst in ihr Profil einstellen – z.B. Fotos, Interessen, Vorlieben, Statusmeldungen- aber auch für Daten, die Facebook über das Nutzungsverhalten erhebt. Die Nutzerinnen und Nutzer müssen das Recht erhalten, Pseudonyme zu verwenden, denn der bisherige Klarnamenzwang ermöglicht Facebook, alle Daten zu einem personenbezogenen Profil zusammenzuführen.

Damit Nutzerinnen und Nutzer die Rechte an ihren Daten behalten, müssen datenschutzfreundliche Einstellungen zum Standard werden und das Recht auf vollständige Löschung aller personenbezogenen Daten durchsetzbar sein.

Dr. Imke Sommer hierzu: “Diese Forderungen der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder an Facebook sind für deutsche Unternehmen längst Standard. Die rund 22 Millionen Nutzerinnen und Nutzer aus Deutschland müssen endlich auch bei Facebook das Recht bekommen, selbst darüber zu entscheiden, wer wann was über sie weiß!“